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Russische Schwermut von Anton Tschechow

Altes Lager Russische Schwermut von Anton Tschechow

Das Junge Schlosspark Theater aus Berlin feierte am Wochenende seine Premiere von „Die Möwe“ im Kulturzentrum das Haus. Es war nicht der erste Auftritt der Amateurtheatertruppe in Altes Lager.

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Große Gesten und tiefe Gefühle wurden auf der Bühne des Kulturzentrums „Das Haus“ geboten.

Quelle: Isabelle Richter

Altes Lager. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. So könnte man es beschreiben, wenn man die Figuren aus dem Stück „Die Möwe“ des russischen Autors Anton Tschechow (1860 bis 1904) betrachtet. Melancholie und Langeweile in der Provinz treiben die Charaktere um und führen sie in unterschiedliche Richtungen – glücklich und zufrieden ist jedoch keiner. Eine bittere Erkenntnis, die die Hauptfigur am Ende sogar in den Selbstmord treibt. Mit diesem Stück feierte das Junge Schlosspark Theater aus Berlin – ein Amateurtheater mit Schülern, Studenten und Auszubildenden – eine Premiere und ihren bereits zweiten Auftritt im „Haus“. Die Inszenierung des Dramas ließ viel Raum für Nachdenkliches. So stellte sich auch Andrea Schütze im Nachhinein einige Fragen: „Wie verbringe ich meine Zeit oder was ist der Garant fürs Glück? Erfolg ist es nicht.“ Doch nicht jeder fühlte sich am Ende wohl mit der gedrückten Stimmung. Die Meinungen gingen auseinander: Für die einen war es zu schwere Kost, für die anderen war es eine Bereicherung, die sie zu Tränen rührte.

Schwere Kost mit guten Darstellern

Regina Knobloch sagte: „Es hat mir sehr gut gefallen. Vor allem ist es ein Thema, das immer aktuell ist und auch heute spielen könnte. Wir kommen wieder.“ Die Zuschauerin war mit Freundinnen zu der Vorstellung gekommen. Auch bei ihnen teilte sich die Meinung über das Stück und die Darsteller. Selbst die begeisterten Frauen sagten, dass es an einigen Stellen kleine Verständnisprobleme gab oder ihnen die Kostüme teils zu modern waren.

Bei den Darstellern, sollte das Urteil jedoch nicht ganz so streng ausfallen. Dabei spricht die durchaus gemischte Resonanz des Publikums auch für die Qualität des Ensembles. Vor allem, da es hauptsächlich aus Laien besteht. Andrea Schütze sagte: „Ich ziehe meinen Hut vor diesen Leuten, die in ihrer Freizeit so etwas auf die Beine stellen.“ Ein großes Kompliment der „Haus“-Chefin, die nach der Vorstellung auch noch eins zurückbekam. Janine Schrödter aus Berlin ist eine gute Freundin des Hauptdarstellers und war ganz begeistert von dem Kulturzentrum in Altes Lager. „Es ist schön hier mit dieser Couch- und Sesselatmosphäre. Eine super Location“, sagte die Berlinerin.

Das Gastspiel des Jungen Schlosspark Theaters wurde von der Sparkassenstiftung gefördert. Die Kooperation mit dem jungen Schauspielteam soll die Theatertradition in Altes Lager wieder aufgreifen. „Ich freue mich, dass das Sommertheater hier wieder zur Tradition wird“, sagte die „Haus“-Chefin Andrea Schütze.

Von Isabelle Richter

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