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Reden über Rangsdorfs Mitte

Gedok möchte Diskussion über Bahnhofsumfeld anstoßen Reden über Rangsdorfs Mitte

Viel Brache empfängt den Rangsdorf-Besucher, wenn er vom Bahnhof in Richtung Seebadallee spaziert. In der Diskussion um die Gestaltung der Ortsmitte will die Künstlerorganisation Gedok mitreden und fordert einen breiten Dialog mit der Bevölkerung. Dabei soll es keineswegs nur um Kunst gehen.

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Viel Raum für Visionen: Die Westseite des Rangsdorfer Bahnhofs zwischen Goethestraße und Seebadallee.

Quelle: Zielke

Rangsdorf. Wer mit dem Zug am Rangsdorfer Bahnhof ankommt, dem erschließt sich die Schönheit des Ortes auf den zweiten Blick. Vielleicht auch erst auf den Dritten. Wenn die Arbeiten am neuen Tunnel abgeschlossen sind, wird die Brache die Visitenkarte Rangsdorfs sein. Brachen haben den Vorteil, dass man darüber diskutieren kann, wie sie gestaltet werden sollen. Die Künstlergemeinschaft Gedok möchte einen solchen Prozess anstoßen und begleiten. Gerlinde Förster, die Gedok-Vorsitzende, möchte nicht nur die Kommunalpolitiker, sondern auch Bürger und Künstler an der Diskussion über das Bahnhofsumfeld beteiligen. „Quergedanken bringen Impulse. Ein fremder Blick kann helfen, in anderen Zusammenhängen zu denken“, sagt die Kunstwissenschaftlerin.

In diesem Jahr stehen die Veranstaltungen der Gedok unter dem Motto „Aufbruch“. Einen solchen wünscht sich Gerlinde Förster auch für ihren Heimatort. Schließlich sei Rangsdorf seit dem 30. Mai nicht mehr in Ost und West geteilt – so wie es Deutschland seit 25 Jahren nicht mehr ist. Vor 140 Jahren fuhren die ersten Züge nach Rangsdorf. Jenseits aller Zahlensymbolik gehe es auch um konkrete Architektur. „Es geht um die Ausbildung einer Mitte“, sagt Gerlinde Förster.

Mit dem Tunnel habe man gute Voraussetzungen geschaffen. Jetzt gehe es darum, die Fläche bis zum Rathaus als funktionierendes Zentrum zu gestalten. Gastronomie, Gewerbe, Kultur – es gehe um die Dichtheit der Funktionen. Es gebe im Umfeld der Gedok bereits mehrere Künstler, die sich mit dem Gebiet auseinandersetzen. „Es geht nicht um eine Bekunstung – das funktioniert nicht“, sagt Gerlinde Förster. Es soll auch keine Elitendiskussion werden sondern möglichst viele Rangsdorfer sich beteiligen. „Beteiligung bedeutet Bindung und Bindung bedeutet Identifikation“, sagt sie. Dass Rangsdorf im Moment praktisch kein Geld für große Sprünge hat, sei sogar von Vorteil, weil man so ohne Zeitdruck Visionen entwickeln kann. Gerlinde Förster schlägt eine große Auftaktveranstaltung vor, an der den Bürgern signalisiert wird, dass ihre Beteiligung gewünscht ist und Gewicht hat.

Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) kann einer solchen Diskussion durchaus etwas abgewinnen. „Ich fürchte aber, dass im Moment nicht viel passiert“, sagt er. Es gibt bereits erste Vorentwürfe für ein würfelförmiges Bahnhofsgebäude, doch dafür fehlen zwei wichtige rechtliche Voraussetzungen. Zuerst müsste die Gemeinde Baurecht schaffen und ein neues Planverfahren in Auftrag gegeben werden, da sich durch den Bau die Lärmsituation ändern könnte. Wie so oft in diesen Tagen in Rangsdorf, hapert es außerdem am Geld. Zwar stehen beim Land Fördermittel bereit, doch diese fließen nur, wenn die Gemeinde einen Eigenanteil von 30 Prozent leistet. Rocher geht von einer Million Euro aus. „Die Gemeindevertretung muss entscheiden, wo das Geld herkommt“, sagt Rocher.

Jan Hildebrandt (SPD), der Vorsitzende der Gemeindevertretung, begrüßt die Idee der Gedok: „Es ist gut, wenn etwas aus der Bevölkerung kommt und nicht von oben herab“. Man brauche ein gestalterisches Gegengewicht zu den Zügen, die eines Tages mit Tempo 200 durch den Ort brettern. Eine solche Diskussion müsse gut vorbereitet sein. Nur dann könne es gelingen, dass die Leute dran bleiben. Er werde einen solchen Prozess unterstützen, sagt Hildebrandt. Bedenken hat er, dass die Gemeindeverwaltung ebenso offen ist. „Dort müsste es ein Umdenken geben.“

Von Christian Zielke

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