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Schaurig schöne Sagen und Schnurren

Zossen Schaurig schöne Sagen und Schnurren

Samstag ist Premiere im Schulmuseum. Hier präsentiert der in Nächst Neuendorf beheimatete Chronist Klaus Voeckler das Buch „Spinnstubenzauber“. Einige der niedergeschriebenen Sagen, Schnurren, Geschichten stammen von alten Frauen, die der 76-Jährige in Zossen und umliegenden Dörfern befragte. Der Heimatverein „Alter Krug“ gibt das Buch heraus.

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Klaus Voeckler präsentiert das Buch „Spinnstubenzauber“.

Quelle: Pechhold

Nächst Neuendorf. Schaurig schöne Sagen, Geschichten und Schnurren aus Zossen und Umgebung hat Chronist Klaus Voeckler für das Buch „Spinnstubenzauber“ zusammen getragen. Sonnabend ab 10 Uhr liest der 76-Jährige im Schulmuseum Zossen, Kirchplatz 7, erstmals daraus.

Voecklers Großmutter stand Pate

Gedanklich stand Voecklers Großmutter Ida Ziedrich Pate bei dem Buch-Projekt. Sie entführte ihren Enkel schon in frühester Kindheit in die mystische Welt fantastischer Wesen und fabelhafter Begebenheiten. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Stromsperren normal. So rückte die Nächst Neuendorfer Familie an langen Winterabenden in der fernseh- und computerlosen Zeit noch enger zusammen. „Wir saßen vor dem Ofen und Großmutter erzählte.“ Draußen heulte der Wind, tobte der Schneesturm, drinnen brannten selbst gefertigte Kerzen. „Nur in des Ofens roter Glut/da zischt es und schnalzt es/, das ist der Kobold mit dem spitzen Hut . . .“ Solche Verse hatte Ida Ziedrich drauf. Bis heute ist Voeckler davon überzeugt, seine Oma habe geglaubt, dass es Hexerei und Magie wirklich gibt.

Ältere Frauen waren die besten Quellen

Aberglaube mit seinen vielen Facetten begegnete ihm nach der politischen Wende wieder. Damals trug sich Voeckler mit dem Gedanken, ein Buch mit Sagen aus der Region zu schreiben. Seit der Herausgabe der „Teltower Sagen“ von Walter Garnatz und Fritz Jungnitsch im Jahre 1932 war viel Zeit vergangen. „Also machte ich mich auf den Weg und suchte vor allem ältere Frauen in Schöneiche, Schünow, Horstfelde und Nächst Neuendorf auf“. Am Anfang waren die Frauen wenig zugänglich, weil sie befürchteten, Voeckler könnte sie auslachen. „Nachdem wir uns ein Weilchen unterhalten hatten, tauten sie allmählich auf und erzählten mir eine ganze Menge“. Eine sprudelnde Quelle war die 93-jährige Schünowerin Flora Kunath. „Ein kleines, wandelndes Geschichtsbuch und trotz ihres hohen Alters noch voll in klarem Geist.“

Heimatverein gibt Buch heraus

Das Erzählgut der befragten Frauen reicherte Voeckler mit bekannten Anekdoten – beispielsweise über Hans Claubert, den märkischen Till Eulenspiegel – an. So entstand ein Buch mit Geschichten wie die von der Spukscheune in Nächst Neuendorf oder dem Korn dreschenden Zossener Kobold. Der Heimatverein „Alter Krug“ Zossen gibt das von ihm finanzierte, 112 Seiten starke Buch heraus. Farbige Illustrationen des Dabendorfer Künstlers Jürgen Melzer bereichern die 1000 Exemplare zählende Erstausgabe.

„Spinnstubenzauber“, Wartberg-Verlag, 14,50 Euro, ISBN 978-3-8313-2278-7.

Von Frank Pechhold

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