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Reihersteg droht zur Farce zu werden

Rangsdorf Reihersteg droht zur Farce zu werden

Am Reihersteg könnten bald große Maschinen anrollen. Allerdings nicht, um die Straße – wie von vielen Anwohnern gewünscht – endlich auszubauen. Wenn sich herausstellt, dass das vor vielen Jahren verwendete Recyclingmaterial giftig ist, müsste die Gemeinde dies schleunigst beseitigen – und die Straße bleibe wie bisher.

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Der Reihersteg in Rangsdorf steht schon seit Jahren auf der Liste der auszubauenden Straßen.

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Enttäuschte Gesichter bei den Anwohnern am Reihersteg in Rangsdorf: Wieder einmal sind sie keinen Schritt weiter im Ausbau ihrer Straße gekommen. Der Bauausschuss vertagte das Thema am Dienstag auf die Zeit nach der Sommerpause. „Eine Farce“, schimpfte eine Frau im Publikum.

Ralf von der Bank (AfR) kämpft seit Monaten dafür, den Bau des Reiherstegs in den Gemeindehaushalt für das kommende Jahr aufzunehmen. Die Chancen stehen schlecht. Kein Bauausschussmitglied wollte ihm so recht folgen. Hardy Krückeberg (DPR), der Vorsitzende des Ausschusses, sprach sich grundsätzlich gegen den Ausbau weiterer Straßen aus, so lange der Nord-Süd-Verbinder nicht fertig ist. „Diese Straße hat für mich oberste Priorität“, sagte Krückeberg.

Es könnte sich allerdings doch noch etwas am Reihersteg tun, wenn auch nicht unbedingt das, was sich viele Anwohner vorgestellt haben. Grund ist ein Schreiben des Landkreises, der die Gemeinde aufgefordert hat, die unbefestigte Straße auf giftige Stoffe untersuchen zu lassen. Laut Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) dürfe das Recyclingmaterial, das Ende der 1990er-Jahre, also vor seiner Amtszeit, im Reihersteg verteilt wurde, nur eingeschränkt für unbefestigte Straßen verwendet werden. Darunter sollen auch Reste des Ende des ehemaligen Seebad-Casinos sein. Mehrere Untersuchungen, darunter ein Baugrundgutachten von 2012 hätten keine gefährlichen Substanzen festgestellt. Anwohner sind zu einem anderen Ergebnis gekommen. Sie haben eine eigene Untersuchung beauftragt, die polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) festgestellt haben, die Krebs auslösen können. Schon früher waren erhöhte Quecksilberwerte im Reihersteg gemessen worden, sagte Ralf von der Bank. Sollte die vom Landkreis geforderte Untersuchung zu dem Ergebnis kommen, dass das verwendete Material unzulässig ist, müsste die Gemeinde dies schnellstmöglich beseitigen lassen – auf ihre Kosten. Schlimmstenfalls müsse er eine Haushaltssperre verhängen, kündigte Rocher an.
Ein Ausbau der Straße würde dann wohl in noch weitere Ferne rücken. Dieser wird rund 750 000 Euro kosten, wovon rund 440 000 Euro auf die Anwohner umgelegt worden. Sollte sich die Gemeindevertretung für den Ausbau des Reiherstegs aussprechen, müsste die Gemeinde freiwillige Leistungen wie die Bibliothek oder zusätzliches Kita-Personal sparen, sagte Rocher. Ralf von der Bank will sich weiter für den Ausbau stark machen. „Seit 25 Jahren betreibt die Verwaltung Flickwerk zu Lasten der Menschen und Umwelt“, sagte er. Mit den bisher ausgegebenen Unterhaltungs- und Reparaturkosten hätte man lange einen Neubau finanzieren können.

Von Christian Zielke

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