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Scheindebatte über die Energiewende

Jüterbog Scheindebatte über die Energiewende

Wie man bei Konflikten über den Austausch von Argumenten zueinander findet und Kompromisse schließt, ist Thema eines Workshops, bei dem es vordergründig um die Energiewende geht. Anhand vorgefertigter Argumente ist das vermittelte Signal ein anderes.

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Am Runden Tisch werden die Argumente ausgetauscht. Wirklich Überraschendes kam dabei nicht zu Tage.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Dass Strom nicht einfach so aus der Steckdose kommt, weiß man als 14- oder 15-Jähriger schon längst. Aber wie er dorthin kommt und welche Probleme überwunden werden müssen, bis Kühlschrank und Ladestation funktionieren, weiß längst nicht jeder. Einen Tag lang widmeten sich Neuntklässler des Jüterboger Gymnasiums am Montag dem Thema und schauten hinter die Kulissen politischer Entscheidungsfindungen.

„Energie kommt aus der Steckdose? – Ein Planspiel für Schulen zum Netzausbau“ lautet der Titel des bereits im vergangenen Jahr gestarteten und von der Landesregierung geförderten Projekttages, der vom Verein Deutsche Gesellschaft (DG) als Planspiel konzipiert und an Brandenburger Schulen betreut wird. Anhand der fiktiven Planung einer Stromtrasse schlüpfen die Schüler in die Rollen der Gegner und der Befürworter des Projektes.

Das Los entscheidet über den Standpunkt

Nach einer intensiven Einarbeitung ins Thema, werden die Argumente am „Runden Tisch“ gegeneinander gestellt und am Ende eine Entscheidung getroffen. Wer dabei in welche Rolle schlüpft und Bund, Landesregierung, Landkreis, Energieversorger, Interessengemeinschaft Erneuerbare Energien, Braunkohletagebau, Naturschutzbund oder Bürgerinitiative vertritt, entscheidet das Los.

„Im Projekttag versteckt sind eigentlich zwei Themen“, sagt DG-Referent Jan Roessel, „zum einen die Energiewende, aber auch, wie man bei Konflikten miteinander verhandelt, um eine einvernehmliche Lösung zu finden, also zu lernen, eine Art Konsenskultur zu entwickeln.“

Kaum Spielraum für eigene Argumente

Viel Spielraum für eigene Argumente oder echte Kompromisse bleibt den Schülern entgegen des Ansatzes nicht. Denn zu den festen Spielregeln gehört, dass von vornherein feststeht, dass sie von ihrer Pro- oder Kontra-Position nicht abweichen und nur bei den Begründungen variieren dürfen. „Eigentlich sollte Geld bei einer solchen Entscheidung keine Rolle spielen, aber das habe ich nicht mehr gesagt“, zeigt sich Nico Treitschke in der Rolle des Bürgersprechers überrascht vom Hauptargument, mit dem die Trasse am Ende nach „Abwägung“ erwartungsgemäß und ohne Abstimmung durch die Landesregierung genehmigt wird.

Von Uwe Klemens

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