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Reformationsjubiläen im Wandel der Zeit

Jüterbog Reformationsjubiläen im Wandel der Zeit

Der Jüterboger Pfarrer und Ex-Superintendent Hans-Jochem Göbel hat recherchiert, wie in den vergangenen Jahrhunderten die Reformationsjubiläen gefeiert wurden. Das hing vor allem davon ab, ob die Region gerade sächsisch oder preußisch war.

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Ex-Superintendent Hans-Jochem Göbel hielt einen Vortrag im Kulturquartier.

Quelle: Helmut Balke

Jüterbog. Im Rahmen des Jüterboger Jahresprogrammes anlässlich der Kirchenreformation vor 500 Jahren, sprach Hans-Jochem Göbel am Mittwochabend im Kulturquartier Mönchenkloster. Das umfangreiche Wissen des Superintendenten im Ruhestand, der auch Pfarrer in Jüterbog war, beruht auf seinem langjährigen Interesse an der Reformation und der Jüterboger Kirchengeschichte. „Ich beschäftige mich schon mein Leben lang mit dem Thema. Besonders aber in den Jahren, seit ich im Ruhestand bin“, erklärte der 83-jährige vor vollem Saal.

Schwierige Datenlage: Dreißigjähriger Krieg zerstörte Dokumente

Um das Thema des Vortrages, das Reformationsgedenken 1817 in Jüterbog, in einen geschichtlichen Zusammenhang zu stellen, hatte Göbel viele Informationen aus den Jahrhunderten davor und danach parat. Dafür hat er in den Archiven der Kirchen recherchiert und konnte aus zahlreichen Dokumenten zitieren. Leider gingen im Dreißigjährigen Krieg viele Unterlagen verloren, sodass aus der Zeit davor kaum noch Nachweise vorliegen. So kann über das erste große Reformationsjubiläum im Jahr 1617 kaum etwas gesagt werden.

Aus dem Vortrag wurde die Entwicklung der Feierlichkeiten zu den Reformationsjubiläen dennoch eindrucksvoll deutlich. In jedem Jahrhundert wurde diesem für die Christenheit wichtigen Ereignis anders gedacht. Geschuldet war dies den jeweils anderen gesellschaftlichen und sozialen Verhältnissen.

1817: Große Feier in der ganzen Stadt

Im 18. Jahrhundert war Jüterbog sächsisch – und somit katholisch. Aus diesem Grund gab es nur ein „Dankfest“ zum Gedenken an die Reformation. Vor 200 Jahren sah dies anders aus. In der Nikolaikirche wurde in einem Rollenspiel über das Papsttum vor der „katholischen Gefahr“ gewarnt. In der Stadt gab es Umzüge, bei welchen die Bürger feierten. Im Rathaus, vermutlich im großen Saal, wurden Bälle veranstaltet. Es gab Veranstaltungen für verschiedene Stände, was sich auch in den Eintrittspreisen von vier bis acht Groschen widerspiegelt.

Auf Grund der danach steigenden soziale Probleme und durch den Ersten Weltkrieg, gab es im 20. Jahrhundert keine große Feier. Ein einfacher Gottesdienst war der Zeit angemessen.

Für das 500. Reformationsjahr 2017 freut sich Göbel über die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche. „Es ist gut, dass wir diese 500 Jahre Reformation ökumenisch feiern“, sagte er.

Von Helmut Balke

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