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Raupenbefall nimmt ab

Dahmeland-Fläming Raupenbefall nimmt ab

Der Eichenprozessionsspinner wird seit Jahren mit Bioziden besprüht. Die Behandlung zeigt offenbar Erfolg. Die hoch allergenen Tiere sind zwar immer noch in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming präsent, allerdings weit weniger als noch vor einigen Jahren.

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Gefährlich für Mensch und Pflanze: Eine von Raupen des Eichenprozessionsspinners befallene Eiche.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Seine beste Zeit hat der Eichenprozessionsspinner in Brandenburg bereits hinter sich. Vor fünf Jahren, im Frühjahr 2012, hatte sich der mottenartige Falter landesweit auf fast 7000 Hektar ausgebreitet. Fast ohne natürliche Feinde und auch ohne nennenswerte Parasiten konnte er praktisch ungehindert Eichen befallen, dort seine Gelege anbringen und seine Raupen heranziehen, die wegen ihres Hungers auf Eichenblätter und vor allem wegen ihrer aggressiven Brennhaare gefürchtet sind. Seinerzeit mussten die Spinnerlarven allein im Bereich der Oberförsterei Wünsdorf auf mehreren hundert Hektar Fläche bekämpft werden.

Inzwischen, so wusste Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) bereits im Januar zu berichten, ist der Befall landesweit wieder auf knapp 1000 Hektar Fläche zurückgedrängt. Das gelang im Wesentlichen durch den Einsatz chemischer Mittel. Die wenigen Waldgebiete, in denen aus Gründen des Pflanzenschutzes gesprüht werden muss, liegen alle in Nord- und Westbrandenburg. Auch an Straßenbäumen nimmt der Befall ab.

Einen Rückgang hat man in den vergangenen Jahren vor allem im Landkreis Teltow-Fläming regis­triert. An den Bäumen entlang der Kreisstraßen und rings um die Fläming-Skate sei in den Jahren 2014 und 2015 noch gesprüht worden, teilt die Kreisverwaltung mit. Im vorigen Jahr sei aber bei den regelmäßigen Begehungen kein relevanter Befall mit Spinnerraupen mehr festgestellt worden, deshalb war auch kein Einsatz notwendig.

Keine Hinweise bei Aleenschau

Bei der Alleenschau in diesem Jahr seien ebenfalls keine Hinweise auf einen Befall gefunden worden. Deshalb verzichte man auch in diesem Jahr auf den Einsatz der Biozide. Falls doch Befall gemeldet wird, müsse man zu mechanischen Mitteln der Bekämpfung greifen.

Das heißt aber nicht, dass in der Region überhaupt nicht gesprüht wurde und wird. Im Landkreis Dahme-Spreewald ist der Landesbetrieb Straßenwesen bereits seit dem 15. Mai im gesamten Kreisgebiet unterwegs, vor allem im Norden, um den Spinnerraupen mit Hilfe des Biozids Dipel ES beizukommen. In Blankenfelde-Mahlow hat die Verwaltung Anfang dieser Woche in etwa 30 Straßen Eichen besprühen lassen und in Ludwigsfelde waren die Trupps ebenfalls in mehreren Ortsteilen unterwegs.

Dort, wo beim Monitoring ein Befall festgestellt wurde, ist tatsächlich Eile geboten. Die Zeitfenster müssen genau abgepasst werden, heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium. Denn die Raupen befinden sich jetzt noch in einem ungefährlichen Stadium, das dank der kühlen Witterung auch etwas länger anhält als üblich. Erst im Juni werden die Raupen ihre Brennhaare ausbilden, die beim Menschen bei Kontakt zu stark juckendem Ausschlag sowie beim Einatmen zu Atemnot und schlimmstenfalls zu einem allergischen Schock führen können.

Fraßgift Dipel ES

Um zu verhindern, dass die Raupe dieses Stadium erreicht, wird ihr mit Dipel ES ein Fraßgift vorgesetzt. Die Schädlingsbekämpfer sprühen das Biozid – eine Lösung auf Basis eines Bodenbakteriums – auf Blätter der oberen Baumkrone. Wenn die Raupe die Blätter frisst, führt das Mittel zum Austrocknen. Haben die Raupen erst einmal Brennhaare ausgebildet, wirkt das Mittel aber nicht mehr. Dann hilft nur noch Absaugen.

Allerdings sollte dieses laut Ministerium unbedingt von Fachfirmen übernommen werden, die über entsprechende Technik und Arbeitsschutzausrüstung verfügen. Abgeraten wird vom Abschlagen oder Abbrennen der Nester. Das führe nur dazu, dass sich die Brennhaare in der Luft verteilen. Wer Nester entdeckt, kann das örtliche Ordnungsamt informieren.

Von Oliver Fischer

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