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Teltow-Fläming "Sanfter Tourismus statt Tierfabrik"
Lokales Teltow-Fläming "Sanfter Tourismus statt Tierfabrik"
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11:05 22.10.2013
Protestaktion auf dem Gelände des Hotels "Seeblick" am Ufer des Mellensees. Quelle: Gudrun Ott
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Klausdorf

Auf dem Gelände des Hotels „Seeblick“ trafen sich am Sonnabend besorgte Bürger, Gemeindevertreter, Mitglieder des Vereins „Pro Mellensee“ und Gewerbetreibende aus der Gastronomie sowie Vermieter von Ferienunterkünften. Sie trugen rosafarbene Kreuze, ein deutschlandweites Symbol gegen Schweinemastanlagen, und Plakate mit Sprüchen wie „Wir brauchen unseren Mellensee auch für die Zukunft“ oder „Haben Sie heute schon Antibiotika gegessen?“

Zur Protestaktion aufgerufen hatte die Bürgerinitiative gegen die geplante Schweinemastanlage. Diese soll in Nachbarschaft des Mellensees entstehen, eine an der Stelle bereits vorhandene alte Rindermastanlage soll dafür erweitert werden. „Die Freilandkühe, die jetzt dort stehen, werden weiter da sein“, sagt Jörg Lehmann. Der Klausdorfer hat zwei Hektar Land verpachtet und will keine Gülle auf seinen Flächen. Er rief die anderen Verpächter auf, an die Zukunft zu denken und die Belastung der Felder zu verhindern. Ein Schwein produziert etwa sechshundert Liter Gülle pro Jahr. Die geplante Anlage ist für fünftausend Schweine ausgelegt. Aber ein Schwein lebt nur sechs Monate, dann wird es geschlachtet. Im Jahr sind das 10 000 Schweine und wenn man das sogenannte Saalower Kräuterschwein dazu nimmt, werden 20 000 Schweine in einer Region gehalten, die sich dem sanften Tourismus verschrieben hat, so wird an diesem Tag gerechnet.

„Die Schadstoffe der neuen Anlage werden wir innerhalb einer Woche im See haben“, befürchtet Wolfgang Woida von der BI. So sieht es auch Bernd Kosensky. Der Gemeindevertreter ist Vorsitzender des Vereins „Pro Mellensee“ und bekennt sich zu den Forderungen, das Gewässer zu schützen, das ohnehin belastet ist. Durch die Überdüngung der Felder steigen auch die Nitratwerte im Grundwasser.

Dorothee Schulz, Naturwissenschaftlerin aus Mellensee, trägt ein aufgesticktes rosa Kreuz an ihrer Jacke und meint, es sei nicht nur die Tierquälerei in den Anlagen, die nicht zu verantworten ist. „Jedem Schwein steht nur ein Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Es sieht keine Sonne und wird in seinem kurzen Leben nie im Boden wühlen, sich nie suhlen können.“

Marlies Konzack, Inhaberin des Hotels „Seeblick“, sowie Martina und Christian Gottschalk von der Gaststätte „Heimat“ gehören mit zu den Unterzeichnern einer Petition, die sich mit der Forderung an die Gemeindevertretung wendet, die geplante Mastanlage zu verhindern.

Von Gudrun Ott

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