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Teltow-Fläming 3. Schlossgespräche zu globalen Problemen
Lokales Teltow-Fläming 3. Schlossgespräche zu globalen Problemen
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20:35 27.09.2018
Baruths Bürgermeister Peter Ilk (l.) und sein internationaler Koordinator Karsten Wittke waren die Gastgeber für das Schlossgespräch. Quelle: Fotos: Abromeit (2)
Baruth

„Die Orientierung auf Nachhaltigkeit ist noch nicht so angekommen, wie sie sollte“, stellte Baruths Bürgermeister Peter Ilk (parteilos) am Donnerstag fest. Das sagt ein Rathauschef, der dieses Thema mit den Bereichen Holz, Wasser und Bildung für seine Kommune seit Jahren sehr ernst nimmt. Deshalb hatte er die Städtepartnerschaft mit dem mongolischen Murun angeschoben, deshalb hatte Baruth zum dritten Mal zu Schlossgesprächen für Brandenburg ins Urstromtal eingeladen.

erste Arbeiten für das neue gemeinsame Handwerker-Ausbildungszentrum der Städte Baruth/Mark (TF) und Murun Quelle: privat

„Wir machen das nicht, weil die Uno das mit ihrer Charta beschlossen hat oder weil es chic ist“, erklärte er, sondern weil Kommunen so zu gestalten seien, dass sie für spätere Generationen noch lebenswert seien. „Das heißt für uns ganz konkret: Wir haben die Verantwortung, nicht nur eine abgenutzte Welt und Schulden zu hinterlassen.“

Oleksandr Naumenko ist Schulleiter im ukrainischen Machnivka, er berichtet, was er aus den Schlossgesprächen mit in die Heimat nimmt; neben ihm Manhja buße (CDU), Bürgermeisterin der deutschen Partnergemeinde Mittenwalde. Quelle: Jutta Abromeit

Ganz unerwartet dabei: Gäste aus der Ukraine. Die hatte Maja Buße (CDU), die Mittenwalder Bürgermeisterin, mitgebracht. Sie berichtete: „Wir setzen mit unserer Partnergemeinde Machnivka gerade ein Schnellstarterprojekt UkraineDeutschland um.“ Dafür gab es Fördermittel.

Ukrainer nehmen deutsche Ideen mit

Mit Unterstützung der staatlichen Organisation „Engagement global“ besuchte man Konferenzen zu den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen in Nürnberg und Liev. Bürgermeister Pawlo Kusniski und Schulleiter Oleksandr Naumenko schauten sich Details in Mittenwalder Kitas und Schulen an. „Vieles, was bei uns Alltag ist, nehmen sie als neue Ideen mit“, sagte Buße.

Karsten Wittke ist bei der Stadt Baruth für zwei Jahre als internationaler Koordinator angestellt. Damit die Schlossgespräche noch populärer werden, überlegt er, die Veranstaltung wegen der Anfahrtswege in Nord- und Süd-Brandenburg zu splitten. Inhaltlich baue man jeweils aufs Vorjahr auf.

Nachhaltigkeit – ein Begriff aus der Forstwirtschaft

Jetzt legten die ersten neun Kommunen Berichte vor, wie sie Nachhaltigkeit umsetzen. Noch immer sei dieser Begriff jedoch für viele sehr jung und sehr neu, so Wittke: „Aber er stammt aus der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts, aus der ersten Zeit großer Abholzungen als klar wurde, dass der Mensch weiter denken muss.“

Dieses Weiterdenken gelte inzwischen für alle, sagte Wittke, ob in der Ukraine, der Mongolei oder in Deutschland: „Es ist eine sehr kleine Erde, die wir alle haben.“ Hinter dem Programm, für das sich der Malerei-Meisterschüler derzeit so engagiert, stünden hohe Werte.

„Wir sind in Deutschland sehr weit“

„Für mich ist diese Arbeit etwas, das ich meinen Kindern und Enkeln schuldig bin“, erklärte er. Dabei will er den Blick vor allem auf Wasser, Bildung und Abfallbeseitigung lenken: „Damit sind wir in Deutschland sehr weit, das merken wir nur manchmal nicht mehr. Aber nehmen wir das ernst, können wir da inzwischen sehr viel vermitteln,“

Und denkt an die nächsten Reisen von Baruthern in die Mongolei. Dort helfen Kommunalpolitiker und Engagierte, ein Handwerker-Schulungszentrum aufzubauen (die MAZ berichtete) 2019 soll es fertig sein. Bürgermeister Ilk hofft, nächstes Jahr der Gastgeber für die vierten Baruther Schlossgespräche sein zu können.

Von Jutta Abromeit

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