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Regionales Start Up bekommt Innovationspreis

Wildau Regionales Start Up bekommt Innovationspreis

Die Wildauer Firma Sinfosy ist mit dem Brandenburgischen Innovationspreis Metall ausgezeichnet worden. Die Firma hat eine App entwickelt, mit der die komplette Mitarbeiterkommunikation in der Fertigung über Smartphones und Tabletts laufen kann.

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Karsten Königstein, Geschäftsführer von Sinfosy (2.v.l.), bei der Verleihung des Brandenburgischen Innovationspreises Metall.

Quelle: Foto: Medienlabor/Adam Sevens

Wildau. Weil Fachkräftemangel überall ein Problem ist, auch in der Metallbranche, haben sich Karsten Königstein und seine Mitarbeiter etwas ausgedacht: eine App, die Arbeitern das Leben erleichtert.

Mit der App kann ein Arbeiter per Video angeleitet werden, Schritt für Schritt, im richtigen Tempo. „Wir wollen ermöglichen, dass auch ein Ungelernter eine Maschine zusammenschrauben kann“, sagt Königstein.

Die App kann aber noch mehr. Sie kann dem Mitarbeiter Anweisungen übermitteln, und zwar in dem Moment und an dem Ort, wo er sie braucht. Sie kann die Kommunikation unter Kollegen erleichtern, die Lösung von Problemen vereinfachen und vieles andere. Dafür hat Königsteins Firma Sinfosy am Mittwoch in Potsdam den Brandenburgischen Innovationspreis der Metallbranche bekommen.

Die Firma Sinfosy kommt ursprünglich aus Königs Wusterhausen, seit diesem Jahr sitzt sie mit ihren derzeit rund 30 Angestellten aber in Wildau. Das Start-up entwickelt Technologie und Software für die sogenannte Industrie 4.0, die Digitalisierung der industriellen Fertigung.

„In einer typischen Fertigung ist die Kommunikation heute noch fast ausschließlich papierbasiert. E-Mails oder Dokumente werden ausgedruckt und an Produktionstafeln gehängt. Das ist nicht schlau“, sagt Karsten Königstein. Genauso analog funktioniere bisher auch die Kommunikation unter Kollegen: Man ruft sich etwas zu, man schreibt sich Zettel, man telefoniert. Alles unpraktisch, sagt Königsstein. Die Gefahr, dass Informationen verlorengehen, sei dabei hoch.

Deshalb hat seine Firma die App entwickelt, die sie ein halbes Jahr nach Markteinführung auch schon an verschiedene Großkunden verkauft hat. Bei der Firma Altrad Plettac aus Großräschen etwa, einem der größten Gerüstbauer Europas – arbeiten bereits knapp 300 Mitarbeiter mit der Software. „Wir haben einen Automobilzulieferer als Kunden. Der hat ausgerechnet, dass jede eingesparte Produktionstafel 10 000 Euro spart“, erzählt Karsten Königstein. Auch Daimler will die App in zwei seiner Werke einführen.

Für den früheren Bosch-Manager Königstein ist es bereits der zweite Innovationspreis innerhalb kürzester Zeit. Im vorigen Jahr wurde seine Firma, die damals noch Smartly Solutions hieß, für eine App ausgezeichnet, die Lagerlogistikern bei der sogenannten chaotischen Lagerhaltung hilft. Keine schlechte Bilanz für ein Unternehmen, das erst seit drei Jahren existiert.

Von Oliver Fischer

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