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Rolls-Royce investiert in Dahlewitz

Trent XWB Flugzeugmotoren Rolls-Royce investiert in Dahlewitz

Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat am Montag angekündigt, eine neue Produktion für Großtriebwerke in Dahlewitz aufzubauen. Bislang wurden die Flugzeugmotoren der Reihe Trent XWB nur im englischen Derby hergestellt. Weil die Nachfrage so groß ist und Bestellungen für 1500 Triebwerke vorliegen, soll das Werk in Dahlewitz die Kollegen in Derby entlasten.

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Nicole Fehr ist eine von vier neuen Geschäftsführern von Rolls Royce Deutschland.

Quelle: Christian Zielke

Dahlewitz. Technik „Made in Dahlewitz“ wird künftig weltweit im Einsatz sein. Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat am Montag angekündigt, eine neue Produktion für Großtriebwerke in Dahlewitz aufzubauen. Bislang wurden die Flugzeugmotoren der Reihe Trent XWB nur in dem Werk im englischen Derby hergestellt. Weil die Nachfrage so groß ist und Bestellungen für 1500 Triebwerke vorliegen, soll das Werk in Dahlewitz die Kollegen in Derby entlasten.

Zur Höhe der Investition wollte sich das Unternehmen noch nicht äußern. „Es ist derzeit schwierig, das in Zahlen zu fassen“, sagte Unternehmenssprecher Stefan Wriege. Man beginne damit, die Infrastruktur in der 2014 eröffneten Halle aufzubauen, gleichzeitig müssen die Beschäftigten auf die neue Produktionslinie umgeschult werden. Frühestens 2017 wird das erste Großtriebwerk das Werk in Dahlewitz verlassen.

Entwicklungsingenieur Stephan Rogge (l) zeigt den Arbeitsplatz der Zukunft mit 3D-Brille, die einen Blick ins Triebwerk möglich macht

Entwicklungsingenieur Stephan Rogge (l.) zeigt den Arbeitsplatz der Zukunft mit 3D-Brille, die einen Blick ins Triebwerk möglich macht.

Quelle: Christian Zielke

Schon jetzt sei das XWB, wie es etwa im Airbus A350 zum Einsatz kommt, das effizienteste der Welt, sagt Nicole Fehr. Die 44-Jährige ist seit April eine von vier Geschäftsführern bei Rolls Royce in Deutschland. Der bisherige Geschäftsführer Rainer Hönig hatte das Unternehmen im März verlassen. Das befindet sich derzeit in einer Umbauphase. „Die Strukturen sollen schlanker und simpler werden“, sagt Nicole Fehr. Dazu wurden verschiedene Leitungsebenen abgeschafft. „Ziel ist es, dass der einzelne Mitarbeiter näher an der Führung ist“, sagt die neue Geschäftsführerin.

Als Nicole Fehr vor 20 Jahren als Industriekauffrau in Dahlewitz begann, ahnte sie nicht, dass sie einmal in die oberste Etage aufsteigen würde. „Es fühlt sich cool an“, sagt sie. In Dahlewitz leitet sie künftig die Entwicklung der übernächsten Generation von Triebwerken, die erst in zehn oder fünfzehn Jahren marktreif sind, dafür aber deutlich sparsamer und leiser als heute.

Triebwerke vom Typ XWB werden künftig in Dahlewitz gebaut

Triebwerke vom Typ XWB werden künftig in Dahlewitz gebaut.

Quelle: Christian Zielke

Schon jetzt macht sich die sinkende Nachfrage bei den Triebwerken der früheren Generationen bemerkbar. Das 1996 entwickelte BR 710-Triebwerk war lange einer der wichtigsten Umsatzbringer, nun gehen die Zahlen zur

Mit der neuen Produktionslinie möchte das Unternehmen auch neue Wege der Fertigung gehen. Das Zauberwort heißt Smart Factory. Einen Einblick gibt es an einer Powerwall, wo man mittels eines Projektors und einer 3D-Brille nicht nur in ein virtuelles Triebwerk hineinschauen, sondern auch Teile aus- und umbauen kann – theoretisch von jedem Ort auf der Welt aus. „Wir wollen Daten in Informationen und Wissen umleiten“, sagt Nicole Fehr. Vernetzung spiele eine immer größere Rolle.

Hintergrund

Seit April hat Rolls Royce Deutschland eine neue Unternehmensspitze, die aus vier Geschäftsführern besteht. Der bisherige Geschäftsführer Rainer Hönig ist nach einem Jahr ausgeschieden.

Alastair McIntosh leitet den Bereich Ingenieurwesen.

Nicole Fehr ist zuständig für Zukunftsprogramme.

Paul O’Neil und Holger Cartsburg führen die Abteilungen Fertigung, Test und Montage.

Im dritten Quartal dieses Jahres soll der neue Prüfstand für Flugzeuggetriebe in Dahlewitz fertiggestellt werden.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) lobte die Vorreiterrolle von Rolls Royce bei der Digitalisierung, für die die Zusammenarbeit mit der Universität Cottbus-Senftenberg eine wichtige Rolle spielt. „Die Landesregierung wird Rolls Royce auch in Zukunft nach allen Kräften unterstützten“, versprach Gerber.

Dazu könnte auch eine Verlängerung der S-Bahn nach Rangsdorf mit Halt nahe des Dahlewitzer Gewerbegebiets gehören, die so intensiv im Gespräch ist wie lange nicht. Die Initiative dazu ging von Rolls Royce aus. Das Unternehmen mit seinen 2300 Beschäftigten führt schon seit einiger Zeit Gespräche mit der brandenburgischen Landesregierung und dem Berliner Senat, wo man nicht abgeneigt scheint. Teltow-Flämings Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) hält die S-Bahn-Verlängerung für ein wichtiges Infrastrukturprojekt. „Wir unterstützen das Vorhaben, wo wir können“, so Wehlan. Die Entscheidung, eine neue Produktion in Dahlewitz aufzubauen, sein ein guter Tag für Teltow-Fläming. Mit seiner kulturellen Vielfalt und den Menschen aus mehr als 50 Nationen, die in Dahlewitz gemeinsam arbeiten, sei Rolls Royce ein wichtiges Vorbild, so Wehlan.

Von Christian Zielke

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