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Schimmel in der Wohnung: Mädchen an Asthma erkrankt

Ludwigsfelde Schimmel in der Wohnung: Mädchen an Asthma erkrankt

Als Patryk und Katarzyna Wodowski ihr erstes gemeinsames Nest in Ludwigsfelde beziehen ahnen sie nicht, dass diese Zweiraumwohnung mal ihre beiden Mädchen krank machen wird.

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Jeden Tag muss Patryk Wodowski Wasser aus dem Entfeuchter im Wohnzimmer auskippen.

Quelle: Foto: Abromeit

Ludwigsfelde. Lena und Eileen sind vier und fünf Jahre alt, beide Schwestern haben Asthma. Die Eltern Katarzyna und Patryk Wodowski sehen im Schimmel an den Wohnzimmerwänden eine Hauptursache für die Krankheit ihrer Mädchen. Sie sind verzweifelt – der Vermieter wirft ihnen mangelnde Lüftung vor. „Im Sommer können wir die Wäsche auf den Balkon stellen, aber jetzt wird es wieder kalt, da trocknen die Sachen nicht schnell“, sagt die Mutter.

Sie und ihr Mann waren als junges Paar in die Zweiraumwohnung an der Potsdamer Straße in Ludiwgsfelde gezogen. Nacheinander kamen die Töchter, es wurde eng. Und wenn dann ein Zimmer kaum nutzbar ist, belastet das das gesamte Familienleben. Katarzyna Wodowska legt einen dicken Ordner voller Schreiben auf den Tisch: Seit zwei Jahren schickt sie dem Vermieter, der RT Facility Management GmbH & Co, Schimmelfotos von der Wetterseite des Hauses. Die Antworten der Firma mit Sitz im niederländischen Amsterdam kommen aus Düsseldorf und Frankfurt/Main. Zusammengefasst: Sie sollen mehr lüften.

Von Michael Reise, dem Verwalter vor Ort, erfährt die MAZ: „Das ist die einzige Wohnung von unseren 14, wo dieses Problem auftritt.“ Ein paar Tage später meldet sich Nachbar Frank Köster, seit 2015 Mieter im selben Haus; auch er schickt Schimmelbilder. Verwalter Reise sagt: „Die Familie könnte sofort in die gleichgroße Wohnung einen Aufgang weiter einziehen, wir würden auch den Umzug bezahlen.“ Katarzyna Wodowska sagt dazu: „Wir könnten dort nur das Schlaf- und das Wohnzimmer nutzen, sagt Herr Reise, waschen und kochen müssten wir weiter hier. Wir müssen dann aber für beide Wohnungen Miete zahlen...“


Freigelegte Wohnzimmerkante in der Schimmelwohnung

Freigelegte Wohnzimmerkante in der Schimmelwohnung.

Quelle: Jutta Abromeit

Um irgendwo doch noch Hilfe zu bekommen, traten die Eltern in den Mieterbund in Ludwigsfelde ein. Der ist Mitglied in der gemeinnützigen Mietervereinigung Der Teltow (VMNE). Deren Geschäftsführer Matthias Blunert sagt: „Es ist hanebüchen, dass mal wieder versucht wird, offenkundige Baumängel dem Mieter anzulasten.“ Nach dem, was der VMNE bisher wisse, handele es sich um mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um von außen eindringende Feuchtigkeit, so Blunert. „Das Problem: Der Vermieter hat in Deutschland nur Verwaltungsfirmen, sitzt aber im Ausland.“ Damit sei ein wohl Jahre währender Gerichtsprozess nicht hilfreich. „Aber wir müssen dieser Familie mit den beiden kleinen Mädchen helfen“, sagt der VMNE-Chef. Auch er war wie Katarzyna Wodowska beim kommunalen Vermieter, der Wohnungsgesellschaft Märkische Heimat in Ludwigsfelde. Doch vergeblich. Dort sind Wohnungen derzeit ebenso wie in der ganzen Stadt absolute Mangelware.

Aus dem Mieterbund Ludwigsfelde treten die Wodowskis wieder aus. „Auch wenn wir hier arbeiten  – wir müssen woanders ein neues Zuhause suchen, so geht es nicht weiter“, erklären sie.

Von Jutta Abromeit

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