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Schausteller vor der Weihnachtssaison

Dahmeland-Fläming Schausteller vor der Weihnachtssaison

Glühwein, Crêpes und Bratwurst: Nach Totensonntag beginnt die Weihnachtsmarktsaison in der Region Dahmeland-Fläming. Und damit das wichtigste Jahresgeschäft für die Verkäufer der weihnachtlichen Leckereien. Schausteller erwirtschaften allein in der Adventszeit gut 30 Prozent ihres Jahresumsatzes.

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Aufbau des Trebbiner Weihnachtsmarktes im vergangenen Jahr. Am 25. November wird der diesjährige Markt eröffnet.

Quelle: Margrit Hahn

Dahmeland-Fläming. Frank Hildebrandt ist im Stress. In diesen Tagen holt er dutzende Sterne, Lichterund Weihnachtsmänner aus seinem Luckenwalder Keller. Putzt sie, repariert kaputte Teile, wenn nötig kauft er noch etwas nach. Er besorgt Tannenzweige und bestellt Glühwein. Frank Hildebrandt muss sich damit beeilen, seine zwei kleinen Markthütten weihnachtlich zu schmücken – bald beginnt für ihn das wichtigste Geschäft des Jahres: Nach Totensonntag werden die Weihnachts- und Adventsmärkte in der Region Dahmeland-Fläming eröffnet.

Luckenwalder Weihnachtsmarkt 2015

Luckenwalder Weihnachtsmarkt 2015.

Quelle: Margrit Hahn

Frank Hildebrandt ist Schausteller, betreibt gemeinsam mit Frau und Sohn einen kleinen Betrieb. Im Sommer sind sie auf Volksfesten in Sachsen-Anhalt, im Winter stehen sie auf Weihnachtsmärkten und verkaufen Süßigkeiten, Crêpes und Glühwein. Wilhelmshorst (Potsdam-Mittelmark), Zossen, Luckenwalde und Mittenwalde – jedes Wochenende ein neuer Markt. Und das bei eisigen Temperaturen. Das Weihnachtsmarktgeschäft hart, dennoch würde Hildebrandt nie darauf verzichten. „Ohne würden wir Schausteller nicht über den Winter kommen“, sagt Hildebrandt. Wenn nicht sogar übers ganze Jahr.

Deutschlandweit schwinden Besucherzahlen bei Volksfesten

Das bestätigt Thomas Müller, Vorsitzender des Brandenburgischen Schaustellerverbands. „Ohne Weihnachtsmärkte würde unsere Branche wahrscheinlich gar nicht mehr existieren“, sagt er. Müller erklärt, warum: Während die Besucherzahlen von Volksfesten generell schwinden, werden Weihnachtsmärkte immer beliebter. Im vergangenen Jahrzehnt seien deutschlandweit etwa 2000 Volksfeste komplett weggebrochen. Im Gegensatz dazu organisiere mittlerweile fast jede Kommune ihren eigenen Weihnachtsmarkt; in den kleineren Städten und Gemeinden meistens nur an einem Adventswochenende. So werden die Besucherzahlen gebündelt und die Umsätze steigen.

Weihnachtsmarkt in Zeuthen 2015

Weihnachtsmarkt in Zeuthen 2015.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Der umsatzstärkste Markt in der Region ist für Frank Hildebrandt der Weihnachtsmarkt in Luckenwalde. Er wird in jedem Jahr vom Stadtmarketing Luckenwalde organisiert. In diesem Jahr stellen dort zehn Schaustellerbetriebe insgesamt 20 Stände auf. Darunter neben gastronomischen Angeboten auch Karussells und Autoscooter. Dafür zahlen die Gastronomie-Stände am meisten, nämlich elf Euro pro Quadratmeter und Tag.

Beliebte Atmosphäre auf dem Luckenwalder Markt

Ein Preis, der sich zu lohnen scheint, denn laut Stadtmarketingleiterin Maxie Wohlauf seien im vergangenen Jahr mehr als 1000 Besucher pro Tag gekommen. Ähnlich viele werden auch in diesem Jahr erwartet. Das hohe Besuchervolumen des Luckenwalder Weihnachtsmarktes werde einerseits wegen seiner über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Atmosphäre geschaffen. Andererseits auch dadurch, dass er nur an einem Adventswochenende stattfindet. „Das hat in der Stadt Tradition und dann freut man sich auch so richtig darauf“, erläutert Maxie Wohlauf die Entscheidung, den Markt nicht wie etwa in Berlin über die gesamte Adventszeit laufen zu lassen.

Für die Schausteller bedeutet das ein ständiges Auf- und Abbauen. Marvin Pinkawa hat damit kein Problem. „Das sind wir Schausteller doch gewöhnt“, sagt er. „Und dann hat man in der Woche etwas Zeit.“ Der Wildauer Schausteller verkauft in diesem Winter auf drei verschiedenen Adventsmärkten in Berlin Bratwurst, Crêpes, Waffeln und Glühwein. Das Geschäft in der Hauptstadt ist für ihn lukrativer. „Durch die Touristen sind da einfach immer viele Besucher“, sagt er.

Weihnachtsmärkte in der Region

Fast alle Städte und Gemeinden organisieren einen Weihnachtsmarkt – an jeweils einem Wochenende in der Adventszeit.

Hier eine Auswahl an bald beginnenden Weihnachtsmärkten in der Region Dahmeland-Fläming:

Zeuthen: 25. bis 27. November in der Schillerstraße vor dem Rathaus.

Baruth: 26. bis 27. November im Museumsdorf Glashütte.

Eichwalde: 27. November in der Alten Feuerwache, Bahnhofstraße und auf dem Marktplatz.

Ludwigsfelde: 27. November im Stadt-Aktiv-Park.

Trebbin: 25. bis 27. November rund um Rathaus, Kirche St. Marien und Marktplatz.

Zossen: Am zweiten Adventswochenende (3. bis 4. Dezember) auf dem Marktplatz.

Jüterbog: „Waldweihnacht“ vom 1. bis 4. Dezember rund um den Wasserturm und „Glühweinzauber“ vom 3. bis 4. Dezember auf dem Marktplatz. Zusätzlich finden in den Ortsteilen weitere Adventsmärkte statt.


Luckenwalde: 8. bis 11. Dezember auf dem Marktplatz.

Königs Wusterhausen: 9. bis 11. Dezember auf dem Kirchplatz.

Dahme: am 11. Dezember in der Altstadt.

Weil die Adventsmärkte für Pinkawa so wichtig sind, hat er sich vier Hütten für das Weihnachtsgeschäft gebaut. Mit einer kleinen Heizung, die meiste Wärme komme aber von den Geräten. Dennoch: In der Weihnachtssaison ist es schwieriger, gutes Personal zu finden“, erzählt er. „Vielen ist es einfach zu kalt.“ Eine Befindlichkeit, die sich Schausteller selbst nicht leisten können.

Schausteller-Geschäft wird im Alter beschwerlich

Carola Andrich muss sie sich so langsam leisten. Die Baruther Schaustellerin ist 64 Jahre alt. „So langsam vertragen mein Mann und ich die Kälte immer weniger“, sagt sie. In ihren Buden mit Losen, Kugelstechen und dem Schießstand bringt kein Bräter zusätzliche Wärme. Früher hätten sie das besser weggesteckt. Da war das Schausteller-Paar auf vier Weihnachtsmärkten pro Saison. Jetzt fahren sie nur noch nach Jüterbog und Vetschau im Spreewald. Mehr gehe nicht. Weniger aber auch nicht. „Sonst haben wir monatelang keine Einnahmen“, sagt Carola Andrich. „Und die Kosten laufen trotzdem weiter.“

Von Anja Meyer

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