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Romantikkonzert mit Hobbymusikern

Großbeeren Romantikkonzert mit Hobbymusikern

Musik aus der Romantik stand am Sonnabend auf dem Programm in der Großbeerener Schinkelkirche. Chirstoph Förste und Torsten Glas spielten unter anderem vertonte Gedichte von Clemens Brentano und Achim von Armin. Die Musik ist für die beiden Musiker nur noch ein Hobby, auch wenn sie es auf die Musikhochschule geschafft hätten

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Torsten Glas und Christoph Förste (v.l.) bei ihrem Konzert in Großbeeren.

Quelle: Krischan Orth

Großbeeren. Am Sonnabend gab ein besonderes Duo in der Großbeerener Schinkelkirche ein Konzert. Christoph Förste und Torsten Glas boten musikalische Sentenzen aus der Romantik. Auch wenn Orgel und Gesang ihre Leidenschaft darstellen: beruflich sind sie als Physiker und Zahnarzt tätig.

Bei ihrem Auftritt brachten sie unter anderem Gedichte von Achim von Armin oder Clemens Bretano mit Musik von Peter Cornelius zu Gehör. Glas sang in Bariton, Förster begleitete mit der Orgel. Eingespielt sind die beiden Hobbymusiker bereits seit 30 Jahren. Zehn bis 15 Konzerte bestreiten sie jährlich.

Zahnmedizin statt Musikhochschule

Torsten Glas hatte bereits seit seinem sechsten Lebensjahr Klavierunterricht. In der Familie wurde gemeinsam musiziert. Mit 14 Jahren kam das Singen hinzu. Nach dem Abitur bewarb sich Glas an der Leipziger Musikhochschule – und bestand die Aufnahmeprüfung. Am Scheideweg zum Berufsmusiker entschied sich der Leipziger dann aber doch für die Zahnmedizin. „Wenige, die eine Musikhochschule absolvieren, können tatsächlich auch von der Musik leben“, erklärt er.

Während des Studiums hat er Christoph Förste kennengelernt. Gemeinsam haben sie sich ein Repertoire erarbeitet. „Das ist beschränkt“, sagt Förste, da sie neben ihren Berufen nicht jeden Tag üben können. Er hat auf zahlreichen Orgeln gespielt, ist mit Kirchenmusik aufgewachsen. Mit 13 Jahren begann er, Orgel zu spielen. „Das Klavier wurde mir irgendwann zu langweilig“, sagt er. Er fühle sich beim Orgelspiel wohler.

Kircheninstrumente zeigen den Zeitgeist

So stellt er einige Besonderheiten an der Großbeerener Orgel fest. „Jede Orgel ist anders“, erläutert Förste. Besonders in Klang und Anschlag. In dem Kircheninstrument spiegeln sich der Zeitgeist und die Musikgeschichte wider. Die Großbeerener Orgel wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. „Sehr füllig“ beschreibt Förste den Ton. Die Differenzierung lauter und leiser Töne könne man mit Orgeln dieser Jahrgänge gut hervorheben. Darauf sei bei der Fertigung geachtet worden. Ältere Orgeln haben allerdings einen anderen Klang. Statt satter Akkorde kommt es eher auf den einzelnen Ton an. Orgeln aus dem 18. Jahrhundert hätten ein anderes musikalisches Konzept, sagt er. Bei dem Bau der Orgel achtete man auf die Möglichkeit, verschiedene Instrumente durch vielfache Register nachzuempfinden. „Im 20. und 19. Jahrhundert bildete man Sinfonieorchester ab“, sagt der Organist. Max Reger lasse sich auf der Großbeerener Orgel sehr gut spielen, Johann Sebastian Bach sei auf einer älteren Orgel vorzuziehen.

Auch Förste hatte mit dem Gedanken gespielt, seine musikalische Leidenschaft zum Beruf zu machen. Als Kirchenmusiker hätte er sich aber nicht nur ausschließlich seinem Lieblingsinstrument widmen können. Für beide ist es ein Hobby geblieben. Das war zu Zeiten romantischer Komponisten nicht unüblich. Viele Stücke, wie von Robert Schumann, wurden für den Hausgebrauch geschrieben.

Von Krischan Orth

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