Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Rückwärts durch den neuen Tunnel
Lokales Teltow-Fläming Rückwärts durch den neuen Tunnel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 13.06.2015
Nur rückwärts kommen Ursula und Günter Lorenz mit Rollstuhl über die Schotterpiste. Dort soll demnächst eine Kieselschicht aufgetragen werden. Quelle: Zielke
Anzeige
Rangsdorf

Noch keine zwei Wochen ist es her, da wurde der Rangsdorfer Tunnel mit einem riesigen Volksfest eröffnet. Seitdem rollt der Autoverkehr flüssig über die neue Straße.

Ganz anders sieht die Situation auf dem benachbarten Geh- und Radweg aus. Dieser besteht auf etwa 100 Metern nur aus einer provisorischen Sand- und Schotterschicht. Ursula Lorenz hat Mühe den Rollstuhl ihres Mannes Günter zu schieben. Immer wieder verkanten sich die Räder in den groben Steinen. „Es geht nur rückwärts“, sagt die Rentnerin, die ihren Mann nun im Krebsgang durch den Tunnel schieben muss. Der Weg von ihrer Wohnung am Stadtweg zum Ärztehaus an der Seebadallee wird zur alltäglichen Tortur. Bei der Bahn hat man dieses Problem erkannt. „Das ist sehr unglücklich“, sagt Rita Schöneck, die zuständige Projektingenieurin.

Nur 2,50 Meter und damit zu niedrig für einen Rettungswagen: Gemeindevertreter Hartmut Rex hat nachgemessen. Quelle: Zielke

Eine Eiche stand der vollständigen Pflasterung im Weg. Erst wenn diese mit einer Wurzelbrücke geschützt ist, können die fehlenden rund 100 Meter zu Ende gepflastert werden. Dies soll laut Deutscher Bahn in den Sommerferien zwischen Mitte Juli und Ende August passieren. Um die Situation für Rollatoren und Rollstühle zu verbessern, soll in den kommenden Tagen eine feine Kieseldecke aufgetragen werden.

Rettungswagen können Tunnel nicht nutzen

Für heftige Diskussionen hatte auch die Frage von Gemeindevertreter Hartmut Rex (Linke) gesorgt, ob der Tunnel möglicherweise zu niedrig gebaut sei. Mit dem Zollstock hat er über dem Geh- und Radweg eine Höhe von nur 2,50 Metern gemessen – und damit rund 50 Zentimeter zu wenig für die meisten Rettungswagen. „Was passiert, wenn der Tunnel überflutet ist und ein Rettungswagen durch muss“, wollte Rex wissen und wollte schon Geld für Baumängel zurückfordern. Bahn und Gemeinde bestätigten übereinstimmend, dass die Höhe von 2,50 Metern korrekt sei. „Die abgestimmte und freigegebene Planung hat immer 2,50 Meter Höhe über dem Gehweg vorgesehen. So wurde auch gebaut“, sagt Michael Bung, Projektleiter der Deutschen Bahn. Eine andere Höhe sei aus statischen Gründen auch nicht möglich gewesen, sagt Bürgermeister Klaus Rocher (FDP), auch wenn der Rettungsweg neben der Straße damals in der Diskussion war. Weil der Gehweg mit fünf Metern breiter gewünscht war als ursprünglich geplant, seien die Seitenwände der Brücke massiver ausgefallen. Dies sei zu Lasten der lichten Höhe über dem Geh- und Radweg gegangen. Anderenfalls wäre das Gefälle des Weges noch steiler ausgefallen, sagte Rocher. Mit den derzeit vier Prozent sei man „an der Grenze“. Damit es gar nicht zur Überflutung kommt, habe man die Kreisverkehre so gebaut, dass das Wasser von Seebadallee und Kienitzer Straße vorher abgeleitet wird. Im Tunnel arbeiten laut Bahn zwei fernüberwachte Pumpen .

Hintergrund

Noch in diesem Jahr will die Deutsche Bahn die Restarbeiten am Rangsdorfer Tunnel erledigt haben.

Bis August sollen die Aufzüge zu den Bahnsteigen fertig sein.

Im Dezember sollen alle Arbeiten an den Gleisen und Bahnsteigen abgeschlossen sein.

Erst 2016 kommen Grünausgleichsmaßnahmen an die Reihe.

Klaus Rocher möchte die Diskussion um einen zweiten Rettungsweg für seinen Ort gerne weiterführen und bringt das Projekt Nord-Süd-Verbinder ins Spiel, der eine Straße zum Pramsdorfer Bahnübergang schafft. „Das hat in meinen Augen an Priorität gewonnen. Nun muss die Gemeindevertretung Prioritäten setzen.“

Von Christian Zielke

Teltow-Fläming Die Filmemacherin Barbara Högl lebt in Blankensee - Von Bewegung und Ankommen

Die Filmemacherin Barbara Högl lebt seit einem Jahr im alten Pfarrhaus in Blankensee. Sie hat sich in der Vergangenheit für verhaltensauffällige Kinder eingesetzt und Filme über sie gedreht. Am Freitag wird ihr Dokumentarfilm über den Maler Max Liebermann in der Friedensstadt in Glau gezeigt.

13.06.2015
Dahme-Spreewald Anhaltende Trockenheit in der Region Dahmeland-Fläming - Bauern besorgt um Raps und Getreide

Der April und der Mai waren in diesem Jahr deutlich trockener und wärmer als in durchschnittlichen Jahren. Das bekommen die Landwirte in der Region Dahmeland-Fläming nun zu spüren: Große Teile der Raps- und Getreide-Ernte gelten schon jetzt als verloren. Die Bauern hoffen nun auf bessere Erträge bei der Mais-Ernte.

13.06.2015
Polizei Schock nach Absturz eines 39-Jährigen in Altes Lager sitzt tief - Tödliches Drama am Gleitschirm

Vor seinem Start hat er noch Witze gemacht - wenig später ist ein 39-jähriger Luckauer bei einem Fallschirmsprung in Altes Lager (Teltow-Fläming) ums Leben gekommen. Der Schirm hatte sich nicht geöffnet. Der Schock über das Unglück sitzt tief. Es ist nicht der erste schwere Unfall auf dem Flugplatz.

12.06.2015
Anzeige