Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
„Schildbürgerstreich“ der Verwaltung

Schlechteste Straße in Dahmeland-Fläming „Schildbürgerstreich“ der Verwaltung

MAZ-Aktion: Wegen Wasseranschlüssen wurde ein Teil der Straße „Am Sandgarten“ in Kloster Zinna erneuert – doch ein 70 Meter langer Abschnitt blieb zur Überraschung der Anwohner unangetastet. Die Straße ist damit Kandidat für die MAZ-Aktion „Schlechteste Straße der Region Dahmeland-Fläming“.

Voriger Artikel
Zwei schwere Wildunfälle am Morgen
Nächster Artikel
Vier Verletzte und ein zerstörter Imbiss nach Unfall

Sandra Koch ärgert sich, dass bei der Sanierung ein kurzes Stück der Straße „Am Sandgarten“ in Kloster Zinna ignoriert worden ist.

Quelle: Foto: Degener

Kloster Zinna. Zum Sportplatz von Kloster Zinna führt die Straße „Am Sandgarten“, die ihrem Namen über Jahrzehnte gerecht wurde. Es staubte und sah so aus, als wäre frisch umgegraben worden. Immerhin das vordere Stück wurde schon vor vielen Jahren asphaltiert. Seit Oktober war der etwa 250 Meter lange hintere Teil gesperrt, weil eine Reihe von Grundstücken Trinkwasseranschlüsse erhielten. Dort ist das Problem nun dank frischen Asphalts ebenfalls behoben.

Die Baumaschinen sind weg, doch die Holperpiste bleibt

Seit zwei Wochen sind die Baumaschinen nun weg, obwohl ein 70 Meter langes Stück in der Mitte unangetastet blieb. „Wir dachten, dass hier noch etwas passiert, aber nach den Bauarbeiten sieht die Straße noch schlimmer aus als vorher“, sagt Sandra Koch. Die junge Mutter muss sich mit ihrem Kinderwagen durch die Buckelpiste quälen. Auch Autofahrer fahren äußerst links oder rechts knapp an den Bäumen und der Böschung der Nuthe vorbei, um ihre Fahrzeuge zu schonen.

„Das ist ein echter Schildbürgerstreich“, sagt Fetor Harz. Der 66-Jährige lebt seit über 30 Jahren dort. „Die Federung an meinem Auto war gerade wieder gebrochen“, klagt Harz. Immerhin würde ein Nachbar ab und zu mit eigenem Material die Löcher etwas auffüllen.

Stadt: Mehrkosten für Erneuerung des Reststücks wurden nicht geprüft

Laut Stadtverwaltung beseitigt der Bauhof einmal jährlich die Löcher. Arne Raue (parteilos), der Bürgermeister von Jüterbog, teilte der MAZ mit, dass man die Sanierung des Mittelstücks im Rahmen der Erneuerung des hinteren Bereichs nicht geprüft habe und eventuelle Mehrkosten für das Teilstück auch nicht benennen könne, weil keine Angebote eingeholt worden seien. Gründe, wieso die Sanierung nicht einmal in Erwägung gezogen wurde, nennt er auf Nachfrage nicht.

Zum Sportplatz wird auf dem neuen Abschnitt nun gerast

Raues Aussagen bezweifelt man vor Ort. Matthias Botzet ist Eigentümer eines Wohnblocks in der Straße. „Ich war mehrfach im Kontakt mit dem Bauamt, weil die Straße einfach gemacht werden muss. Dort wurde mir gesagt, dass es kein Geld für die Maßnahme gibt“, sagt Botzet. Demnach standen Mehrkosten von rund 15 000 Euro im Raum. „Ich hätte mich auch beteiligt, aber jetzt ist die Firma abgerückt, da wird es wieder teurer“, sagt Botzet. Er sieht die Sache aber auch mit etwas Galgenhumor. „Die Leute, die zum Sportplatz wollen, haben es ja immer eilig und Sonntag früh ist es hier nicht erträglich“, gibt Botzet weiter, was ihm seine Mieter geschildert haben. Die gemachten Abschnitte verleiten zum Rasen. Nur die Holperpiste in der Mitte wirkt als Bremse.

Fazit: Am Geld scheitern die meisten Straßensanierungen, was auch verständlich ist. Unverständlich ist es aber, einen möglichen Mitnahmeeffekt durch die Baustelle nebenan und die Bereitschaft der Kofinanzierung durch Anlieger von vornherein zu ignorieren.

Von Peter Degener

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg