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Scherben bringen Geschichte

19. Archäologentag Teltow-Fläming Scherben bringen Geschichte

Was Experten alles aus alten Scherben, Knochen oder Erdpigmenten herausleisen können, war beim 19. Archäologentag im Kreishaus Luckenwalde zu erfahren. Mehr als 150 Besucher informierten sich bei Fachleuten, die über ihre Funde zu 7000 Jahre Regionalgeschichte referierten.

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Umweltamtsleiter Manfred Fechner begrüßte die Besucher in Vertretung der erkrankten Landrätin beim Archäologentag

Quelle: Tobias Bärmann

Luckenwalde. Dicht gedrängt saßen die Besucher im Kreistagssaal am Sonntag. Doch kein heißes politisches Thema stand an, sondern der diesjährige Archäologentag Teltow-Fläming. Bereits zum 19. Mal versammelten sich professionelle Archäologen, ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger und interessierte Laien, um sich anhand von insgesamt acht Vorträgen über interessante Funde in der Region und die damit verbundenen neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse auszutauschen.

Eingeladen hatten dazu wieder die Untere Denkmalschutzbehörde und Kreisarchäologe Stefan Pratsch, der die Gäste am Vormittag begrüßte. Ziel sei, sagte er, „dem Publikum die neuesten archäologischen Funde und Erkenntnisse zeitnah und verständlich zu vermitteln“. Den Anspruch auf Aktualität und Verständlichkeit begründete er mit dem Recht der Öffentlichkeit, zu erfahren, was bei den Ausgrabungen, die ja zu einem Großteil durch Steuermittel mitfinanziert werden, denn nun zu Tage getreten ist.

Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide beim Grußwort

Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide beim Grußwort.

Quelle: Tobias Bärmann

Großes Lob gab es für die Organisatoren zu Beginn beim Grußwort von Manfred Fechner – der Leiter des Umweltamtes vertrat die erkrankte Landrätin – und Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide. Sie empfand es als große Wertschätzung, dass der Archäologentag in diesem Jahr in der Kreisstadt stattfand und somit „das Luckenwalder Jubiläumsjahr veredelt“. Immerhin 800 Jahre Stadtrecht werden gefeiert. Herzog-von der Heide hob hervor, dass die Veranstaltung zur Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Region beitrage.

In ihren Vorträgen durchschritten die Referenten in chronologischer Reihenfolge einen Zeitraum von über 7000 Jahren. Während der letzte Beitrag Torsten Dresslers Funde aus einem Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkrieges in Wünsdorf vorstellte, begann die archäologische Reise im Kreistagssaal in der Jungsteinzeit mit dem Vortrag von Carsten Mischka und Richard Wetzel zu Keramikfunden südlich von Jüterbog aus dem Neolithikum. Die beiden Wissenschaftler waren – wie viele andere Referenten – zum wiederholten Male beim Archäologentag dabei und schätzen dort vor allem den Kontakt zu den freiwilligen Helfern. In ihrem Vortrag betonten sie immer wieder deren essenzielle Bedeutung. „Ohne die ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger wäre überhaupt keine archäologische Forschung möglich“, zeigte sich Carsten Mischka überzeugt.

Das hörte das interessierte Publikum gern. Viele der Besucher zeigten sich zudem äußerst gut informiert. Das wurde an den fachkundigen Fragen deutlich, die am Ende jedes Vortrags gestellt wurden.

Zu den fachkundigen Laien zählte Willi Fred Boheim. Der geschichtsinteressierte Dahlewitzer hat schon viele Archäologentage besucht und mag vor allem den regionalen Bezug der Veranstaltung. Aus erster Hand zu erfahren, was bei Ausgrabungen in der Umgebung letztendlich herauskommt, war die Hauptmotivation vieler Besucher an diesem Sonntag.

Buchstände boten den historisch interessierten Besuchern jede Menge Lesestoff

Buchstände boten den historisch interessierten Besuchern jede Menge Lesestoff.

Quelle: Tobias Bärmann

Im Anschluss an die Konferenz trafen sich die 20 ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger des Kreises, um neue Fundstellen und kommende Aufgaben zu besprechen. Junge Besucher konnten sich an einem Schülerquiz versuchen, bei dem Fachwissen zur Siedlungsgeschichte gefragt war.

Eine gesonderte Veröffentlichung der Konferenzbeiträge in Form eines Sammelbandes sei zwar nicht geplant, sagten die Veranstalter, aber wer sich eingehender mit archäologischen Aspekten beschäftigen wollte, konnte sich bereits vor Ort an mehreren Bücherständen mit entsprechender Literatur versorgen. Damit lässt sich beispielsweise die Zeit bis zum nächsten Archäologentag 2017 überbrücken.

Von Tobias Bärmann

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