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Rangsdorf Terraplan stellt erste Ideen fürs Bücker-Gelände vor
Lokales Teltow-Fläming Rangsdorf Terraplan stellt erste Ideen fürs Bücker-Gelände vor
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05:23 14.08.2018
Die Einfliegerhalle auf dem Bücker-Gelände des ehemaligen Flugplatzes Rangsdorf Quelle: Christian Zielke
Rangsdorf

Visionen haben einen schweren Stand in Deutschland. Denen, die sie aussprechen, wird schon mal geraten, zum Arzt zu gehen. Im Falle des Rangsdorfer Bücker-Geländes kann visionäre Vorstellungskraft nicht schaden. Erik Roßnagel hat eine Idee, wie es dort in zehn Jahren aussehen könnte. „Ich stelle mir ein offenes Quartier vor, in dem Menschen aller Generationen und Einkommensklassen leben“, sagt er.

Roßnagel ist Geschäftsführer der Firma Terraplan aus Nürnberg und seit kurzem der Eigentümer der mehr als 100 Hektar großen Fläche. Sein Unternehmen möchte dort Wohnungen bauen. Vor kurzem hat das brandenburgische Finanzministerium seine endgültige Zustimmung zum Kaufvertrag gegeben.

Grobkonzept sieht Dreiteilung des Geländes vor

Wie viele Wohnungen dort genau entstehen, ist noch nicht klar. Die bisherige Zahl von 350 ist eine erste Schätzung. „Bislang steht nur das Grobkonzept“, sagt Stefanie Egenberger, die bei Terraplan fürs Marketing zuständig ist. Der erste Plan sieht eine Dreiteilung des Geländes vor. Entlang der Bahnstrecke sind eine Schule, Sportflächen, Gewerbe und Wohnen geplant.

Der Entwurf der Firma Terraplan sieht für das Bücker-Gelände eine dreiteilige Nutzung von Schule/ Sport, Wohnen in den denkmalgeschützten Hallen und Neubau vor. Quelle: terraplan

Die Einfliegerhalle mit dem markanten halbrunden Tower und die Endmontagehalle sollen denkmalgerecht saniert und zu Wohnungen umgebaut werden. Auf den bisher unbebauten Flächen plant Terraplan neue Ein- und Mehrfamilien- sowie Reihenhäuser. Das ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Flugfeld soll zum Park werden.

Eine große Herausforderung für den Investor

Terraplan saniert seit Jahrzehnten denkmalgeschützte Gebäude. Zu den Referenzen gehören zahlreiche Gebäude in Potsdam, das Funkerberg-Areal in Königs Wusterhausen und das ehemalige olympische Dorf in Elsthal. Die Flächen in Rangsdorf sind eine Herausforderung, die selbst für das erfahrene Unternehmen besonders sind. „Man muss üben. Als Erstlingswerk wäre das Bücker-Gelände tödlich“, sagt Erik Roßnagel. In Rangsdorf begleitet er mit seinem Unternehmen den gesamten Prozess – von der Bestandsaufnahme über die Aufstellung eines Bebauungsplans bis zum tatsächlichen Bau und der anschließenden Vermarktung.

Stefanie Egenberger und Erik Roßnagel von der Firma Terraplan wollen das Bücker-Gelände zu einem Wohnquartier entwickeln. Quelle: Christian Zielke

„Bis zur Rente werde ich wohl zu tun haben“, umschreibt der 53-Jährige den Zeithorizont. 2020 könnten die ersten Baumaschinen anrollen. Die Zeit möchte Erik Roßnagel nutzen, um bei den Rangsdorfern für das Projekt zu werben. „Mit Ehrlichkeit und Transparenz wollen wir das Vertrauen gewinnen“, sagt er. Das wohl wichtigste Thema für die Alteingesessenen dürfte die Erschließung sein. „Man kann nicht den gesamten Verkehr über die Puschkinstraße und die Walther-Rathenau-Straße führen“, sagt Erik Roßnagel. Der geplante Nord-Süd-Verbinder als neue Zufahrt zum Bücker-Gelände sei wichtig.

Die Geschichte des Ortes soll erlebbar sein

Die Geschichte des Geländes mit den legendären Bücker-Flugzeugen, berühmten Piloten wie Elly Beinhorn, Bernd Rosemeyer und Beate Uhse und dem Hitler-Attentäter Stauffenberg hat Roßnagel mitgekauft. „Wir wollen die Vergangenheit anschaulich machen“, sagt er. Ein Museum, eine Begegnungsstätte, ein Café und eine Sozialstation sollen das künftige Bücker-Gelände allen Rangsdorfern und Gästen zugänglich machen. Schon vor zehn Jahren, gibt er zu, habe er zum ersten Mal ein Auge auf die Hallen geworfen. Damals habe sich die Investition von „einem deutlichen zweistelligen Millionenbetrag“ nicht gelohnt. Erst jetzt habe sich das Zeitfenster geöffnet, das eine Rettung des Geländes möglich macht.

Von Christian Zielke

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