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Teltow-Fläming SPD will Hallentraining auch an Wochenenden
Lokales Teltow-Fläming SPD will Hallentraining auch an Wochenenden
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00:33 26.03.2018
Quelle: Uwe Klemens
Luckenwalde

Die Kreistagsfraktion der SPD hat eine Satzungsänderung beantragt, die es in sich hat. Zwar hört sich die Neu-Formulierung für die Satzung über die Benutzung von Sporthallen außerhalb des Schulbetriebs erst einmal harmlos an: „An Wochenenden und Feiertagen hat der Wettkampfbetrieb Vorrang vor dem Übungsbetrieb.“

Aber das würde als Neuerung bedeuten, dass die Sporthallen auch an Wochenenden für Trainingseinheiten zur Verfügung stehen, was bisher nicht der Fall ist.

Änderung bringt enorme Kosten mit sich

Und diese Änderung würde enorme Kostensteigerungen für den Kreishaushalt bedeuten, weshalb die Kreisverwaltung und Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) dringend davon abraten. Immerhin stecke man immer noch in der Haushaltskonsolidierung und dürfe sich bei diesen freiwilligen Leistungen nicht überheben, so Wehlan.

Hintergrund des von Detlef Schlüpen (SPD) aus Rangsdorf eingebrachten Antrags sei der Wunsch der Rangsdorfer Sportvereine, die bereits im Amt für Bildung und Kultur um Wochenendtermine für Trainingszwecke gebeten hätten, so Wehlan.

Doch sei die Sporthalle des Fontane-Gymnasiums für außerschulische Sportveranstaltungen schon ziemlich ausgelastet und man sollte zunächst die optimale Auslastung der kommunalen Sporthallen prüfen, empfahl Wehlan.

Hintergrund: Rangsdorfer Vereine wollen die Sporthalle des Fontane-Gymnasiums öfter nutzen. Quelle: Christian Zielke

Die Landrätin wies darüber hinaus darauf hin, dass eine verbesserte Auslastung mit einem Anstieg der Aufwendungen verbunden sei. Dies betreffe vor allem die Personalkosten für Hausmeister und Hallenwarte, Sachkosten und Instandhaltungskosten.

Zwei Tage mehr sollen mindesten 50.000 Euro kosten

Allein bei der Sporthalle des Rangsdorfer Fontane-Gymnasiums kämen beim derzeitigen Fünf-Tages-Betrieb 190.000 Euro an Kosten im Jahr zusammen. Würde man das auf sieben Tage erweitern, müssten allein dafür mindestens 50.000 Euro hinzugerechnet werden plus Mehrkosten für zusätzliche Reinigungsleistungen.

Der Hintergrund sei nicht Rangsdorf, widersprach Schlüpen: „Sondern der Grund für den Antrag liegt in dem gewachsenen Bedarf an Trainingseinheiten in Sporthallen kreisweit“.

Die Änderung würde zahlreiche Sporthallen treffen, sie auch die Halle der Kastanienschule Jüterbog. Quelle: Uwe Klemens

Auch für diesen Fall hatte die Kreisverwaltung die Zahlen parat. So bezuschusst der Landkreis den außerschulischen Sport insgesamt mit 417 000 Euro. Den Aufwendungen in Höhe von 440 000 Euro stünden Einnahmen in Höhe von 23 000 Euro entgegen.

Landrätin Wehlan ist gegen die Änderung

Der Landkreis Teltow-Fläming ist Träger von elf Schulen und 14 dazugehörigen Sporthallen und Sporträumen. Die Kosten belaufen sich laut Kreisverwaltung aktuell auf rund 970 000 Euro für die Fünf-Tage-Woche. Hochgerechnet auf eine Sieben-Tage-Woche ergäbe sich ein Mehraufwand von schätzungsweise 388 000 Euro zuzüglich Reinigungskosten.

Deshalb warnte die Landrätin eindringlich davor, den SPD-Antrag anzunehmen. Sie empfahl stattdessen, darüber noch einmal im Bildungsausschuss und im Haushalts- und Finanzausschuss zu beraten.

SPD und AfD ziehen am selben Strang

Aber das stieß beim Antragsteller nicht auf Gegenliebe. „Wir können uns vorstellen, damit in die Ausschüsse zu gehen“, sagte Detlef Schlüpen, „wir sind aber nicht bereit, aus Kostengründen davon abzusehen.“ Schließlich seien die Sportvereine bereit, mehr zu zahlen.

Unerwartete Unterstützung erhielt die SPD von Hans-Stefan Edler (AfD): „Der SPD-Antrag ist überfällig“, sagte er. Zusätzliche Personalkosten könne man auch dadurch sparen, wenn man den Vereinen das Auf- und Zuschließen der Hallen überlasse. Man solle also nicht nur nach Ausflüchten suchen, sagte der Kreistagsabgeordnete an die Adresse der Kreisverwaltung.

Der Kreistag entschied einstimmig, den Antrag zunächst an die Fachausschüsse zu überweisen.

Von Hartmut F. Reck

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