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Schiedsleute ziehen positive Bilanz

Lichterfelde Schiedsleute ziehen positive Bilanz

Der Streit um einen Knallerbsenstrauch erlangte deutschlandweit traurige Berühmtheit. Dass es soweit gar nicht erst kommen muss, wissen die Schiedsleute der Gemeinde Niederer Fläming. Seit zehn Jahren sind sie als Streitschlichter im Einsatz. Nun ziehen sie Bilanz ihrer bisherigen Tätigkeit. Beide bewerben sich wieder um dieses Ehrenamt.

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Ein Schlichtungsteam seit zehn Jahren: Ilona Driesner und Jürgen Reichard-Apel.

Quelle: Uwe Klemens

Lichterfelde. Was tun, wenn der Nachbar die Sonntagsruhe mit der Kreissäge zerstört oder dessen Knallerbsenstrauch das eigene Gartenidyll überwuchert? Nicht selten landen Nachbarschaftsstreitigkeiten dieser Art vor dem Richter. Was kaum einer weiß: Seit 2005 schreibt das Brandenburgische Schlichtungsgesetz vor, dass derartige Klagen erst dann vor Gericht zugelassen werden, wenn zuvor die Gütestelle in der Kommune vergeblich bemüht wurde, eine Schlichtung herbeizuführen.

Wie eine so genannte Schiedsstelle arbeitet, erläuterte Ilona Driesner nun den Gemeindevertretern ihrer Gemeinde Niederer Fläming. Seit genau zehn Jahren ist die Wiepersdorferin, die auch als ehrenamtliche Schöffin am Amtsgericht in Luckenwalde tätig ist, Chefin der zweiköpfigen Schiedsstelle. Ihr zur Seite steht der Hohenseefelder Jürgen Reichard-Apel.

„Bei uns wird recht wenig gestritten“

„Im Vergleich zu anderen Gemeinden wird bei uns recht wenig gestritten“, zieht Driesner Bilanz. Insgesamt zehn Mal baten Einwohner um Hilfe bei der Lösung von Konflikten. Andernorts hätten Schiedsleute etwa zehn Mal so oft zu tun. „Fünf unserer zehn Fälle konnten wir lösen und endeten mit einem Vergleich, bei dem sich die Parteien am Ende mit einem Handschlag trennten“, verweist Ilona Driesner auf die stolze Erfolgsbilanz von 50 Prozent. Von den übrigen fünf Fällen landete ein einziger vor dem Amtsgericht. In den übrigen vier Fällen verzichteten die Kläger am Ende auf diesen Schritt.

„Bei Schiedsverhandlungen arbeiten wir grundsätzlich zu zweit, auch zu unserem eigenen Schutz, denn man weiß nie, wie die Streitparteien reagieren“, sagt Driesner. Auch bei Vorgesprächen, die oft am Telefon stattfinden und auch mal mehrere Stunden dauern können, sei es günstig, sich die Arbeit zu teilen und sicherzustellen, dass die Schiedsstelle auch bei Urlaub oder Krankheit arbeitsfähig bleibt. Häufigste Streitthemen sind unklare Grundstücksgrenzen, Lärm, Beleidigung und Sachbeschädigung. Bevor die Schiedsstelle per amtlicher Ladung beide Parteien an einen Tisch bittet, muss der Kläger 40 Euro für Porto und Verwaltungsgebühren vorstrecken. Wer dem Schlichtungsversuch unentschuldigt fernbleibt, hat in der Sache verloren. Erst die Bestätigung durch die Schiedsstelle ermächtigt zum Gang vor den Richter.

Beide bewerben sich

Für Ilona Driesner und Jürgen Reichard-Apel endet nun die zweite Amtszeit. Alle fünf Jahre können sich Einwohner für dieses Ehrenamt bewerben. Am 11. November endet die Ausschreibung, an der sich auch die beiden erneut beteiligen wollen.

Info: Weitere Informationen unter Tel.  03 37 46/6 96 16 oder unter
www.gemeinde-niederer-flaeming.de

Von Uwe Klemens

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