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Reich gefüllte Gelbe Säcke locken Kleintiere an

Dahmeland-Fläming Reich gefüllte Gelbe Säcke locken Kleintiere an

Das alt bekannte Phänomen: Die gelben Säcke werden zur Abholung auf die Straße gestellt und am nächsten Morgen liegt der gesamte Inhalt auf der Straße oder im Garten verteilt herum. Zeit für eine Reform, oder?

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Vielerorts zerpflücken Krähen auf der Suche nach Nahrung die Gelben Säcke. Zum Ärger der Anwohner, die den Unrat wieder einsammeln müssen.

Quelle: Peter Springer

Dahmeland-Fläming. Zerfetzte Gelbe Säcke. Unrat liegt überall verstreut auf Gehwegen und Straßen. Auf ihrer Suche nach Essbarem scheren sich Krähen, Waschbären, Hunde, Katzen und Igel nicht um Ordnung und Sauberkeit und zerreißen die dünnen Plastiksäcke, ziehen Verpackungen heraus und schleudern sie durch die Gegend.

Beschwerde aus Eichwalde

Den Ärger mit den Gelben Säcken hat auch Peter Springer in Eichwalde erlebt. Erst kürzlich war der Müll sämtlicher Anwohner auf seiner Straße verteilt. „Gerade jetzt, wo die Krähen Junge bekommen haben, zeigen sie denen, wie sie aus den Gelben Säcken etwas zu fressen klauben können“, erklärt Springer. Das Thema ist Eichwaldes Bürgermeister Bernd Speer (parteilos) sehr wohl bekannt: „Das Problem ist im Ort, wie überall sonst, auch nicht zu übersehen“, sagt Speer. Deshalb kontaktierte er – obwohl es rechtlich betrachtet Aufgabe der Anwohner ist, die Gelben Säcke unversehrt zur Abholung bereitzustellen – den Südbrandenburgischen Abfallzweckverband (SBAZV), um sich nach Alternativen für die leicht zu öffnenden Plastiksäcke zu erkundigen. Für die Entsorgung der gelben Säcke ist in der Region das von den dualen Systemen beauftragte Entsorgungsunternehmen - ALBA Berlin GmbH – zuständig. Der Verband ist für die Öffentlichkeitsarbeit und damit auch für die Veröffentlichung der Tourenpläne, die er von der ALBA Berlin GmbH erhält, zuständig.

Dem Südbrandenburgischen Abfallzweckverband sind die Hände gebunden

Damals verwies der Verband laut Pressesprecherin Jacqueline Voigtländer auf ein geplantes Wertstoffgesetz. „Längere Zeit wurde in Deutschland die Einführung einer sogenannten Wertstofftonne diskutiert“, sagte Voigtländer. Mit dieser sollten zusammen mit den Verpackungen, die jetzt in den Gelben Sack gehören, auch stoffgleiche Nichtverpackungen wie ausgedientes Kinderspielzeug aus Kunststoff oder Kunststoffdosen gesammelt werden. Laut Jacqueline Voigtländer wurde nach einem längeren Abstimmungsprozess des Gesetzentwurfs mit sehr gegensätzlichen Interessen bezüglich der Zuständigkeit für das Entsorgungssystem – privat oder öffentlich – bis hin zur Diskussion über die Abschaffung der dualen Systeme, ein deutlich abgespecktes Verpackungsgesetz beschlossen. Das neue Verpackungsgesetz, kurz Verpack G, soll am 1. Januar 2019 in Kraft treten und die zurzeit geltende Verpackungsverordnung ablösen. „Damit bleibt die Mülltrennung für die Verbraucher kompliziert und die Zuständigkeiten weiterhin bei den dualen Systemen“, sagt Jacqueline Voigtländer.

Die Art und Weise der Entsorgung ist vorgeschrieben

Die Art und Weise der Entsorgung der Verpackungsabfälle ist in einer sogenannten Abstimmungserklärung zwischen dem SBAZV und den dualen Systemen („Gelber Punkt“) festgelegt. Darin ist bestimmt, dass die Leichtverpackungen, dazu gehören Kunststoff, Metall, Verbunde, in der Regel über Gelbe Säcke entsorgt werden. Der Hauptgrund dafür waren dabei die hohe Rate an Fehlwürfen in den Tonnen und der zusätzliche Platzbedarf für die Behälter, was vor allem bei kleinen Grundstücken ein Problem darstellt. „Auf Grundlage der Abstimmungserklärung wurden auch die zu erbringenden Leistungen durch die dualen Systeme ausgeschrieben und beauftragt“, so Jacqueline Voigtländer weiter. Damit hatten sich die Abschaffung des dualen Systems und die Einführung der Wertstofftonne erledigt.

Hilfe gegen die kleinen Diebe

Wie Eichwalde haben auch die Städte Ludwigsfelde und Zossen mit von Krähen, Igeln, Waschbären, Katzen oder Füchsen aufgerissenen Säcken zu kämpfen. Dagegen gibt Fred Hasselmann, Pressesprecher der Stadt Zossen, einfache Tipps, um sich den Ärger zu ersparen: „Da die Krähen nicht nachtaktiv sind, stellen sie eigentlich das kleinere Problem dar, wenn die Bürger ihre Gelben Säcke ordnungsgemäß erst am Abend vor dem Abholtermin durch den zuständigen Abfallzweckverband herausstellen“, erklärt Fred Hasselmann weiter. Am besten sei es, die Gelben Säcke beispielsweise hoch oben am Zaun aufzuhängen, um so den Tieren den Zugang zu erschweren. Grundsätzlich sollten Gelbe Säcke nicht schon Tage vorher herausgestellt werden, da sie zum einen das Stadtbild verschandelten und zum anderen auch durch starke Windböen in der Gegend herumfliegen und aufreißen oder von Tieren als mögliche Futterquelle genutzt werden könnten. Gleiches gelte auch auf den Grundstücken selbst. Da in der Vergangenheit Säcke auch einfach so kaputtrissen, gibt es mittlerweile schon stabilere Beutel. Die Städte Luckenwalde und Königs Wusterhausen scheinen die Sache mit den Gelben Säcken hingegen nicht so ernst zu nehmen. Lutz Franzke (SPD), Bürgermeister von Königs Wusterhausen, nimmt das alles gelassen: „Die zerpflückten Gelben Säcke nehmen wir halt mit als Effekt für ,Wohnen im Grünen’.“

Von Josefine Kühnel

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