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Schicke Bühne für’s Neujahrskonzert

Wahlsdorf Schicke Bühne für’s Neujahrskonzert

Wenn am kommenden Wochenende beim Neujahrskonzert im Wahlsdorfer Gutshaus Applaus erklingt, gilt der nicht nur den Musikern. Denn was die Musik für die Ohren, ist die Bühne für die Augen. Michael Grüneberg kümmert sich in jedem Jahr um die Gestaltung der Konzertfläche.

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Vom „russischen Winter“ inspirieren ließ sich Michaela Grüneberg diesmal beim Ausschmücken der Wahlsdorfer Konzertbühne.

Quelle: Uwe Klemens

Wahlsdorf. Musiker sind Zauberer, die mit ihrer Kunst andere Menschen berühren können. Manchmal besitzen sie anscheinend auch hellseherische Fähigkeiten. Denn als im Herbst der Termin und das Thema des Neujahrskonzertes im Wahlsdorfer Gutshaus festgelegt wurde, ahnte niemand, wie zutreffend der Titel „Russischer Winter“ sein würde.

Am kommenden Sonnabend lädt das Ensemble Primavera, das hier bereits zum siebenten Mal den Jahresauftakt taktvoll umrahmt, zu einer musikalischen Russlandreise. Mit dabei sein werden die Sängerin Peggy Steiner, Pianistin Anastasia Mozina-Braun, Geigerin Beate Klemens und Cellist Alexander Koderisch. Aufgrund des Andrangs in den Vorjahren wird es auch diesmal zwei Konzerte geben. Jeweils um 15 und 18 Uhr setzt sich der musikalische Winterschlitten gen Russland in Bewegung.

Konzertreihe mit großem Anklang

Dass der Ruhm, den Primavera alle Jahre wieder im Wahlsdorfer Gutshaus einheimst, nicht ihnen alleine gebührt, sondern viele Väter und Mütter hat,wissen die Musiker seit langem. Die jeweils passend zum Konzertthema aufwendig gestaltete Bühne ist einer der wichtigsten Gründe für den großen Anklang, den die Konzertreihe findet. Bei der Suche, wer das bewerkstelligen könnte, brauchte der damalige Heimatvereins-Chef Manfred Schmiedchen nicht lange zu überlegen. Wer hat schon eine gelernte Gebrauchswerberin und Schaufensterdekorateurin als Nachbarin?

„Und ich mach’s gerne“, sagt Michaela Grüneberg. „Für das Dorf, für den Verein, dessen Mitglied ich bin, und für mich, denn die Konzerte gefallen auch mir und sind ein gutes Aushängeschild für Wahlsdorf.“ Die Freude am Gestalten und Dekorieren entdeckte die heute 55-Jährige schon in ihrer Kindheit. Dass nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihre Lehrer und Mitschüler vor allem von ihren Zeichnungen begeistert waren, gab ihr das nötige Selbstbewusstsein.

Lehre als Dekorateur statt Kunst-Studium

Nach einer Handwerkerlehre als Maler bewarb sich Manuela Grüneberg an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee um einen Studienplatz als Kunstmalerin, konnte sich aber nicht gegen die 200 Mitbewerber durchsetzen. Den Rat der Prüfungskommission, stattdessen den Studiengang Bauwerksgestaltung zu belegen, schlug sie in den Wind und absolvierte bei der DDR-Handelsorganisation HO eine zweite Lehre als Dekorateur.

„Zu unseren Aufgaben gehörte nicht nur die Gestaltung von Schaufenstern und Läden“, blickt die Wahlsdorferin zurück. Auch zahlreiche kulturelle und gesellschaftliche Anlässe wurden von ihr und ihren Kollegen ausstaffiert. Auf die Unmengen roten Fahnenstoffs, die damals zum Einsatz kamen, blickt sie noch heute schmunzelnd zurück.

Stadtfeste und Weihnachtsmarkt ausstaffiert

„Auf dem Luckenwalder Boulevard hatte die HO sogar eine eigene Werbeabteilung, von wo aus wir alle HO- und Exquisit-Läden versorgten, aber auch das Stadtfest oder den Luckenwalder Weihnachtsmarkt ausstaffierten“, erzählt Manuela Grüneberg. Auch an den extra dafür von ihrem Kollegen Gerd Gebert kreierten Märchenfiguren hat sie damals mitgearbeitet.

Mit der Wende kam die Auflösung der HO und der Werbeabteilung, in der Michaela Grüneberg inzwischen als Lehrausbilderin arbeitete. Zusammen mit einigen ihrer Kollegen gründete sie in Luckenwalde die Werbeagentur „Deko-Werbung“. „Fast alles, was die Leute in der Gründerphase damals so brauchten, haben wir gemacht, so dass wir volle Auftragsbücher hatten und immer mehr ehemalige HO-Kollegen zu uns kamen“, erinnert sie sich. Als der Boom nachließ, schaute sie sich nach einer Alternative um. Lange suchen musste sie nicht. Denn auch ihre Eltern hatten sich nach der Wende einen lange gehegten Traum erfüllt und mit der Gründung der Wahlsdorfer Kreativbude ihr Hobby zum Beruf gemacht.

13 Jahre ist es her, dass Tochter Michaela auch beruflich dorthin zurückkehrte, wo für sie in Sachen Kreativität einst alles begann. Vor wenigen Jahren legten ihr ihre Eltern die Leitung des kleinen Familienbetriebes in die Hände. Zusammen werden sie sich am Sonnabend auch auf musikalische Russlandreise begeben.

Termin: „Russischer Winter“, Gutshaus Wahlsdorf, 7. Januar, 15 und 18 Uhr.

Von Uwe Klemens

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