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Rotkäppchen fantasievoll

Ludwigsfelder Amateurtheater Amalu Rotkäppchen fantasievoll

So wie am Sonnabend im Ludwigsfelder Klubhaus war das Grimm’sche Märchen vom Rotkäppchen noch nie zu sehen: Das Amateur-Theater Amalu hat die Originalgeschichte um einige Verwicklungen reicher gemacht, zum Beispiel um einen Fuchs, der mit dem Wolf unter einer Decke steckt. Für kommende Aufführungen suchen die Laien übrigens noch Verstärkung.

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So wie am Sonnabend in Ludwigsfelde war „Rotkäppchen“ noch nie zu sehen.

Quelle: Foto: Stephan Laude

Ludwigsfelde. Die Tiere im Wald, das seien doch alles ihre Freunde, war Rotkäppchen überzeugt und schlug die Warnungen des Holzmichels fröhlich in den Wind. Auch die der anderen Tiere, von denen der Fuchs – wie sich herausstellte – auch noch mit dem gefürchteten Wolf unter einer Decke steckte.

„Rotkäppchen“, eines der populärsten Märchen der Gebrüder Grimm, hat in der Fassung des Ludwigsfelder Amateurtheaters Amalu also Erweiterungen erfahren, und zwar durch Stefan Heicking. Der Autor führte auch Regie und spielte selbst mit. Heicking hat seine Ergänzungen sehr behutsam vorgenommen. Wenn einem das Original nicht vertraut wäre, könnte man meinen, der Holzmichel, Fuchs, Bär, Maus, Hase und Igel gehörten schon immer dazu. Viele Ideen zu der Inszenierung entstanden aber erst während der Proben. Die Großmutter (Katrin Fischer) griff, nachdem sie und Rotkäppchen (Birgit Glania) aus dem Dunkel des Wolfsleibs befreit waren, beherzt zu Nadel und Faden, um die von der Enkelin herangeschleppten schweren Steine fachgerecht einzunähen. Und sie trank, anders als bei den Grimms, den Wein nicht allein – ein sehr sozialer Zug.

Das Stück wurde am Sonnabend zweimal im Vestibül des Ludwigsfelder Klubhauses aufgeführt und mit viel Beifall bedacht. Die Karten waren schon im November ausverkauft. „Wir hätten auch den großen Saal füllen können“, sagte der Vorsitzende des Vereins Amalu, Herbert Thoma, der bei „Rotkäppchen“ den Wolf spielte, „aber das hätte zu viel Miete gekostet.“ Der Verein hatte das Stück zuvor in Berlin gezeigt, in einem Flüchtlingsheim in Moabit. Dabei stellte sich heraus: Das Märchen ist sogar in Syrien bekannt. In Berlin wurde das Ensemble auch wieder von Bärbel Retemeyer besucht. Das hat sie sich auch mit ihren 81 Jahren nicht nehmen lassen. Die damalige Dramaturgin vom Maxim Gorki Theater war 1980 nach Ludwigsfelde geholt worden, um das gerade gegründete Amateurtheater des Automobilwerks zu betreuen. Als künstlerische Leiterin hat sie dort 47 Stücke inszeniert.

Mit den beiden Vorstellungen am Sonnabend ist die diesjährige Saison zu Ende gegangen. 2016 wird an verschiedenen Orten erneut die Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Josef Kesselring gespielt. Ein Weihnachtsstück werde es auch wieder geben, sagte Herbert Thoma. Es sind sogar schon Aufführungstermine vereinbart worden – aber was gespielt wird, das steht noch nicht fest. Wer dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen, die Truppe braucht Verstärkung. Geprobt wird jeden Donnerstag um 18 Uhr. Gesucht werden nicht zuletzt junge Leute. Denn ohne sie ist es sehr schwierig, die Rollen von Prinzessinnen und Prinzen zu besetzen.

Von Stephan Laude

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