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Teltow-Fläming Rotmilan stoppt Windrad in Niedergörsdorf
Lokales Teltow-Fläming Rotmilan stoppt Windrad in Niedergörsdorf
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05:55 15.04.2016
Das Plangebiet für den Windpark Malterhausen liegt westlich von Lindow. Quelle: Josefine Sack
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Niedergörsdorf

Die Vertreter der Gemeinde Niedergörsdorf haben bei ihrer Sitzung am Mittwochabend beschlossen, den Bebauungsplan (B-Plan) Nummer 12 zum „Windpark Malterhausen“ erneut öffentlich auszulegen. Von den insgesamt 17 anwesenden Mandatsträgern stimmten 16 mit „ja“. Lediglich Jens Günther von der Bürgergemeinschaft der Gemeinde Niedergörsdorf enthielt sich. Er sei „persönlich betroffen“, begründete er gegenüber der MAZ im Anschluss an die Sitzung. Günther gehören Flächen, die sich im Planungsgebiet befinden.

Zahlen und Fakten

Seit dem Jahr 2000 besteht am nordwestlichen Rand der Gemeinde Niedergörsdorf der schrittweise errichtete Windpark Lindow-Malterhausen. Damals entstanden dort 31 Windkraftanlagen. Mittlerweile stehen im Windeignungsgebiet 29 des Regionalplans mehr als 100 Windräder.

Der geplante neue Windpark Malterhausen liegt im nordwestlichen Bereich der Gemeinde in den Gemarkungen Danna und Malterhausen. Der Entwurf des B-Plans war bereits im vergangenen August für einen Zeitraum von vier Wochen öffentlich ausgelegt worden. Die Gemeinde ist nach dem Baugesetzbuch verpflichtet, die Öffentlichkeit über die Entwürfe der Bauleitpläne zu unterrichten und sie am Planungsprozess zu beteiligen.

Erneute Offenlegung muss sein

Aufgrund der eingegangen Stellungnahmen haben sich in dem aktuellen Beteiligungsverfahren erhebliche Änderungen für den B-Plan ergeben. Eine erneute Offenlegung sei daher notwendig, informierte Bauamtsleiterin Claudia Neumann. Statt der zuletzt geplanten acht Anlagen sieht der überarbeitete Entwurf derzeit nur noch sieben Windräder in dem Planungsgebiet vor. Das Landesumweltamt hatte zuvor darauf hingewiesen, dass auf einer der acht Bauflächen der Rotmilan beheimatet ist.

Vogelschutz hat Priorität

Der Vogel steht unter besonderem Schutz. Er wurde 2002 in die Liste gefährdeter Brutvögel in Deutschland aufgenommen. Mit Verweis auf das sogenannte „Helgoländer Papier“ der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten, das bestimmte Mindestabstände zwischen Windrädern und seltenen Vogelarten empfiehlt, wurde das entsprechende Gebiet aus dem B-Plan gestrichen. Für eine weitere Baufläche mussten zudem die Zuwege angepasst werden, weil dort der Bergmolch lebt. Der Lurch gilt laut Bundesartenschutzverordnung als „besonders geschützt“.

Windräder dürfen 208 Meter hoch sein

Auch die Betreiber der geplanten Windräder, die Unternehmensgruppe Umweltgerechte Kraftanlagen Cottbus sowie die Energiequelle GmbH, konnten eine Änderung im B-Plan erwirken: Zuletzt waren Anlagen mit 200 Metern vorgesehen. Der aktuelle Entwurf erklärt nun eine Gesamthöhe von 208 Metern für zulässig.

Von Josefine Sack

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