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Teltow-Fläming Salon der Stipendiaten
Lokales Teltow-Fläming Salon der Stipendiaten
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00:29 05.11.2015
Die beiden jungen Komponisten Susanne Hardt (vorn) und Lorenz Trottmann musizierten gemeinsam mit Sandra Schnappauf. Quelle: Karen Grunow
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Wiepersdorf/Berlin

Elffriede hängt ziemlich schief an diesem Abend. Das kleine Bild scheint irgendwie aus der Bahn geworfen von dem Aufenthalt, den die Künstlerin, die hinter dem Projekt „Elffriede. Aufzeichnensysteme“ steckt, im Sommer im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf genießen konnte. Eigentlich ein literarisches Projekt, wurde dennoch auch Elffriede am Freitagabend während der Präsentation der Bildenden Künstler und Komponisten noch einmal vorgestellt. Im Berliner Kunst- und Atelierhaus Meinblau hatten die Stipendiaten eine kleine Ausstellung arrangiert, die am Sonntag mit einem von dem Kunsthistoriker und Kurator Mark Gisbourne und Dorothée Bauerle-Willert von der Stiftung Kunstfonds moderierten Künstlergespräch endete. Und auch die letzten der in diesem Jahr 40 Wiepersdorfer Aufenthaltsstipendien endeten offiziell mit dem „Salon Wiepersdorf“ im Meinblau.

Künstlerin Barbara Wege Quelle: Karen Grunow

Eigens dafür noch einmal aus ihrer Heimat angereist ist die finnische Künstlerin Tiina Raitanen, die im Sommer in der Einsamkeit des brandenburgischen Dorfes auf Einladung der Finnish Cultural Foundation arbeiten durfte. Und auch Rosmarie Weinlich ist extra aus Erfurt gekommen. „Gewöll“ heißt eine ihrer Arbeiten, die sie beim „Salon Wiepersdorf“ zeigt. „Ich arbeite immer mit Natur und gefundenen Materialien“, erklärt sie das ungewöhnliche an die Wand gelehnte Objekt, für das sie sich in den Wäldern um Wiepersdorf auf die Suche nach Gewölle begeben hat. Das sind von Eulen ausgespieene unverdaute Nahrungsreste. Von Juni bis Ende August war sie im Schloss Wiepersdorf, kaum angekommen, hatte sie Kontakt zum Förster gesucht. Mindestens einmal pro Woche war sie mit ihm unterwegs, zusätzlich zu den täglichen langen Wanderungen, die sie selbst auf der Suche nach Material unternahm. „Es klingt vielleicht skurril, aber es ist auch ästhetisch schön“, sagt sie und beschreibt kleine Knöchlein, die im Gewölle zu finden sind. Die Ebene zwischen Leben und Vergehen beschäftigt sie in ihrer Arbeit. Zum Naturerleben in Wiepersdorf gesellte sich bei ihr durch die unterschiedlichen künstlerischen Sparten, die im Künstlerhaus vertreten sind, noch eine große Neugier auf die Musik.

Susanne Hardt und Lorenz Trottmann etwa konnten als Komponisten jeweils einen Monat lang ungestört in Wiepersdorf arbeiten. „Eigentlich war es für mich das beste, einfach mal durchkomponieren zu können“, erzählt Trottmann, der wie auch Hardt Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend komponiert“ war und dadurch auch nach Wiepersdorf durfte. Beide kannten sich schon von einem gemeinsamen Meisterkurs in Weikersheim. Zur Vernissage des „Salon Wiepersdorf“ im Meinblau führten beide in Wiepersdorf entstandene Kompositionen auf. Sein Stück „Gleise“ sei inspiriert von dem Werk „Schienen“ des russischen Komponisten Wladimir Deschewow, einem Vertreter der Musik des Futurismus.

„Der Mann im Wald“ von Susanne Hardt dagegen wurde von einem Bild des ebenfalls in Wiepersdorf residierenden Künstlers Adam Noack angeregt. Der hatte seine Trompete mitgenommen für die Zeit im Schloss. Mit den beiden musizierenden Komponisten habe er dadaistische Abende gemacht, erzählt er. „Für mich war Wiepersdorf die Rettung“, antwortet er auf die Frage, was der Aufenthalt dort für ihn gebracht hat. Ein Ruhepol. „Man kann zu sich kommen, einfach kreativ sein“, sagt er. Es sei auch schön, wenn man sich um alltägliche Dinge wie kochen nicht kümmern müsse.

Für Barbara Wege war es „ideal, in der Stille zu sein“. Die Malerin und Grafikerin hat eine ganze Serie geschaffen über die Elemente. Sie hat sich wissenschaftlich mit der Kulturgeschichte der Elemente befasst, aber auch inspirieren lassen durch die Natur, das Baden im See. „Es ging auch darum, das Thema sinnlich zu umgreifen und umzusetzen“, beschreibt sie. In diesem Jahr konnten vor allem Künstler in Wiepersdorf arbeiten, auch die eben mit dem Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern geehrte Miro Zahra.

Von Karen Grunow

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