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Rettungsdienst sucht Wahlsdorf

Adressänderung stiftet Verwirrung Rettungsdienst sucht Wahlsdorf

Die neuen Adressen in Wahlsdorf gelten zwar schon seit einem Jahr, führen aber immer noch zu Verwirrungen. In dem Dorf hatte man ganz auf Straßennamen verzichtet und die Häuser durchnummeriert, um Doppelungen von Straßennamen mit anderen Ortsteilen Dahmes zu vermeiden. Doch das führte jetzt dazu, dass ein Rettungswagen lange suchen musste.

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Ein Rettungswagen verfuhrt sich auf dem Weg naach Wahldorf.

Quelle: dpa

Wahlsdorf. Stellen Sie sich vor, Sie rufen den Rettungsdienst unter 112 an, nennen Ihre Adresse und die ist der Rettungsstelle nicht bekannt. So ging es kürzlich Doris Ackermann aus Wahlsdorf. In ihrem Ort gibt es seit einem Jahr offiziell keine Straßennamen mehr. Stattdessen sind die Häuser des Dorfes durchnummeriert.

„Haben wir nicht“, kam die Antwort von der Rettungsstelle, als die Hilfesuchende ihre Adresse, also Wahlsdorf und Hausnummer, durchgab. Erst die Nennung der alten Adresse mit Straßennamen und alter Hausnummer führte zum gewünschten Erfolg. Der Rettungswagen wurde losgeschickt, irrte dann aber durch Wahlsdorf, weil er die angegebene Adresse zunächst nicht fand.

„Es ist nicht das erste Mal, dass mir das passierte“, sagte Doris Ackermann der MAZ. Im vergangenen Frühjahr habe ein Krankentransportwagen auch nicht auf Anhieb zu ihr gefunden, als ihr Ehemann zu einer Reha gefahren werden sollte. „Was ist“, so fragt sie, „wenn es da in einem Notfall mal um Minuten geht?“

Beim Rettungswageneinsatz habe es ja immerhin innerhalb der vorgeschriebenen Frist von 15 Minuten geklappt, meint Denny Mieles, Geschäftsführer des Rettungsdienstes Teltow-Fläming auf Nachfrage der MAZ. Allerdings wundert ihn, was da vorgefallen sein soll. Schließlich würden die neuen Adressbezeichnungen in das Einsatzleitsystem eingepflegt. Es könne aber sein, dass das Kartensystem noch nicht aktualisiert worden ist. Mieles geht davon aus, dass der Fehler bei dem Disponenten lag, der in der Leitstelle den Notruf entgegengenommen hatte. Nicht auszuschließen sei aber auch, dass es in der Aufregung bei der Übermittlung der Adressangaben zu Verwechslungen zwischen alter und neuer Hausnummer gekommen sein kann. Denn seit spätestens Ende letzten Jahres seien alle neuen Daten übertragen worden. So habe es erst am gestrigen Donnerstag einen Einsatz in Wahlsdorf gegeben mit der neuen Adresse. „Da hat es funktioniert“, berichtete Mieles.

Ursache für die allgemeine Verwirrung ist die behördliche Anordung der Landesregierung, dass es in keiner Gemeinde zu Doppelungen von Straßennamen kommen darf. Außerdem wurde (wohl auf Wunsch der Post) verordnet, dass die Postleitzahlen vereinheitlicht werden. So hat Wahlsdorf jetzt die Postleitzahl 15936 – wie die Stadt Dahme/Mark, in die die ehemalige Gemeinde Wahlsdorf (mit Liepe) vor 13 Jahren eingemeindet wurde. Bisher galt noch die alte Postleitzahl 14913 wie in Jüterbog.

„Und um Doppelungen von Straßennamen zu vermeiden“, so Wahlsdorfs Ortsvorsteher Thomas März, „haben wir ganz auf Straßennamen verzichtet und die Häuser durchnummeriert, damit wenigstens der Ortsname in der Adresse wiederzufinden ist.“ Diese Regelung gilt nach der behördlichen Anordnung seit einem Jahr. „Die Begründung lautete damals“, so erinnert sich Ortsvorsteher März, „dass Post und Notdienst es waren, die die Abschaffung der doppelten Straßennamen gefordert hatten. Und der Witz ist, dass sie es sind, die damit am wenigsten klar kommen.“

Wobei der Rettungsdienst, wenn er denn aus der Wache in Petkus komme, sich auskenne, sagt der Ortsvorsteher. In diesem Fall wurde der Rettungswagen wohl andernorts angefordert. Scheinbar seien aber auch bei anderen Navigationssystemen die neuen Adressen noch nicht eingepflegt. „Das ist nicht so befriedigend“, meint Thomas März.

Von Hartmut F. Reck

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