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Regionale Rockgeschichte(n)

Saalow Regionale Rockgeschichte(n)

„Proxima“ hieß eine Schülerband, die 1972 in Treuenbrietzen gegründet wurde. Ralf Stefan spielte damals die Melodie-Gitarre. Mittlerweile hat „Mello“ – wie ihn gute Freunde nennen – zwei autobiografische Romane über diese Zeit und damals aktive Rockgruppen geschrieben. Aktuell arbeitet der Saalower Autor an seinem dritten Buch.

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Die 1972 in Treuenbrietzen gegründete Schülerband „Proxima“ spielte nur zwei Jahre, und zwar in dieser Besetzung: Armin Braune, Ralf Stefan, Frank Leupold, Dietmar Lehmann, Dagmar und Bernd Turlay (v.l.).

Quelle: Frank Pechhold

Saalow. Rockgeschichte aus der Region beschreibt Ralf „Mello“ Stefan in seinen Romanen. Gerade arbeitet der Saalower an seinem dritten Buch. Darin erzählt der 60-jährige Gitarrist die Geschichte der Schülerband „Proxima“ weiter.

Ort der Handlung ist Treuenbrietzen. Hier gründeten sechs 14- und 15-jährige Freunde 1972 eine Rockband. „Auf einem Klassentreffen hat mir jemand vor vier Jahren ein altes Bandfoto geschenkt“, so Ralf Stefan. Eigentlich wollte er darauf hin nur ein Song über einen Schulfreund und Bandpartner schreiben, der viel zu früh bei einem Verkehrsunfall starb. „Doch auf einmal kamen die Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit, unsere Band und viele andere Erlebnisse hoch und ich konnte mich nicht dagegen wehren“. Stefan merkte, dass sich all das nicht in ein Lied pressen lässt. Fortan flossen seine Gedanken und die von befreundeten Musikerkollegen fast wie von allein in sein 2016 erschienenes Erstlingswerk mit dem Titel „Hans Peter ohne Bindestrich“. Das Manuskript schickte der Autodidakt an 15 Verlage. Von denen wollten es 14 drucken. Vertragspartner wurde „Der Fuchs-Verlag“. „Der Chef wollte mein Ost-Buch unbedingt drucken und hat alle Kosten übernommen. Das hat mich vollkommen umgehauen.“

Schweinestall musste als Proberaum genügen

Eines Tages meldete sich eine Dame aus Aachen telefonisch bei dem Autor. Erst beim Lesen des Buches habe sie gemerkt, dass die Handlung in einer Kleinstadt südlich von Berlin und damit in der ehemaligen DDR spiele. Amüsiert provozierte Stefan die Anruferin aus dem Westen Deutschlands mit der folgenden Ansage: „Ihr denkt immer noch, wir haben in Erdhütten gelebt, mussten täglich nach Essen anstehen, hatten keine Ausbildung und sind abends von der Stasi ins Bett gebracht worden.“ „Ja – so ungefähr . . .“, gab die Dame freundlich zur Antwort.

Nahtlos knüpft der zweite Band „Wir singen englisch ohne Englisch“ an den ersten an. Texte und Songs englischsprachiger Gruppen gab es östlich der Elbe nicht zu kaufen. „Unser Sänger konnte kein Wort Englisch. Also sang er bei Auftritten in so einer Art Pseudoenglisch. Hauptsache, der Refrain hat gestimmt“. Gute Dienste leistete eine Verstärkeranlage aus dem Klubhaus Treuenbrietzen, die sonst auf den Müll geflogen wäre. Einen Proberaum gab es in der Stadt nicht. „Also haben wir haben bei meiner Oma im Schweinestall auf dem Zwischenboden geprobt und unten haben die Schweine gequiekt“.

Bands hatten mit Schwierigkeiten zu kämpfen

Mit ähnlichen Schwierigkeiten hatten Bands wie Matador aus Brück, Kondor aus Dahme, Scirocco aus Sperenberg, Van Dike aus Trebbin zu kämpfen. Auch davon wird in den Büchern erzählt. „Volker Thiele von Scirocco war mein großes Vorbild“, so der Autor. Nach der Lektüre der bereits erschienenen Bücher habe Thiele ihm gesagt: „Mensch Stefan, einfach irre. Schreib’ weiter auf, wie es wirklich war.“

Von Frank Pechhold

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