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Teltow-Fläming Roggenernte wie vor 100 Jahren
Lokales Teltow-Fläming Roggenernte wie vor 100 Jahren
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05:05 01.08.2016
Frontmann Werner Bellin (r.) und seine Helfer holten den Roggen wie früher per Handarbeit mit der Sense vom Feld. Quelle: Elinor Wenke
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Blankensee

Aufsehen erregten die Mitglieder der Blankenseer Dorfgemeinschaft am Sonntagmorgen an der Straße zwischen Blankensee und Glau. Sie hatten zur traditionellen Roggenernte auf dem „Kapellenschlag“ eingeladen, aber nicht mit Mähdrescher und Hightech, sondern wie vor 100 Jahren mit Sense und Leiterwagen. So mancher neugierige Autofahrer stellte sich dann auch als Zaungast ein.

Seit 1995 wird diese Tradition gepflegt. „Wir wollen nach Altväterart die Ernte einbringen und an die schwere Arbeit damals auf dem Lande erinnern“, begrüßte der Leiter des Bauernmuseums, Karsten Bartoll, das gute Dutzend Freiwillige. „Unser Vorhaben ist ein Kompromiss“, räumte Bartoll ein. Zum einen hätten die Schnitter von damals um 9 Uhr, dem Treffpunkt, die Arbeit wegen der Hitze schon hinter sich gehabt. Zum anderen seien die Sensen heutzutage nicht auf die Personen zugeschnitten, so dass ein optimales Mähen nicht möglich sei. „Aber wir streben nicht nach Perfektion“, sagte Bartoll, „uns geht es um die Traditionspflege und den Spaß.“

Grit Langkammer, Heike Arndt und Evelyn Liebner (v. l.) banden die Halme zu Garben zusammen. Quelle: Elinor Wenke

So sieht es auch Evelyn Liebner. Die Leiterin der Blankenseer Kita ist schon von Beginn an dabei und war mit traditioneller Leinenbluse, Rock und weißem Hegeländer gekommen. „Zum einen geht es um die Traditionspflege, zum anderen will ich mich mit dem Hut vor der Sonne schützen“, sagte sie. Auch Heike Arndt kam in bäuerlicher Tracht, die sie aus der Luckenwalder Nähstube des Vereins „Neue Sozialarbeit Brandenburg“ hat.

Dietmar Hausding chauffierte in bewährter Weise den Traktor und Schnitt-Experte Werner Bellin verpasste dem einen oder anderen noch einen Schnellkurs für den Umgang mit der Sense. „Ich war elf Jahre alt, als mein Vater mir das Mähen beibrachte“, erzählte er. Werner Bellin gab als Frontmann dann auch auf dem Feld den Takt an.

Lenny Borchert (l.) und Jannes Langkammer waren mit sieben Jahren die jüngsten Erntehelfer. Quelle: Elinor Wenke

Bislang hatte der Landwirt Karl-Ludwig Syring jeweils eine Getreidefläche für die Anno-dazumal-Ernte zur Verfügung gestellt. „Diesmal können wir eine drei Hektar große Fläche der Agrargenossenschaft Trebbin (Agt) nutzen“, erklärte Bartoll. Gemäht wurden per Hand rund 300 Quadratmeter. „Die Halme stehen recht dünn auf dem Sandboden, das macht sich ganz gut“, urteilte Werner Bellin. Außerdem war es diesmal nicht so heiß wie im vergangenen Jahr. Während die Männer die Sense schwangen, banden die Frauen nach alter Tradition die Halme zu Garben zusammen.

Auch Gäste aus Beelitz und Schiaß waren dabei

Zu den jüngsten Helfern zählten Lenny Borchert (7) und Jannes Langkammer (7), der mit seinen Eltern Grit Langkammer und Roland Schubert gekommen war. Die Kinder tobten nach Herzenslust zwischen den Halmen herum und genossen das Spiel unter freiem Himmel. Aus dem älteren Semester hatten sich erstmals Inge (81) und Reinhard (82) Bernau aus Beelitz dazugesellt. „Ich bin Landwirtin mit Leib und Seele und sehe mir das heute gern an“, sagte Inge Bernau. Die Eheleute betreiben noch heute eine kleine Landwirtschaft und versorgen sich zu 50 bis 60 Prozent selbst.

Helmut Glasing aus Schiaß mäht selbst noch jeden Tag auf seinem Grundstück. Das Treiben in Blankensee schaute er sich zum ersten Mal an. Auch neugierige Städter waren gekommen. Brigitte und Egon Schulze aus Luckenwalde waren fasziniert. „Ich bin in Jänickendorf groß geworden, aber mähen habe ich nie gelernt“, sagte der Senior voller Respekt vor der Handarbeit. Gedroschen wird das Korn am 18. September beim Blankenseer Backofenfest – ebenfalls traditionell mit dem Dreschflegel.

Von Elinor Wenke

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