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Schlamm raus, Wasser rein

Zülowseen in Rangsdorf werden saniert Schlamm raus, Wasser rein

Die Tage der Zülowseen in Rangsdorf waren gezählt. Ohne menschliche Unterstützung wären das aus sechs Seen bestehende Ökosystem eines Tages verschwunden. Nun hat die Sanierung begonnen – mit Kompensationsgeld für den Flughafen BER. Seltene Tiere wie die große Teichmuschel sollen sich dort wieder wohlfühlen.

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Das Sanierungsboot bei der Arbeit.

Rangsdorf. Oktoberfest im Naturschutzgebiet? So mancher Rangsdorfer hat sich sicher gewundert, was das riesige Zelt an der Zülowpromenade zu suchen hat. Darin wird jedoch keineswegs gefeiert, sondern hart für den Naturschutz gearbeitet.

Mit rund einjähriger Verspätung hat die Sanierung der Zülowseen nun begonnen. Ursprünglich sollte es schon im Herbst 2014 losgehen, doch der milde Winter und die Naturschutzbehörden machten dem einen Strich durch die Rechnung. Jetzt haben alle Ämter ihre Zustimmung gegeben und auch das technische Verfahren ist ein anderes, erläutert Franziska Lück vom Umweltplanungsbüro Terra Urbana. „Jetzt arbeiten wir auf dem Land. Ursprünglich wollten wir wasserseitig arbeiten. Dazu hätten wir Frost gebraucht“, sagt die Geoökologin.

Von einem Boot aus wird der bis zu einem Meter dicke Schlamm aus den Gewässern abgesaugt. Per Schlauch gelangt er in das Zelt, das am Ufer steht. Darin filtern Maschinen die Sedimente heraus und trocknen den Schlamm. Dabei soll so wenig Wasser wie möglich verloren gehen. Was seit Jahrzehnten auf dem Grund moderte und faulte, landet per Förderband in großen Containern. Ob der getrocknete Schlamm kompostiert oder als Sondermüll entsorgt werden muss, wird sich in den nächsten Wochen herausstellen. „Wir führen regelmäßig Proben durch“, sagt Geoökologin Franziska Lück. Da sich in der Nähe einst eine chemische Reinigung befand, könnte der Schlamm zumindest teilweise verseucht sein.

Zurück in die Zülowseen fließt klares und sauerstoffreiches Wasser. Seltene Tierarten wie die große Teichmuschel, Fische, Amphibien und Vögel sollen sich dort wieder wohlfühlen. Erklärtes Ziel ist es, das aus sechs Seen bestehende Gewässersystem wieder ökologisch durchlässig zu machen und eines Tages wieder eine gut funktionierende Verbindung vom Zülowgraben zum Groß Machnower See zu schaffen. Dazu müsste der derzeit zum Teil geschlossene Jordangraben wieder geöffnet werden, sagt Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP).

Die Gemeinde ist größter Gesellschafter der Berlin Area Development Company (BADC), einer Gesellschaft unter Beteiligung mehrerer Kommunen aus dem Umfeld des künftigen Flughafens BER, die die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen koordiniert. Insgesamt 30 Millionen Euro hat BADC-Geschäftsführerin Antje Girschick zur Verfügung – Geld, das die Eingriffe in die Natur durch den Flughafen kompensieren soll.

Für Bürgermeister Klaus Rocher ist die Sanierung der Zülowseen ein positives Beispiel, dass Kompensationsmaßnahmen im Umfeld des Flughafens auch in der Region ankommen. „Wir wollen den ökologischen Ausgleich hier haben. Bisher floss das Geld in die Lausitz“, sagt Rocher.

Mit 900 000 Euro gehören die Zülowseen zu den größten Projekten, die die BADC betreut. Geht es nach Bürgermeister Klaus Rocher, ist diese Maßnahme nur der Anfang. Derzeit, so Antje Girschick, finden Untersuchungen am Groß Machnower See statt. Auch der Rangsdorfer See und die Kanäle von „Klein Venedig“ kämpfen mit ähnlichen Problemen.

Ende Februar soll die Sanierung der Zülowseen abgeschlossen sein.

Von Christian Zielke

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