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Teltow-Fläming Riesiger Investionsstau in der Gemeinde
Lokales Teltow-Fläming Riesiger Investionsstau in der Gemeinde
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01:16 16.07.2018
Fünf Abende lang waren die Gemeindevertreter Anfang Juni auf Dörfertour. Hohenahlsdorf war dabei die erste von 23 Stationen. Quelle: Uwe Klemens
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Der Optimismus, mit dem sich die Gemeindevertreter der Gemeinde Niederer Fläming vor wenigen Wochen gemeinsam auf Rundfahrt durch alle 23 Ortsteile begaben, ist verflogen. Auf der jüngsten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses präsentierte dessen Vorsitzender Uwe Gottwald (fraktionslos) die Bilanz der auf fünf Abende verteilten, insgesamt 170 Kilometer langen Tour.

Drei Schwerpunkt-Felder machen am meisten zu schaffen

„Große und kleine Probleme gibt es überall, unterm Strich haben wir drei Schwerpunkte erkannt, die für jeden Ort gelten“, fasst Gottwald zusammen. „Erstens: Der Zustand der Straßen inklusive der meisten Gehwege ist katastrophal. Weiter Flickschusterei zu betreiben, ist wenig sinnvoll. Doch die notwendige, grundhafte Sanierung können weder die Gemeinde, noch die Anwohner, die dafür zwischen 70 und 90 Prozent Anliegerbeitrag zahlen müssten, nicht stemmen“, beschreibt Gottwald als das augenfälligste Problem.

Als krasse Beispiele nennt Gottwald die holprige Kopfsteinpflaster-Piste rund um den Borgisdorfer Anger und die Dorfstraße in Herbersdorf. „Mindestens 500.000 Euro würde alleine hier die Sanierung kosten. In Borgisdorf müssten wir vorab festlegen, welche der beiden Seiten Durchfahrts- oder Anliegerstraße wird, woraus sich der Prozentsatz des Anlieger-Beitrags ergibt. Bei den wenigen Anwohnern sie das keinem zumuten.“

Löschwasserversorgung und Gemeindehäuser machen Sorgen

Auch den Zustand der Löschwasserversorgung findet Gottwald katastrophal. „Das Amt ist da dran, ich weiß, aber das reicht nicht. Für viele Dörfer kann man derzeit, sollte es dort brennen, nur schwarzsehen“, zeigt sich der Ausschussvorsitzende resigniert.

Das dritte Problemfeld ist der Zustand der Gemeindehäuser. Selbst für das mit jährlich 140 Nutzungen gut ausgelastete Gemeindehaus in Welsickendorf hat die Gemeinde kein Geld. „Das Asbestdach muss dringend gemacht werden und einen Teil der Räume wollen wir zu Sanitär- und Versammlungsraum für die Feuerwehr ausbauen. Die Fördermittel, die es dafür gäbe, können wir aber nicht abrufen, weil wir den Eigenanteil einfach nicht gebrezelt kriegen“, so Gottwald, der den Gesamtzustand einen „riesigen Investitionsstau“ nennt.

Bürgermeister fordert Hilfe von Amt, Kreis und Land

Das Entsetzen über die Lage teilt auch Bürgermeister Matthias Wäsche (parteilos). „Die Gemeinderundfahrt hat in beeindruckender und zugleich erschreckender Weise den Investitionsstau aufgezeigt. Nahezu in allen Ortsteilen sind Investitionen in Straßen und Gehwegen, in Dorfgemeinschaftshäuser und in die Dorfteiche notwendig. Drei davon werden dieses und nächstes Jahr saniert. Dafür stehen Mittel ohne Eigenanteil der Gemeinde zur Verfügung. Danach schauen wir, ob wir an dem Konzept, Teiche in Biotope umzuwandeln, weiter festhalten oder nach anderen Lösungen suchen müssen“, so Wäsche, der beim Thema Löschwasserversorgung das Amt Dahme in der Pflicht sieht. „Ich rufe das Amt, den Landkreis und das Land auf, Gemeinden wie die Gemeinde Niederer Fläming noch intensiver finanziell zu unterstützen beziehungsweise zu entlasten und so den ländlichen Raum nachhaltig zu stärken.“

Von Uwe Klemens

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