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Refugium der Kultur im Fläming

Stiftung plant Künstlerdorf in Görsdorf Refugium der Kultur im Fläming

Die Werner-Kalka-Stiftung hat ehrgeizige Ziele: Sie möchte im kleinen Görsdorf eine Künstlerkolonie schaffen. Auf ihrem Gelände, das auch die Burgruine umfasst, sollen Ateliers und Tagungsräume sowie ein Hotelbetrieb entstehen. Die Familienstiftung stellte ihr Projekt nun vor.

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Die Besucher beim Tag der offenen Tür versammelten sich zum Gruppenfoto unter dem Naturdenkmal, einer alten Eiche.

Quelle: H.-Dieter Kunze

Görsdorf. Kontrastreicher kann ein kleiner Ort kaum sein. Eine alte, fast vollständig verfallene Schlossruine, davor eine knorrige Eiche, deren Alter auf 450 Jahre geschätzt wird und die als Naturdenkmal geschützt ist, dahinter dann ein mehrstöckiger Bau aus der Moderne. Die Rede ist von Görsdorf, einem 170-Seelen-Ort im Verwaltungsverbund Dahmetal, etwa vier Kilometer entfernt von der Stadt Dahme liegend.

Belebung durch Künstler

Görsdorf hat die hektischen Zeiten längst hinter sich. Ruhe und Idylle sind allgegenwärtig; auch die Probleme, die fast alle Gemeinden verbindet: Überalterung und Wegzug der Jüngeren. Allerdings, dem Wegzug soll bald auf eine ganz spezifische Art Paroli geboten werden. Die Werner-Kalka-Stiftung will Künstler nach Görsdorf locken, mit ganz konkreten Vorstellungen. Eben wegen der Idylle und Ruhe, die gerade diese Personengruppe schätzt. Beim Tag der offenen Tür in jenem mehrstöckigen Gebäude und Domizil der Werner-Kalka-Stiftung umrissen die Vorstandsmitglieder Norbert Kalka, Ditmar Teschke und Kerstin Heinze die Vorstellungen, was aus und in Görsdorf einmal werden könnte: Ein Wirkungs- und Schaffensort für Künstler zahlreicher Genres, Pädagogen, Kunsttherapeuten und Interessierte. Ateliers stehen in dem Mehrgeschosser ausreichend zur Verfügung und könnten angemietet werden. Darüber hinaus wäre ein Hotelbetrieb möglich, ebenso eine gastronomische Einrichtung, zum Beispiel ein Café sowie Seminare.

Die Burgruine- wohl unrettbar verloren

Die Burgruine- wohl unrettbar verloren.

Quelle: H.-Dieter Kunze

Im Fokus haben die Kalka-Mitstreiter vor allem Künstler in Berlin. „Aber auch Kunstschaffende aus anderen Regionen und der näheren Umgebung sind herzlich willkommen“, sagte Ditmar Teschke. Dabei würde man niemandem einen Weg vorschreiben: „Alle guten Ideen sind gefragt und können eingebracht werden.“ Das große Ziel ist formuliert: Görsdorf soll ein Kunst- und Kulturdorf werden. Das Projekt weckt auf jeden Fall Neugier, was nicht zuletzt die Anzahl der Gäste beim Tag der offenen Tür bewies. Ein Rundgang über das Areal schloss sich an. Carola Heinecke ist Vorsitzende des Görsdorfer Heimatvereins. „Das ist ein tolles Vorhaben, es wird bestimmt das Dorfleben bereichern“, ist sie überzeugt.

Burg wurde von den Russen geschleift

Elisabeth Schimkowski hat auch erstmals von den Kalka-Plänen gehört. Sie kennt sich gut aus in der Historie von Görsdorf. 1947 wurde der Ort ihre neue Heimat. Da gab es das Schloss schon nicht mehr. Einst war es eine Ritterburg aus dem 13./14. Jahrhundert. Auf Befehl der sowjetischen Besatzer wurde die Immobilie nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen, weil es der Sitz der Gutsherrenfamilie war. Bei den Arbeiten verunglückte ein beteiligter Dorfbewohner tödlich. Die Maßnahme wurde abgebrochen, übrig blieb eben jene die „Halbruine“ mit einem noch begehbaren Kellergewölbe.

 

Hintergrund

Die Werner-Kalka-Stiftung wurde im Jahr 2004 von Günter und Norbert Kalka, den Söhnen von Christine und Werner Kalka gegründet.

Das Ziel ist, christliche Werte in der Gesellschaft zu fördern. Schwerpunkte der Arbeit sind Hilfen für suchtkranke Menschen, suchtgefährdete Kinder und Menschen mit Kriegstraumata.

Die Stiftung finanziert sich überwiegend durch Spenden. Eine neue Quelle sollen Einnahmen aus dem Sitz in Görsdorf werden, wo man Ateliers vermietet und Hotelzimmer anbietet.

Weitere Projekte betreut die Stiftung in Ruanda, Uganda und Nepal. Stiftungsvorstandsmitglied Norbert Kalka ist 2008 nach Ruanda umgesiedelt. Sein Hauptbetätigungsfeld dort ist die Betreuung von Bürgerkriegsopfern. Günter Kalka ist seit 1994 im Therapiebereich für Heroin-Süchtige aktiv.

Auf dem Kalka-Gelände entstand 1949 eine Maschinen-Ausleihstation (MAS). Daraus firmierte sich die Maschinen-Traktorenstation (MTS), dann der Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL). Das mehrstöckige Gebäude wurde 1989 eröffnet. Die Nutzung durch den KfL war kurz. Nach der Wende übernahm es ein Kalka-Bildungsunternehmen und bildete Schweißer aus.

Von H.-Dieter Kunze

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