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18:04 12.02.2019
In Berlin erhielt Rudolf Thome am Montagabend den Ehrenpreis des Verbandes der deutschen Filmkritik, Serpil Turhan (l.) hielt eine Laudatio. Quelle: Karen Grunow
Niendorf/Berlin

Gleich zwei besondere Filmpreise gingen am Montagabend nach Niendorf: der Ehrenpreis des Verbands der deutschen Filmkritik (VDFK) an den in Niendorf lebenden Regisseur Rudolf Thome und der VDFK-Preis an den besten Kinderfilm für die vor Ort gedrehte Geschichte „Die Königin von Niendorf“. Thomes Tochter Joya hatte diesen Film 2016 auf dem Bauernhof ihres Vaters gedreht.

Zur Preisverleihung im Rahmen der Berlinale im „Roadrunner’s Paradise Club“ in Berlin-Prenzlauer Berg brachte Joya Thome auch ihre Hauptdarstellerin Lisa Moell und Philipp Wunderlich, ihren Drehbuch-Co-Autor, mit. Ihr gelinge es, „die authentische Lebenswirklichkeit einer heutigen Kindheit transparent zu machen“, begründete die Jury ihre Entscheidung für Joya Thomes Film. Selbstbewusst wie beiläufig hebe sich ihre Erzählung von einem Kindersommer in Brandenburg vom Kanon deutscher Hochglanz- und Bestsellerkinderfilme ab. Überdies, sagte Laudatorin Britta Schmeis von Spiegel online, begeistere „Die Königin von Niendorf“ mit „einem außergewöhnlichen Kindercast, allen voran der völlig umwerfenden Lisa Moell“.

Joya Thome (r.) erhielt den Preis für den besten Kinderfilm; sie kam mit Hauptdarstellerin Lisa Moell (Mitte vorn), Loretta Stern (l.) überreichte den Preis, Co-Autor Philipp Wunderlich (2.v.l.) war auch dabei. Quelle: Karen Grunow

Auf der Bühne neben Moderatorin Loretta Stern erinnerte Joya Thome sich dann, wie es überhaupt zu der Idee für den Film kam: Sie habe für eine andere Regisseurin vor einigen Jahren ein Casting mitbetreut und dort Lisa Moell erlebt. Und sofort gewusst, dass sie mit diesem Mädchen selbst mal einen Film machen möchte. Mittlerweile ist „Die Königin von Niendorf“ auf zahlreichen Festivals gelaufen und hat auch schon viele Preise eingeheimst.

Doch der VDFK-Preis ist etwas Besonderes, wird vergeben von renommierten Filmjournalisten, -wissenschaftlern und -historikern, eben versierten Cineasten, die das Kino lieben und sich ihren Geschmack nicht von Besucherzahlen und wirtschaftlichen Zwängen diktieren lassen. Zu weiteren Preisträgern des Abends gehörten unter anderem Josef Bierbichler, der für das Drehbuch seines Films „Zwei Herren im Anzug“ ausgezeichnet wurde, sowie „Das unmögliche Bild“ von Sarah Wollner, prämiert als bester Spielfilm und für die beste Montage.

In Thomes Filmen gehe es immer um die Liebe

Zu den schönsten Momenten des erfreulich entspannten – weil ohne Chichi und noch dazu im rustikalen Rockabilly-Ambiente stattfindenden – Abends gehörte zweifelsohne die Verleihung des Ehrenpreises an Rudolf Thome. Gleich drei Laudatoren gab es für ihn, wobei Hanns Zischler – der mehrfach mit Thome gedreht und vor allem die Hauptrolle in dessen „Berlin Chamissoplatz“ inne hatte – seine Rede nicht persönlich vortragen konnte. Das übernahm stattdessen Filmkritiker Wilfried Reichart. „Das für mich auffälligste Merkmal von Rudolfs Arbeit“, schrieb Zischler, „ist seine nahezu kindliche Unbeirrbarkeit.“ Es gehe in seinen Filmen immer um die Liebe. Und dem, was mit ihr einhergehe: Verrat, Seitensprung, Entwöhnung und das Zerreden.

Rudolf Thome habe vor und hinter der Kamera Frauenquoten stets übererfüllt, reflektierte Filmemacherin Petra Seeger über die 1967 beginnende Karriere Thomes. „Man sah in Dir eine Art deutschen Rohmer“, spielte sie auf seine im Ausland viel größere Popularität an. „Lakonie liegt Dir, Psychologisches ist Dir ein Graus“, betonte sie das grundsätzliche Merkmal seiner 28 Spielfilme. Sie hatte ihn 1997 in der Dokumentation „Film is a Battleground“ porträtiert.

Sehr persönliche Worte von Serpil Turhan

2016 dann stellte Serpil Turhan, früher selbst Schauspielerin in Thomes Filmen, dann Regieassistentin, heute selbst Dokumentarfilmerin, ein Porträt über Thome auf der Berlinale vor. Auch sie gehörte zu den Laudatoren, erinnerte sich mit sehr persönlichen, warmen Worten, wie der 40 Jahre ältere Regisseur ihr 2001 als noch junger Darstellerin begegnet ist: mit einem Gefühl der Gleichberechtigung und Offenheit, sagte sie. „Er versprüht eine Kraft, an der wir alle teilhaben können.“ Thome, sichtbar gerührt, freute sich über den kräftigen Applaus im großen Publikum und sinnierte selbst noch mal über die intensiven Jahrzehnte seines Schaffens: „Das war immer eine sehr wechselvolle Geschichte“, sagte er und meinte auch die immer wieder komplizierte Finanzierung, die dazu führte, dass 2012 „Ins Blaue“ sein letzter Film wurde.

Von Karen Grunow

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