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S-Bahn-Fläche steht zum Verkauf

Rangsdorf S-Bahn-Fläche steht zum Verkauf

Paradoxe Situation in Rangsdorf: Während das Land Brandenburg derzeit prüft, die S-Bahn wieder in den Ort zu verlängern, will die Bahn die Fläche für das spätere Gleis verkaufen – notfalls auch an Investoren. Die Gemeinde will das Grundstück nun erwerben, stellt aber Forderungen an das Land Brandenburg.

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Einst fuhr auf der Brache die S-Bahn nach Berlin. Die Bahn möchte die Fläche am Bahnhof– zum Unverständnis vieler Rangsdorfer – verkaufen.

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Voraussichtlich im Laufe dieses Jahres wird sich entscheiden, ob eine Verlängerung der S-Bahn nach Rangsdorf realistisch ist. Die Deutsche Bahn versucht derweil auf andere Art Fakten zu schaffen, indem sie das Grundstück, auf dem einst der Rangsdorfer S-Bahnhof stand, zum Verkauf ausschreibt.

Nun will die Gemeinde eine mehr als 5000 Quadratmeter große Fläche zwischen Goethestraße und Lärmschutzwand selbst kaufen. Auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses haben die Mitglieder beschlossen, diese Fläche und ein 1500 Quadratmeter großes Grundstück östlich des Bahnhofs an der Ladestraße zu kaufen. Das Problem: Die benötigten 163 000 Euro soll das Land Brandenburg fördern – zumindest teilweise. Unverständnis herrschte unter den Ausschussmitgliedern, warum das bundeseigene Unternehmen Deutsche Bahn zum jetzigen Zeitpunkt eine Fläche verkauft, die in den Planungen des Landes zumindest eine Chance auf eine Reaktivierung der S-Bahn hat. Bürgermeister Klaus Rocher äußerte sein Unverständnis. „Aus meiner Sicht hätte die Ministerin intervenieren müssen“, sagte er in Richtung von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD).

Ministerium hält Entscheidung der Bahn für „nicht sinnvoll“

Auf Anfrage der MAZ sagte Ministeriumssprecher Steffen Streu, dass man gegenüber der Bahn deutlich gemacht habe, dass man es nicht als sinnvoll erachte, die Fläche zu verkaufen. Das Ministerium prüfe nun, wie es die Gemeinde unterstützen kann.

Holger Lademann, sachkundiger Einwohner, appellierte an die Gemeinde, diese historische Chance nicht zu vergeben. „Wir sollten nicht den Eindruck erwecken, dass wir das Thema S-Bahn aufgeben.“ Laut Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) habe bereits ein Investor Interesse an der Fläche bekundet, um dort einen Supermarkt zu errichten. „Wir haben nicht ewig Zeit, uns zu entscheiden“, sagte Rocher.

Bahn könnte Grundstück eines Tages zurückkaufen

Aus Sicht von Stephan Wilhelm (SPD) sei das finanzielle Risiko bei einem Quadratmeterpreis von 22 Euro relativ gering. „Wenn wir es jetzt kaufen und die S-Bahn kommt, können wir es mit Gewinn an die Bahn zurück verkaufen oder als Gemeinde selbst entwickeln.“

Bis die S-Bahn eines Tages wieder fährt, könnten auf der Fläche Parkplätze und Fahrradständer stehen. Zudem liegen im Rangsdorfer Rathaus weiterhin Pläne für ein Empfangsgebäude auf der Westseite des Bahnhofs, für das das Land sogar Fördergeld in Aussicht gestellt hat. Rangsdorf kann jedoch den Eigenanteil nicht aufbringen. Um wenigstens das Grundstück zu sichern, müsste das Land auch von seiner bisherigen Förderpraxis abweichen und den Kauf der Fläche nicht mit der Auflage verbinden, dort etwas Dauerhaftes zu bauen.

„Dass die Fläche frei bleibt, ist für Rainer Pannier, den Bisar-Vorsitzenden, entscheidend. „Es ist gut, dass das gelungen ist“, kommentierte Pannier die Entscheidung, „aber es ist ein Kompromiss.“ Jetzt komme darauf an, was das Land macht.

Von Christian Zielke

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