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Teltow-Fläming Rocher: Bürger sollen über S-Bahn abstimmen
Lokales Teltow-Fläming Rocher: Bürger sollen über S-Bahn abstimmen
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02:15 14.04.2017
Neben der S-Bahn wurde beim MAZ-Leserfrühstück in Rangsdorf auch über Ordnung und Sicherheit diskutiert.
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Rangsdorf

Zur Bundestagswahl am 24. September sollen die Rangsdorfer nicht nur den nächsten Kanzler mitbestimmen, sondern auch ein Votum zur S-Bahn abgeben. Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) möchte den Wahltermin für eine Bürgerbefragung nutzen, kündigte er beim MAZ-Leserfrühstück am Dienstag im Südring-Center an.

Das Thema S-Bahn dominierte die Runde wie kein anderes. Was sicher auch daran lag, dass der Verein Bisar, der sich seit 2002 für die S-Bahn-Verlängerung stark macht, mit vier Mitgliedern vertreten war. Auch Clemens Wudel, der seit dem vorigen Jahr mit mehreren medienwirksamen Aktionen auf das S-Bahn-Thema aufmerksam gemacht hat, diskutierte mit.

Bisar fordert: Land soll endlich anfangen zu planen

Damit das Thema S-Bahn nach Rangsdorf in den künftigen Nahverkehrsplanungen des Landes eine Rolle spielt, dürfe die Gemeinde jetzt keine Fehler machen. Rainer Pannier, der frisch wiedergewählte Bisar-Vorsitzende, warnte davor, die Fläche des früheren und möglicherweise künftigen S-Bahnsteigs mit Parkplätzen zu bebauen. „Das wäre ein fatales Signal an das Land“, sagte Pannier. Holger Lademann, stellvertretender Bisar-Vorsitzender und langjähriger Beigeordneter in der Kreisverwaltung, appellierte an das Land: „Dort muss man endlich anfangen zu planen – mit konkreten Trassen und definierten Kosten.“ Klaus Müller, Anwohner aus Rangsdorf, steuerte noch eine außergewöhnliche Idee für die derzeitige Freifläche am Bahnhof bei:. „Warum stellt man dort nicht einen alten S-Bahnwagen auf. Dort könnte man einen Fahrkartenverkauf und einen Imbiss einrichten.“

Aus Sicht von Bürgermeister Klaus Rocher gibt es zwei gewichtige Argumente für die S-Bahn. Das eine ist die Wirtschaft. „Rolls-Royce ist unser wichtigster Verbündeter“, sagte er. Rund 2000 Beschäftigte, die zum großen Teil aus Berlin jeden Tag zu einem der wichtigsten Unternehmen des Landes fahren, könne die Landesregierung nicht auf Dauer ignorieren. „Das Land muss investieren. Dann wird das Land merken, dass es etwas davon hat“, sagte er.

S-Bahn soll Rangsdorfs Straßen entlasten

Das zweite Argument betrifft den Verkehr in Rangsdorf. Mit mehr als 10 000 Fahrzeugen täglich nimmt die Kienitzer Straße den Verkehr einer gut befahrenen Landesstraße auf – ist aber eine Gemeindestraße und dazu noch in schlechtem Zustand. Eine S-Bahn könnte viele Pendler zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen, ist sich Rocher sicher. Leider gehe das Land in seinen Prognosen davon aus, dass die Einwohnerzahl Rangsdorfs in den kommenden Jahren sinkt, was die Verlängerung der S-Bahn schwieriger macht.

Ein weiteres Argument stammte von Ranier Pannier. Er befürchtet, dass mit dem Ausbau der Dresdner Bahn die Fernzüge und der Shuttle zum Flughafen BER Vorrang auf den Gleisen haben könnten. Schlimmstenfalls fahren künftig weniger Züge als bisher von und nach Rangsdorf. Eine S-Bahn auf eigenen Gleisen würde dieses Problem umgehen.

Tassilo Soltkahn, Vorsitzender der Rangsdorfer CDU, stellte in diesem Zusammenhang die Frage nach den Grenzen der Entwicklung: „Viele ältere Rangsdorfer erkennen ihren Ort schon jetzt nicht mehr wieder. Es gibt Menschen, die Angst vor unkontrolliertem Wachstum haben.

Müll, Vandalismus und parkende Autos ärgern viele Anwohner

Schon jetzt hat Rangsdorf mit den Folgen zu kämpfen. Klaus Müller ärgert sich über zugeparkte Straßen rund um das Strandbad – vor allem in den Sommermonaten. Wenn parallel noch Veranstaltungen auf dem Sportplatz an der Birkenallee stattfinden, sei es besonders schlimm. Soltkahn sagte, dass der Sportplatz dort keine Zukunft habe. In Zukunft wolle die Gemeinde die Sportflächen auf dem Bücker-Gelände konzentrieren. Die Seebadallee soll zur Flaniermeile werden – mit attraktiven Geschäften und ausreichend Parkplätzen für die Autos.

Zu einem attraktiven Ort gehört für Bärbel und Heinz Treptow auch Sauberkeit. Das Ehepaar, das in der Nähe des Bahnhofs wohnt, ärgert sich über Müll und Vandalismus. „Es ist schlimm, wie es da oft aussieht“, findet das Ehepaar. Bürgermeister Klaus Rocher kennt die Klagen. Er würde sein Ordnungsamt gerne öfter dort kontrollieren lassen, doch das Gelände gehört der Deutschen Bahn. Diese lasse die Graffiti zwar regelmäßig überpinseln, doch nach kurzer Zeit ist alles wieder beschmiert. Ab und zu gelinge es, die Täter zu fassen, sagt Rocher: „Wenn wir jemanden erwischen, dann stellt die Gemeinde Anspruch auf Schadenersatz.“

Von Christian Zielke

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