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Rückwärts durch den neuen Tunnel

Rangsdorfer Unterführung ist für Rollstühle und Rettungswagen ungeeignet Rückwärts durch den neuen Tunnel

Kaum zwei Wochen ist der neue Rangsdorfer Tunnel in Betrieb und schon jetzt gibt es die ersten Probleme. Der Tunnel ist zum einen zu niedrig für die Rettungswagen. Zum anderen bereitet der noch nicht fertig gestellte Gehweg den Rollstuhlfahrern erhebliche Probleme, sie kommen nur schwer auf dem Schotter voran.

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Nur rückwärts kommen Ursula und Günter Lorenz mit Rollstuhl über die Schotterpiste. Dort soll demnächst eine Kieselschicht aufgetragen werden.

Quelle: Zielke

Rangsdorf. Noch keine zwei Wochen ist es her, da wurde der Rangsdorfer Tunnel mit einem riesigen Volksfest eröffnet. Seitdem rollt der Autoverkehr flüssig über die neue Straße.

Ganz anders sieht die Situation auf dem benachbarten Geh- und Radweg aus. Dieser besteht auf etwa 100 Metern nur aus einer provisorischen Sand- und Schotterschicht. Ursula Lorenz hat Mühe den Rollstuhl ihres Mannes Günter zu schieben. Immer wieder verkanten sich die Räder in den groben Steinen. „Es geht nur rückwärts“, sagt die Rentnerin, die ihren Mann nun im Krebsgang durch den Tunnel schieben muss. Der Weg von ihrer Wohnung am Stadtweg zum Ärztehaus an der Seebadallee wird zur alltäglichen Tortur. Bei der Bahn hat man dieses Problem erkannt. „Das ist sehr unglücklich“, sagt Rita Schöneck, die zuständige Projektingenieurin.

Nur 2,50 Meter und damit zu niedrig für einen Rettungswagen

Nur 2,50 Meter und damit zu niedrig für einen Rettungswagen: Gemeindevertreter Hartmut Rex hat nachgemessen.

Quelle: Zielke

Eine Eiche stand der vollständigen Pflasterung im Weg. Erst wenn diese mit einer Wurzelbrücke geschützt ist, können die fehlenden rund 100 Meter zu Ende gepflastert werden. Dies soll laut Deutscher Bahn in den Sommerferien zwischen Mitte Juli und Ende August passieren. Um die Situation für Rollatoren und Rollstühle zu verbessern, soll in den kommenden Tagen eine feine Kieseldecke aufgetragen werden.

Rettungswagen können Tunnel nicht nutzen

Für heftige Diskussionen hatte auch die Frage von Gemeindevertreter Hartmut Rex (Linke) gesorgt, ob der Tunnel möglicherweise zu niedrig gebaut sei. Mit dem Zollstock hat er über dem Geh- und Radweg eine Höhe von nur 2,50 Metern gemessen – und damit rund 50 Zentimeter zu wenig für die meisten Rettungswagen. „Was passiert, wenn der Tunnel überflutet ist und ein Rettungswagen durch muss“, wollte Rex wissen und wollte schon Geld für Baumängel zurückfordern. Bahn und Gemeinde bestätigten übereinstimmend, dass die Höhe von 2,50 Metern korrekt sei. „Die abgestimmte und freigegebene Planung hat immer 2,50 Meter Höhe über dem Gehweg vorgesehen. So wurde auch gebaut“, sagt Michael Bung, Projektleiter der Deutschen Bahn. Eine andere Höhe sei aus statischen Gründen auch nicht möglich gewesen, sagt Bürgermeister Klaus Rocher (FDP), auch wenn der Rettungsweg neben der Straße damals in der Diskussion war. Weil der Gehweg mit fünf Metern breiter gewünscht war als ursprünglich geplant, seien die Seitenwände der Brücke massiver ausgefallen. Dies sei zu Lasten der lichten Höhe über dem Geh- und Radweg gegangen. Anderenfalls wäre das Gefälle des Weges noch steiler ausgefallen, sagte Rocher. Mit den derzeit vier Prozent sei man „an der Grenze“. Damit es gar nicht zur Überflutung kommt, habe man die Kreisverkehre so gebaut, dass das Wasser von Seebadallee und Kienitzer Straße vorher abgeleitet wird. Im Tunnel arbeiten laut Bahn zwei fernüberwachte Pumpen .

Hintergrund

Noch in diesem Jahr will die Deutsche Bahn die Restarbeiten am Rangsdorfer Tunnel erledigt haben.

Bis August sollen die Aufzüge zu den Bahnsteigen fertig sein.

I m Dezember sollen alle Arbeiten an den Gleisen und Bahnsteigen abgeschlossen sein.

Erst 2016 kommen Grünausgleichsmaßnahmen an die Reihe.

Klaus Rocher möchte die Diskussion um einen zweiten Rettungsweg für seinen Ort gerne weiterführen und bringt das Projekt Nord-Süd-Verbinder ins Spiel, der eine Straße zum Pramsdorfer Bahnübergang schafft. „Das hat in meinen Augen an Priorität gewonnen. Nun muss die Gemeindevertretung Prioritäten setzen.“

Von Christian Zielke

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