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Schickes Design ist wichtig in der Stadt

Radfahren in Dahmeland-Fläming Schickes Design ist wichtig in der Stadt

Das Trekkingrad ist Nummer eins im Absatz. Urbanräder für die Stadt werden immer individueller – sie müssen auch optisch zu ihrem Besitzer passen. Und die E-Bikes bauen ihren Marktanteil immer weiter aus. Zum Auftakt unserer neuen Fahrrad-Serie informiert die MAZ über die Trends auf dem Zweiradmarkt.

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Das Angebot auf dem Fahrradmarkt ist so groß wie nie zuvor. Die Wünsche der Kunden werden differenzierter, E-Bikes rollen den Markt von hinten auf.

Quelle: DPA

Dahmeland-Fläming. Das Fahrrad war einst vor allem eine billige Alternative zum Auto. Heute ist Radfahren Haltung – und so angesagt wie nie zuvor. Das bestätigt auch Sebastian König, Inhaber der Firma Fahrrad König in Königs Wusterhausen. Es sei absolut im Trend, Fahrrad zu fahren, sagt er. „Dabei geht es nicht nur darum, das Auto stehen zu lassen. Es geht um den sportlichen Aspekt, um die Bewegung an sich.“

Wenn Sebastian König in seinem Geschäft mit den Kunden ins Gespräch kommt, berichten ihm einige neuerdings sogar von einem regelrechten Sinneswandel. Sie hätten eigentlich mit dem Thema abgeschlossen gehabt und nicht für möglich gehalten, dass sie sich in diesem Leben noch einmal ein ordentliches Fahrrad kaufen würden, sagen sie.

Aber dann habe irgendwann das Rad eine magische Anziehungskraft entwickelt. Das Fahrrad sei vielseitig einsetzbar, egal ob auf dem Weg zur Arbeit, auf einem Kurztrip in die Stadt oder auch beim Einkaufen, sagt König. „Die Impulse für stärkere körperliche Betätigung kommen oft vom Arzt oder vom Partner.“ Fahrradfahren sei eine subtile Möglichkeit, dieser Empfehlung nachzukommen.

E-Bikes haben bereits einen Marktanteil von rund 15 Prozent

E-Bikes haben bereits einen Marktanteil von rund 15 Prozent

Quelle: DPA

In seinem Geschäft bietet Sebastian König alle möglichen Arten von Fahrrädern an. Am meisten verkauft werden Trekking-Räder. Das sind Räder, die für längere Strecken ausgelegt sind. Mit 32 Prozent Marktanteil dominiert der Allrounder den Markt. Trekkingräder sind für Strecken bis etwa 40 Kilometer geeignet. Sie taugen gelegentlich auch für einen unbefestigten Feldweg.

Das Rad als Spiegel der Persönlichkeit

Abseits der Straße zu fahren ist kein Problem, solange der Weg nicht querfeldein führt. Die Räder sind sportiv gebaut, die Sitzposition ist etwas nach vorne geneigt, dadurch wird eine gute Kraftübertragung erreicht. Für ein ordentliches Trekkingrad sollte man mindestens 600 Euro investieren, empfiehlt Sebastian König.

Etwas anders angelegt sind Cityräder. Die sind besonders in Ballungsräumen gefragt. „Diese Räder kommen in einem immer schnittigeren Design daher“, sagt David Eisenberger, Sprecher des Zweirad-Industrie-Verbands. Das liegt auch am Verhältnis, das die Kunden zu ihrem Fahrrad entwickeln. Besonders in diesem Segment würden sich Käufer immer stärker mit ihrem Rad identifizieren, so Eisenberger. Das Rad müsse die Persönlichkeit des Eigentümers unterstreichen.

Cityräder sind nicht für Überlandfahrten gemacht

Jedes Rad verfügt über eine andere Rahmengeometrie. Beim Cityrad sitzt der Fahrradfahrer etwas bequemer und aufrecht. Man ist daher grundsätzlich langsamer unterwegs, weil die Kraftübertragung schlechter als beim Trekkingrad ist. Allzu viel sollte man sich mit einem solchen Rad auch nicht vornehmen. Cityräder sind für innerstädtische Strecken bis zehn Kilometer ausgelegt und nicht geländetauglich.

Ganz anders die Mountainbikes, die ihre wahren Stärken erst dort zeigen, wo der Asphalt aufhört und wo es Bodenwellen, sandigen Untergrund und kleine Hindernisse zu überwinden gilt. Für Mountainbikes gebe es in der Region allerdings nur wenige Abnehmer, sagt Sebastian König. Das sei der örtlichen Topographie geschuldet. Im Flachland werden nur wenige der Stock-und-Stein-Räder gefahren.

Der Markt, der sich derzeit am stärksten entwickelt, ist der E-Bike-Markt. Ihr Absatz hat sich allein im vergangenen Jahr um 13 Prozent gesteigert. Die E-Bike-Auswahl in Sebastian Königs Laden ist fast so groß wie die der nicht elektrifizierten Räder. Mehr als 600 000 elektrobetriebene Räder rollten im vergangenen deutschlandweit nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands aus den Läden.

Qualität kostet

Damit war 2016 jedes siebte verkaufte Fahrrad elektrifiziert. E-Bikes haben damit bereits einen Marktanteil von 15 Prozent. „Sie sind seit Jahren Motor der Branche“, sagt Verbandssprecher David Eisenberger. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, etwa als City-, Trekking- oder Mountainbike. Ein hochwertiges Elektrofahrrad gibt es derzeit ab etwa 2000 Euro.

Alle diese Räder verbindet heutzutage die Möglichkeit einer starken Individualisierung. Es gibt unterschiedliche Rahmengrößen und -geometrien, die unter anderem die Wendigkeit des Rades beeinflussen. Außerdem wird immer mehr Wert auf ergonomische Sattel und Griffe gelegt – jeweils genau auf den Fahrer zugeschnitten. Ein gutes Fahrrad darf daher auch etwas kosten. „Die Kundschaft ist durchaus bereit, für gute Qualität auch etwas mehr auszugeben“, sagt David Eisenberger. Rund 640 Euro hat der Kunde im vorigen Jahr im Durchschnitt für ein Fahrrad ausgegeben, E-Bikes eingerechnet. Das ist eine Steigerung um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Vielen ist ein Fahrrad sogar zu wenig, sagt Sebastian König. Der Trend geht zum Zweitrad: Eins für die Stadt und eins für weitere Strecken auf dem Land.

Von Johannes Zimmermann

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