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Teltow-Fläming Rund ums Reformationsjubiläum
Lokales Teltow-Fläming Rund ums Reformationsjubiläum
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10:35 30.10.2016
„Tetzels Zündeln“ heißt diese Interpretation des Ablasspredigers Johann Tetzel. Mit dieser Figur will das Jüterboger Kulturquartier auch junge Menschen auf die große Sonderausstellung aufmerksam machen, die ab dem 8. September 2017 das große Finale des Reformationsjubiläum einläutet. Quelle: Miriam Koch & Antje Linssner-Niendorf
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Jüterbog

Es klingt alles andere als protestantisch, aber in Jüterbog soll man das Reformationsjubiläum mit allen Sinnen erleben und am eigenen Leib erfahren. 499 Jahre nach Luthers Thesenanschlag wird zum Reformationstag auch in Jüterbog das letzte Jahr der „Lutherdekade“ eingeläutet.

In der Flämingstadt, die sich gerne als „Stadt des Anstoßes“ zur Reformation betrachtet (siehe unten), sind Kirchengemeinde, Stadtverwaltung und Einwohner seit langem aktiv, um in den kommenden zwölf Monaten nicht zwischen Wittenberg, Berlin und anderen Wirkungsstätten des Reformators Luther unterzugehen.

Gewichtiges Exponat

Zum Auftakt des Jubeljahres soll im Kulturquartier Mönchenkloster am Montag um 15 Uhr mit einem gewichtigen Exponat zugleich der Bogen zum Höhepunkt der Feiern im nächsten Herbst aufgespannt werden. „Wir werden eine historische Geldtruhe aus der Nikolaikirche in das Mönchenkloster bringen. Es ist das erste Exponat für die Sonderausstellung“, kündigt der Jüterboger Pfarrer Bernhard Gut­sche die große Schau „Tetzel-Ablass-Fegefeuer“ an, die im September 2017 öffnet.

Der Vorverkauf der Karten beginnt ebenfalls an diesem Tag – mit Zeitkarten will man dem Besucheransturm im nächsten Herbst gerecht werden. Doch vor der schweren, historischen Museumstheorie steht am Montag erst einmal der Genuss, denn ohne Sünder lässt sich auch ein Ablass schwer an den Mann bringen. „Reformation schmecken“ ist das Auftaktprogramm überschrieben. Mit den kulinarischen Spezialitäten aus Stadt und Region sollen Besucher bei freiem Eintritt gelockt werden. Spitzbubenkekse und Klemmkuchen, Jüterboger Bockbier und der neue „Paradiesapfelsaft“ der Kirche werden verkostet. Dazu gibt es Musik und eine Tanzvorführung.

Weitere Veranstaltungen

Die evangelischen Gemeinden laden überall im Kirchenkreis Zossen-Fläming zum Reformationstag am Montag und im darauffolgenden Jubiläumsjahr zu besonderen Veranstaltungen.

Regionalgottesdienste finden am 31. Oktober zum Beispiel in Sperenberg um 10 Uhr und in Märkisch Buchholz um 18 Uhr statt. Es werden zugleich engagierte Ehrenamtler geehrt.

Die Rangsdorfer Gemeinde erarbeitet ein Theaterstück über Martin Luther, das im Herbst 2017 in der Kulturscheune aufgeführt wird. Geplant ist zudem eine Busreise nach Diedersdorf und zur Hakeburg bei Großbeeren, da diese Orte im Zusammenhang mit der „Teltower Einigung“ von 1539 stehen.

Am 11. März 2017 geht es bei einem ökumenischen Gottesdienst mit den Nonnen des Klosters Alexanderdorf um die Versöhnung und die Erinnerung daran, dass die Reformation auch zur Spaltung der Kirche in Europa geführt hat.

Außerhalb des Kirchenkreises locken im Land Brandenburg vor allem Frankfurt (Oder), wo an der Universität Johann Tetzels 106 Gegenthesen zu Luther entstanden, und Potsdam als Standort des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte mit Ausstellungen und Aktionen.

Mehr als 500 weitere Veranstaltungen, touristische Routen und Ausstellungen in ganz Deutschland, sowie historische Informationen bündelt die Internetseite www.luther2017.de

2017 wollen die Jüterboger auch andere Sinne reizen. Im Mai wird parallel zum Kirchentag unter freiem Himmel mit Hollywood-Kino etwas für das Auge geboten. Die Filme „Luther“ mit Joseph Fiennes und „Michael Kohlhaas“ mit Mads Mikkelsen werden auf dem Marktplatz gezeigt. Lebenslustig erhoffen sich Pfarrer Gutsche und Kulturamtsleiter Jens Katterwe dort sogar italienische Piazza-Verhältnisse.

„Wir wollen im Frühling und Sommer die Leute zum Tanzen auf dem Markt bewegen und in das Jubiläum einbinden“, sagt Gutsche. Workshops mit historischen Tänzen werden im Frühjahr zu diesem Zweck angeboten. Ein Fest für Augen, Ohren und den Gaumen wird „Tetzel kommt“. Der Heimatverein Jüterboger Land veranstaltet das Spektakel am 8. und 9. September als Alternative zu den bisherigen Fürstentagen. Mit einer kostümierten Parade, die vom zündelnden Tetzel angeführt wird, sollen tausende Jüterboger und die Gäste der Stadt gemeinsam feiern.

Zwei Mitmach-Theaterprojekte

An Gefühl und Sprache richten sich zwei Mitmach-Theaterprojekte der Flämingstadt. In Anlehnung an mittelalterliches Theater inszeniert die evangelische Gemeinde mit derzeit rund 50 Jüterbogern ein „Mysterienspiel“. Das Theater ’89 probt derzeit ebenfalls mit Laien und wird die Kohlhaas-Geschichte zum Reformationstag 2017 an mehreren Schauplätzen im Stadtzentrum aufführen.

Erst am 26. November 2017 hört in Jüterbog mit dem Ende der Sonderausstellung dann das Jubeljahr endgültig auf. „Wir sind am Ende des Jubiläumsjahres als Einzige noch vertreten“, sagt Jens Katterwe. Wer des andernorts omnipräsenten Martin Luther dann überdrüssig ist, soll in Jüterbog dem Tetzel-Thema noch immer etwas abgewinnen können. In der Stadt hoffen alle, dass es bis dahin ordentlich im Geldkasten geklingelt hat.

Von Peter Degener

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