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Teltow-Fläming Sauerkraut selbst gemacht
Lokales Teltow-Fläming Sauerkraut selbst gemacht
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05:10 24.10.2016
Wolfgang Swarde (2. v. r.) beim Stampfen mit dem Baseballschläger. Quelle. Isabelle Richter
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Kallinchen

Mit Baseballschlägern und 75 Kilogramm Kohl im Gepäck ging es für die Wandergruppe des Heimatvereins Kallinchen am Sonntag in die Heimatstube von Kallinchen. Seit mehr als fünf Jahren trifft sie sich einmal im Jahr, um gemeinsam den frisch geernteten Kohl zu reiben und zu stampfen. „Ich kann kein anderes Sauerkraut mehr essen, es schmeckt einfach gut“, erzählt Helga Zimmermann. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum sie sich treffen: Das Gefühl der Gemeinschaft zählt. Jeder packt mit an.

Kohl kommt in einen Steintopf

Zuerst wird der Kohl je nach Wunsch in Fünf- oder Zehn-Kilo- Portionen gerieben. Anschließend kommt er in einen Steintopf. Dort wird er so lange gestampft, bis ordentlich Saft austritt. Das ist anstrengend. Detlef Ruden sagt: „Man braucht ganz schön Kraft. Es geht in die Oberarme, aber das ersetzt die Wanderschaft.“ Hilfsmittel gegen schwer werdende Arme gibt es aber auch. Wolfgang Swarde stampft seinen geriebenen Kohl mit einem Baseballschläger, denn der ist „schön schwer und rund, damit kommt man gut in die Ecken“.

Würzen mit Salz

Er stampft schon seit einer Dreiviertelstunde und hat schon jede Menge Saft zwischen seinem Kraut gesammelt. Als Werkzeug muss es aber nicht unbedingt ein Baseballschläger sein. Ein einfacher Holzknüppel reicht für Anfänger aus. Natürlich muss das Kraut gewürzt werden. In erster Linie mit Salz. 100 Gramm benötigt man für zehn Kilogramm Kohl. Je nach Geschmack kann man noch Kümmel, Lorbeerblätter oder Möhren dazugeben. Am Ende den gestampften Kohl im Topf luftdicht verschließen, etwas Wasser dazugeben und mit Steinen abdecken und zwei Monate warten.

Tradition seit 25 Jahren

Der Ursprung dieses „Erntedankfestes,“ wie es Organisatorin Marion Schmelzer nennt, liegt schon einige Jahre weiter zurück. „25 Jahre bestimmt“, sagt Helga Zimmermann. Sie und ihr Mann kommen extra aus Berlin und stampften schon privat mit Marion Schmelzer, kurz nachdem sie die Leiterin der Wandergruppe kennenlernten. Der kam dadurch die zündende Idee, das Krautstampfen mit einem feierlichen Anlass zu verbinden. Seither ist die Sauerkrautherstellung für alle Wanderer der gelungene Jahresabschluss. Aber ist das nicht ein bisschen früh? „Nein“, sagt Marion bewusst, denn die typische Weihnachtsfeier sei für sie ein „Gräuel“, da man im Dezember ohnehin schon mit zu vielen Dingen beschäftigt sei.

Beim Krautstampfen im Oktober nimmt sich jeder Zeit, alle bringen etwas mit und angestoßen wird auch. Es ist wie ein kleines Fest, von dem man selbst am wirklichen Jahresende noch etwas hat, denn da kommt das hausgemachte Sauerkraut auf den Tisch.

Von Isabelle Richter

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