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Schlagabtausch in der Turnhalle

Infoveranstaltung zu Flüchtlingen in Blankenfelde Schlagabtausch in der Turnhalle

Seit Dienstag sind in Blankenfelde die ersten 60 Flüchtlinge untergebracht. In einem Jahr könnten es 900 in ganz Blankenfelde-Mahlow sein. Vertreter von Kreis und Gemeinde hatten sich noch am Montag den Fragen der Bürger, die zwischen Ablehnung und Hilfsbereitschaft schwanken, gestellt.

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Anwohner konnten einen Blick in die zur Flüchtlingsunterkunft umgebaute ehemalige Kita Wirbelwind nehmen.

Quelle: Zielke

Blankenfelde. Ein paar nüchterne Doppelstockbetten, Bettwäsche, ein grauer Metallspind – so sieht das Leben für die 60 Flüchtlinge aus, die am Dienstag in Blankenfelde angekommen sind. „Sechs Quadratmeter stehen jedem zu, außerdem 30 Liter Kühlschrankvolumen“ – Michael Klinkmüller von der Ausländerbehörde Teltow-Fläming zählt nüchtern auf, was den Menschen laut Gesetz zusteht. Viele sind überrascht, einige wollen wissen, wie man helfen kann. Auf den Fluren der ehemaligen Kita Wirbelwind wurde am Montagabend kontrovers diskutiert.

Schon vorher bei der Anwohnerversammlung ging es hoch her. Die Turnhalle der Ingeborg-Feustel-Schule war so voll, dass aus Brandschutzgründen einige Zuhörer zunächst draußen warten mussten. Wer es hinein geschafft hatte, erlebte einen munteren Schlagabtausch von Gegnern und Befürwortern – inklusive Nazi-Vorwürfen von der einen und dem lautem Gejohle von der anderen Seite. Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) merkt man die Routine auf solchen Veranstaltungen an. Sie ließ sich weder von Fragen noch von Zwischenrufen aus der Ruhe bringen. Stattdessen beschwor sie den „Zusammenhalt der kommunalen Familie“, die bis zum Jahresende noch 1000 Menschen unterzubringen habe. Wehlans Sozialbeigeordnete Kirsten Gurske (Linke) machte den rund 300 Zuhörern von Anfang an klar, dass „Blankenfelde-Mahlow als einwohnerstärkste Gemeinde in Teltow-Fläming einen großen Anteil aufnehmen muss“. Bis Ende 2016 werden es bis zu 900 Menschen sein.

Dieser Logik wollten viele Zuhörer nicht folgen. Sie sorgen sich vor allem um die Sicherheit, erst recht, nachdem bekannt wurde, dass die meisten Bewohner alleinstehende Männer aus Syrien, Eritrea, Somalia und Kamerun sind. Nur eine afghanische Familie ist unter den Erstankömmlingen.

Kornelia Wehlan verwies auf die guten Erfahrungen mit Sicherheitspartnerschaften in anderen Kommunen, wo Gemeinde, Kreis, Polizei und Heimbetreiber gemeinsam bei Konflikten innerhalb und außerhalb der Flüchtlingsunterkünfte agieren. Sven Wagner, der Leiter der Ludwigsfelder Polizeiwache, versprach, dass die Blankenfelder Revierpolizisten täglich im Heim seien.

Nadine Nemeth, die Sozialarbeiterin in der Blankenfelder Notunterkunft, schaffte es, zumindest einen Teil der Ängste zu entkräften. Als sie vor zwei Wochen in das Übergangsheim nach Großbeeren kam, habe sie sich angesichts der vielen jungen Männer zunächst unwohl gefühlt. „Nach zwei Tagen habe ich gemerkt, dass das total albern war“, sagte sie und lud alle Zuhörer ein, den Kontakt zu den Bewohnern zu suchen: „Begegnung baut Ängste und Vorurteile ab.“ Ihr Chef Christian Lähnemann vom Internationalen Bund gab sich nach der Veranstaltung zuversichtlich, dass die meisten Blankenfelder helfen wollen: „Ich arbeite lieber mit diesen Leuten zusammen. Sie sind unser größter Schatz.“

Von Christian Zielke

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