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Rewe-Markt-Pläne liegen aus

Sperenberg Rewe-Markt-Pläne liegen aus

Kaum ein Projekt sorgte in der jüngsten Vergangenheit bei den Sperenbergern für so viel Wirbel wie der geplante Neubau des Rewe-Marktes. Seit Dienstag liegen nun die Baupläne und drei dazu gehörige Gutachten im Rathaus der Gemeinde Am Mellensee aus. Einen Monat lang können interessierte Bürger die Unterlagen einsehen und Stellungnahmen dazu abgeben.

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Für den neuen Rewe-Markt in Sperenberg müssten diese Häuser an der Trebbiner Straße weichen.

Quelle: foto: frank Pechhold

Sperenberg. Der Bebauungsplan für den neuen Rewe-Markt in Sperenberg und drei Gutachten zu dem Projekt liegen seit Dienstag im Rathaus der Gemeinde Am Mellensee aus. Einen Monat lang haben interessierte Bürger nun die Möglichkeit, die Unterlagen während der Sprechzeiten einzusehen und Stellungnahmen abzugeben.

Investor plant Abriss von Häusern

Investor ist Klaus Off. Die von ihm vertretene Firma Objekt Sperenberg GmbH & Co. KG mit Sitz im bayerischen Königsbrunn will vier Millionen Euro in den Neubau investieren. Während die Befürworter – allen voran Bürgermeister Frank Broshog (parteilos) – mit dem neuen Markt die Nahversorgung dauerhaft gesichert sehen, stehen einige Bürger und Gemeindevertreter dem Projekt äußerst kritisch gegenüber. Drei alte Wohnhäuser an der Trebbiner Straße 3-4 müssten für den Neu-Markt mit vorgelagertem, 67 Meter breitem Parkplatz weichen. Damit würden sich laut Ansicht der Gegner das Dorfbild und der historisch gewachsene Ortskern verschlechtern.

Mehr Verkaufsfläche geplant

Diese Befürchtungen teilen die Experten der Leipziger BBE Handelsberatung GmbH nicht. In ihrem Gutachten analysieren sie die städtebaulichen und raumordnerischen Auswirkungen der Verlagerung des alten Rewe-Marktes an den neuen Standort. Dort kann man den Kunden ein Vollsortiment auf einer Verkaufsfläche von 1750 statt wie bisher 1103 Quadratmetern anbieten. Voraussichtlich kommen täglich 1560 Kunden (bisher 1080) in den Markt und kaufen durchschnittlich Waren im Wert von 12,57 Euro. Deshalb könnte der Jahresumsatz von 3,86 auf 5,6 Millionen Euro steigen. Abzuwarten bleibt, wie lange der Aufwärtstrend angesichts der Einwohnerentwicklung in der Gemeinde Am Mellensee anhält. Anfang 2016 lebten dort 6411 Menschen. 2030 sollen es nur noch 5500 sein. Deshalb dürfte sich der Konkurrenzkampf zwischen allen ansässigen Märkten und Einzelhändlern extrem verschärfen.

1400 Autos, fünf Lkws am Tag

Mit dem Lärmschutz befasst sich das Gutachten des Planungsbüros Altenberge aus Senden (Westfalen). Untersucht wurden auch mögliche Belastungen für die Anwohner, die von den 80 Pkw-Stellplätzen und Lkw-Lieferfahrten ausgehen. Voraussichtlich parken täglich 1400 Autos am neuen Rewe-Markt. Das sind rund 350 mehr als am alten. Laut Gutachten fahren höchstens fünf Lkw pro Tag den Markt an, und zwar in der Regel zwischen 6 und 18 Uhr. Abschließend kommen die Experten zu dem Schluss, dass „gegen das Bauvorhaben . . . unter Berücksichtigung der Planvorgaben . . . aus schalltechnischer Sicht keine Bedenken“ bestehen.

Mehrere Bäume sollen gefällt werden

Ein von der Luckenwalder IDAS Planungsgesellschaft erstelltes Gutachten beschäftigt sich mit den Folgen des Bauvorhabens für die Umwelt. Ausgangspunkt ist, dass für Rewe-Markt, Parkplatz und Zufahrten eine insgesamt 4380 Quadratmeter große Fläche versiegelt wird. Weiter sollen vier Linden, eine dreistämmige Hainbuche und drei Kastanien gefällt werden. Um das alles auszugleichen, müssen entweder eine 4380 Quadratmeter große, versiegelte Fläche zurückgebaut oder 87 Laubbäume gepflanzt werden. Auf dem Baufeld ist nur Platz für 17 neue Bäume. Folglich ist die Gemeinde aufgefordert, weitere Standorte für Ersatzpflanzungen zu bestimmen.

Hintergrund

Eröffnet wurde der von Susanne Hube betriebene Rewe-Markt 1996. Acht Jahre später wurde der Getränkemarkt angebaut. Die Verkaufsfläche des Lebensmittelmarktes beträgt 703, die des Getränkemarktes 400 Quadratmeter.

Anfangs waren rund 7500 verschiedene Artikel im Angebot, aktuell sind es 15 000. Um dieses Sortiment vernünftig präsentieren oder gar noch erweitern zu können, wird dringend mehr Platz gebraucht. Deshalb soll ein neuer Markt gebaut werden.

Ein Neubau würde es ermöglichen, gerade älteren Kunden mit breiteren Gängen und niedrigeren Regalen das Einkaufen zu erleichtern. Auch ein Sitzbereich neben der „Lila Bäcker“-Filiale und ein Kunden-WC könnten dann eingerichtet werden.

Von Frank Pechhold

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