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Teltow-Fläming Schaubrennerei steht vor dem Aus
Lokales Teltow-Fläming Schaubrennerei steht vor dem Aus
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00:30 23.05.2015
Die Schaudestille in Kloster Zinna ist ein beliebtes Ziel für Museumsbesucher. Quelle: Gertraud Behrendt
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Kloster Zinna

Die Schaubrennerei in Kloster Zinna bleibe bestehen – hieß es noch im Januar aus der Firmenzentrale. Doch das ist Geschichte. Die Mitarbeiterinnen haben ihre Kündigung zum 30. September erhalten. Sowohl die Essenzherstellung für den „Klosterbruder“ im alten Klosterhaus als auch die Produktionsstätte in Zahna stehen offenbar kurz vor der Schließung.

Die Kündigungen waren auch Thema im Jüterboger Wirtschaftsausschuss. „Wir müssen diskutieren, wie es weitergeht“, sagte Vorsitzender Hendrik Papenroth (Für Jüterbog).

Zwei Frauen wechseln sich im Museum mit der Betreuung der Besucher ab, eine dritte kommt bei Bedarf, wenn sich größere Gruppen angekündigt haben. Dazu äußern möchten sie sich nicht. Eine Angestellte bestätigt aber, gekündigt worden zu sein, hofft aber, dass es dennoch weitergeht. Die Arbeit mit den Besuchern mache ihr Spaß.

Aktuell ist die Unternehmensgruppe Koninklijke Distilleerderij M. Dirkzwager B.V. in den Niederlanden der Eigentümer. Er hat 2006 die Zahnaer Likörfabrik übernommen, als das Unternehmen in Zahna Insolvenz anmelden musste. Seither heißt der Betrieb in Zahna Drinks & Food Vertriebs GmbH. Deren Pressesprecherin Stella Bouchette stellte diese Woche klar: Produziert wird in Zahna noch bis September. Sie bestätigt die Kündigungen und den Fakt, dass die Schaudestille nicht weiter betrieben wird. „Allerdings werden in der Konzernzentrale verschiedene Szenarien durchgespielt, wie es vielleicht doch weitergeht“, sagte sie. Eine Entscheidung falle eventuell im Juni.

Die Schaubrennerei besteht seit 17 Jahren. Der Spirituosen-Hersteller Berentzen hatte die Traditionsfirma Falckenthal 1995 gekauft, den Betrieb in Luckenwalde geschlossen und rund drei Jahre später die Schaudestille in Kloster Zinna eröffnet. Die Mampe-Gruppe kaufte sich 2010 ein. 2011 gingen die Marken um den Kräuterlikör „Zinnaer Klosterbruder“, „Fläminger Jagd“ und die Exklusivabfüllung für die „Zinnaer Abtei“ sowie weitere regionale Sorten an die Niederländer, den Betrieb in Zahna schon 2006 übernommen hatten.

Blick in den Verkaufsraum. Quelle: Gertraud Behrendt

Dort soll sich die verbliebene Drinks & Food Vertriebs GmbH darauf konzentrieren, neue Märkte zu erschließen. Der Standort Zahna wird bis September zum Vertriebs- und Logistikzentrum umgewandelt (die MAZ berichtete).

Noch ist die Essenzherstellung für die Kräuterschnäpse in Kloster Zinna in der Neuen Abtei untergebracht und in das Museums-Trio integriert. Jeder, der eine Eintrittskarte kauft, kann damit in die Schaubrennerei, in die Alte Abtei zur Geschichte der Zisterzienser, von denen ein Mönch den Klosterbruder mit entwickelt haben soll, und ins Webhaus.

Die Fabrik in Zahna war 1878 für Fruchtsäfte und Sauerkraut gegründet worden. Erst seit den Zwanzigern des 20. Jahrhunderts wurden Spirituosen produziert. In der DDR gehörte diese Likörfabrik mit Nordhausen und Wilthen zu den drei Großen im Land. Seit 1991 gehört die Fläminger Spirituosen GmbH zur Berliner „Drinks & Food“-Gruppe. 2002 übernahm das Unternehmen drei westdeutsche Marken aus dem Hause Berentzen, wurde danach aber von der holländischen Unternehmensgruppe „geschluckt“.

Von Gertraud Behrendt

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