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Löwendorf Schau ins Land

Auf dem Löwendorfer Aussichtsturm gibt es für die Besucher jetzt eine weitere Attraktion. Es wurde ein Fernrohr aufgestellt, durch das man mühelos den Berliner Fernsehturm erkennen kannt

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Monika Müller, Dietrich Puppe, Christian Schmitt, Werner Müller und Thomas Berger (v.l.) am Fernrohr, das oben auf der Plattform des Aussichtturmes aufgestellt wurde.

Quelle: Margrit Hahn

Löwendorf. Der Wind wehte ziemlich frisch auf dem Löwendorfer Aussichtsturm. Dafür war die Sicht aber gut – selbst der Berliner Fernsehturm war gestern zu erkennen. Zur großen Freude von Dietrich Puppe, dem Ehrenmitglied des Trebbiner Gewerbeverbandes. Gemeinsam mit Werner Müller hatte er vor kurzem Fernrohr, Säule und Fuß bis auf die Aussichtsplattform geschleppt und dort aufgebaut. „Als wir das Fernrohr aufgebaut haben, konnte man nur bis Potsdam schauen“, erzählt er.

Nicht ganz einfach war es mit dem Standort. „Wir haben überlegt, an welcher Stelle wir das Teil aufstellen, um einen Rundumblick zu haben“, sagt Puppe. Aber kleine Einschränkungen mussten in Kauf genommen werden. Wenn man das Rohr in Richtung Treuenbrietzen schwenkt, steht ein Balken vom Holzturm im Sichtfeld. Nicht so schlimm, findet er, weil der Wald ohnehin alles andere verdeckt.

Blick vom Turm in Richtung Trebbin

Blick vom Turm in Richtung Trebbin

Quelle: Margrit Hahn

Trebbins Bürgermeister Thomas Berger überzeugte sich, ob die Clauertstadt gut zu sehen ist. Und das war gestern auch ohne Fernrohr der Fall. Durch die evangelische Kirche, die ein wenig herausragt, kann man sich gut orientieren. „Der Turmbau wurde im Jahr 2012 auf dem Löwendorfer Berg fertig gestellt. Mittlerweile ist es eine Sehenswürdigkeit, die nicht mehr wegzudenken ist“, sagte Thomas Berger. Wie der Bürgermeister betonte, würden viele extra deshalb kommen. Der Löwendorfer Berg ist mit 103,4 Meter die höchste Erhebung im Trebbiner Bereich. Der Turm ist 21, 5 Meter hoch. Den weiten Blick und den durchs Fernrohr kann jeder genießen, der die 122 Stufen zur Aussichtplattform hinaufsteigt.

Bürgermeister Thomas Berger beim Blick durchs Rohr

Bürgermeister Thomas Berger beim Blick durchs Rohr

Quelle: Margrit Hahn

Die Idee ein Fernrohr zu installieren, entstand am runden Tisch der Wirtschaft. Die Vertreter kommen regelmäßig zusammen. Bei einem Treffen wurde überlegt, welche werbewirksamen Mittel die Attraktivität des Turmes noch erhöhen könnten. Der Gewerbeverband, die Stadt Trebbin und die Wohnungsgesellschaft Trewo haben zusammengelegt. Ein Teil des Geldes stammt von der Trebbin Card. In den vergangenen Jahren wurden davon Weihnachtssterne für die Berliner und die Bahnhofstraße angeschafft. Dieses Mal kamen die Einnahmen dem Fernrohr zu Gute. „Zuerst sollte es ein neues sein, doch dass wäre finanziell nicht machbar gewesen und so haben wir ein gebrauchtes angeschafft“, sagt der Vorsitzende des Gewerbeverband Christian Schmitt.

Die Besucher, die den Turm hochkraxeln, um einen Blick durch Fernrohr zu werfen können sich freuen, denn es kostet nichts. Das ist die Belohnung fürs Treppensteigen. Ein Wipfelbuch werden sie allerdings neuerdings nicht mehr finden. Seit der Turmeröffnung vor fünf Jahren sind insgesamt sieben Bücher vollgeschrieben worden. Im letzten wurde so viel rumgeschmiert, dass kein neues mehr ausgelegt wird, sagt Beate Rantzsch von der Pressestelle der Stadt Trebbin. Dabei waren viele Eintragungen interessant und lustig zugleich. Sogar Amerikaner hatten sich darin verewigt. Zuletzt hatte eine Familie Löwendorf einen Eintrag ins Buch geschrieben: „Eine schöne Aussicht und Ruhe in unserer Natur wünschen die Löwendorfer“. Karin aus Lutherstadt Wittenberg war am 28. März dieses Jahres mit ihrer Freundin nach Löwendorf gekommen, die an diesem Tag Geburtstag hatte. „Neuer Ausblick für ein neues Lebensjahr?“ fragt sie und stellt fest, dass es ein sehr schöner Turm mit einer großzügigen Sitzgelegenheit sei.

Der Trebbiner Bürgermeister hofft, dass mit dem Fernrohr noch mehr Besucher angelockt werden: „Alle die noch nie auf dem Turm gewesen sind, haben jetzt erst recht einen Grund zu kommen. Und alle die schon öfter mal da waren, sollten die Gelegenheit nutzen, um jetzt den neuen Ausblick zu genießen“. Er wünscht sich das Turm und Fernglas gut erhalten bleiben. Wobei es den ersten Wehrmutstropfen bereits gestern gab. Zum einen war vorn die Linse verschmiert und zum anderen hatte jemand einen Aufkleber mit der Aufschrift „defekt“ an das Fernrohr geklebt.

Von Margrit Hahn

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