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Schischa statt Glühwein

Weihnachtsfeier mit Flüchtlingen in Hennickendorf Schischa statt Glühwein

Ihr wohl erstes Weihnachtsfest feierten die Flüchtlinge aus dem Übergangswohnheim in Hennickendorf am Dienstagabend ohne Schweinefleisch und Alkohol, dafür mit Knüppelkuchen und einer Wasserpfeife „Schischa“. Die freiwilligen Helfer des Heims hatten die Idee zu der unkonventionellen Weihnachtsfeier am Lagerfeuer vor dem Heim. Fürs Feuer sorgte der Ortsvorsteher.

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Gemeinsam wurde Knüppelkuchen über dem Feuer gegrillt.

Quelle: FOTOS: Reck (2)

Hennickendorf. Das dürfte das erste Weihnachtsfest im Leben der meisten Flüchtlinge sein, die derzeit im Pegasus-Park bei Hennickendorf untergebracht sind. Das gute Dutzend freiwilliger Helfer, das sich seit dem Einzug der ersten Flüchtlinge in dieses vorläufige Übergangswohnheim um sie kümmert, hatte am Dienstagabend ein gemütliches Beisammensein am Lagerfeuer organisiert.

Nur wenige Bewohner blieben auf ihren Zimmern, verfolgten das Geschehen aber aufmerksam von ihren Fenstern. Die meisten freuten sich über die Abwechslung und kamen zu der etwas unkonventionellen Weihnachtsfeier.

Dazu hatte jeder der Helfer etwas zu essen mitgebracht. Auf Schweinefleisch wurde dabei natürlich verzichtet und selbstverständlich auch auf Alkohol. Zwar brutzelte irgendwo ein kleiner Topf mit Glühwein, an dem bedienten sich aber nur die Einheimischen. Dafür holte ein Bewohner aus seinem Zimmer eine Schischa, also eine Wasserpfeife, an der jeder, der wollte, mal ziehen durfte.

Auch die weiblichen Bewohner des Heims hatten tagsüber gemeinsam mit den Heimleiterinnen Rita Schulze und Silvia Müller verschiedene Gerichte vorbereitet, Kräuter geschnippelt und Quark angerührt. Währenddessen hatten die Männer mit den Kindern lange Stöcke geschnitzt, auf denen dann am Abend der Knüppelteig aufgerollt und über dem offenen Feuer gegrillt wurde. Da hatten nicht nur die Kinder ihren Spaß.

Im Hintergrund lief Weihnachtsmusik, was zur angenehm freundlichen Stimmung beitrug. „Die Kinder hatten heute Nachmittag schon zu weihnachtlicher Popmusik getanzt“, berichtete Heimleiterin Rita Schulze lachend.

Sie lobte vor allem die Arbeit der freiwilligen Helfer, die auch die Idee zu diesem gemütlich-besinnlichen Beisammensein hatten. Dazu gehörten viele Hennickendorfer und Bewohner der umliegenden Dörfer. Vor allem die Kirchengemeinde engagiere sich für die Betreuung der hier untergebrachten Flüchtlinge aus aller Herren Länder, sagte Rita Schulze. Auch Mitarbeiter der Gemeindevertretung Nuthe-Urstromtal waren zugegen und halfen fleißig mit.

„Im Moment leben hier 103 Bewohner“, berichtete Silvia Müller. Dazu gehören zwölf Kinder aus acht Familien. Die Kleineren gehen zur Grundschule nach Zülichendorf, die Größeren zur Oberschule in Luckenwalde. Zwei Familien konnten erst kürzlich nach Luckenwalde in eigene Wohnungen umziehen.

Im Hennickendorfer Heim bewähre sich besonders, dass Familien und alleinstehende Männer gemeinsam unter einem Dach lebten, sagt Rita Schulze. Das führe dazu, dass die Männer nicht nur Rücksicht nehmen, sondern auch Verantwortung für die Mitbewohner übernehmen.

Auch wenn man sich kaum verständigen konnte, verstand man sich prächtig an diesem Abend. Zu den Helfern gehörte auch Hennickendorfs Ortsvorsteher Günter Ziehe. Er scheint seine Vorbehalte gegen die Unterbringung der Flüchtlinge in Hennickendorf über Bord geworfen zu haben. „Wenn man mit den Leuten näher zu tun hat, merkt man doch, dass die ganz in Ordnung sind“, sagte er. Der Ortsvorsteher hatte mit seinem Traktor und einem Anhänger zwei Feuerschalen angeliefert und auch für das notwendige Brennholz gesorgt.

Von Hartmut F. Reck

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