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Teltow-Fläming Raus aus der alten Enge
Lokales Teltow-Fläming Raus aus der alten Enge
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05:55 17.11.2016
Beengte Verhältnisse bestimmen noch die Arbeit der Feuerwehrleute. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Einen Zeitensprung von mehr als hundert Jahren erlebten am Dienstagabend die Mitglieder des Luckenwalder Stadtentwicklungsausschusses. Es war eine Reise von der tiefen Vergangenheit in die nahe Zukunft. Zunächst wurde ihnen die alte Feuerwache gezeigt, wahrscheinlich, um ihnen noch einmal vorzuführen, wie dringend notwendig die Errichtung der neuen Wache war. „Die Feuerwache ist über hundert Jahre alt. Da können keine optimalen Arbeitsbedingungen herrschen“, sagte Ingo Reinelt, Amtsleiter für Gebäude- und Beteiligungsmanagement.

Spontaner Einsatz zu einem Laubenbrand während des Politiker-Besuchs. Quelle: Hartmut F. Reck

Und tatsächlich, als habe man es extra für den Besuch geplant: Alarm gegen 18 Uhr! Laubenbrand in der Kleingartenanlage am Meisterweg. Die anwesenden hauptamtlichen Feuerwehrmänner brauchen nur ihre Jacken und Helme zu greifen. Hosen und Stiefel haben sie schon die ganze Zeit an. Der Fahrer quetscht sich zwischen Wand und Löschfahrzeug hindurch, steigt auf und fährt den Lkw heraus, sodass jeder genug Platz hat, um einzusteigen.

Derweil treffen die ersten freiwilligen Feuerwehrleute ein – mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder zum Fuß. Das zweite Fahrzeug wird herausgefahren. Ein sich im Laufschritt nähernder Freiwilliger bremst ab, rutscht fast auf dem regenglatten Boden am Rand des Gerätehauses aus – wie schnell hätte er vom Einsatzwagen überfahren werden können. Auf ihrem Weg zu den Spinden, die rechts und links an den Wänden stehen, zwischen denen die dafür eigentlich viel zu breiten Löschfahrzeuge geparkt sind, müssen sich die Freiwilligen erst mit dem Rücken an die Wand pressen bis das Fahrzeug rausgefahren ist, um sich dann vor aller Augen komplett umzuziehen.

Enge im alten Umkleideraum . . . Quelle: Hartmut F. Reck
. . . da bietet die neue Feuerwache mehr Platz. Quelle: Hartmut F. Reck

Während die Einsatzkräfte zum Brand unterwegs sind, lassen sich die Ausschussmitglieder vom hauptamtlichen Feuerwehrmann Hans Bindzau die Einsatzzentrale, die angejahrten und verwohnten Aufenthalts- und Büroräume und die viel zu kleine Atemschutzwerkstatt zeigen, in der die Sauerstoffflaschen aufgefüllt und die Atemschutzmasken nach jeder Benutzung überprüft und gegebenenfalls repariert werden. Bindzau und Feuerwehr-Chef Jens Reichwehr sind die beiden Brandschutzexperten, die den Bau der neuen Feuerwache fachlich begleitet und dabei gegenüber dem Planungsbüro die Wüsche und Erwartungen ihrer Kameraden formuliert haben.

„Wir hatten heute die 77. Bauberatung“, sagte Reichwehr. Bei 47 aktiven Kameraden könne man nicht alle Wünsche unter einen Hut bringen, „aber wir haben einen Konsens erreicht“, so der Stadtbrandmeister. Damit reagierte er auf die kritische Anfrage der Linksfraktion, inwieweit Wehrleiter Reichwehr und der beauftragte Mitarbeiter Bindzau in die Bauberatungen und Entscheidungsfindungen mit einbezogen wurden.

Hintergrund

1900 wurde das Feuerwehrgerätehaus am Markt 11 erbaut.

1938 wurde ein Anbau an dem Gerätehaus errichtet.

Bis in die 1980er-Jahre fanden mehrere Erweiterungen und Umbauten am Gerätehaus statt.

Denkmalgeschützt sind der Schlauch­turm und die Schmuckfassade zur Nuthe hin. Die Nachnutzung ist offen. Die Wache ist in Privatbesitz.

Nach einer kurzen Autofahrt zum neuen Feuerwehrgebäude gestalteten sich – wenig überraschend – die künftigen Arbeitsbedingungen der Feuerwehrleute ganz anders. Schließlich muss der Unterschied von 116 Jahren irgendwo zu erkennen sein. Wie zum Beispiel die Fahrzeughalle ohne Zwischenwände, die Umkleideräume – natürlich für Männer und Frauen getrennt und ausgestattet mit feuerwehrroten Spinden. Oder die hellen Aufenthaltsräume, die moderne Einsatzzentrale und die geräumige Atemschutzwerkstatt sowie der große Versammlungsraum, in dem die Ausschusssitzung dann stattfand.

Als die beendet war, meldeten einige am Löscheinsatz beteiligte Feuerwehrleute ihrem Chef Vollzug. Der drei mal sechs Meter große Schuppen samt darin befindlichen Gartengeräten ist völlig ausgebrannt: Totalschaden. Immerhin konnte man ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gartenparzellen verhindern. Laut Polizei sind Schadenshöhe und Brandursache noch unbekannt. Die Kripo hat gestern Spuren gesichert und ermittelt wegen Brandstiftung.

Von Hartmut F. Reck

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