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Schneepflugfahrer üben für die Weltmeisterschaft

Rangsdorf/ Erkner Schneepflugfahrer üben für die Weltmeisterschaft

In der kommenden Woche werden im polnischen Danzig die besten Schneepflugfahrer der Welt gekürt. Um den Titel kämpft auch ein Team aus Rangsdorf und Luckau. Auf dem Gelände der Autobahnmeisterei bereiten sie sich auf den Wettkampf vor und müssen dabei eine enorme Geschicklichkeit beweisen.

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Andreas Müller (Leiter der Autobahnmeisterei Erkner), Sebastian Tschammer, Mathias Pötsch (beide Straßenmeisterei Luckau), Enrico Helmke, Tom Schultchen (beide Autobahnmeisterei Rangsdorf) und Enrico Riedel (Erkner) trainieren für die WM in Danzig.

Quelle: Fotos: Christian Zielke (3)

Erkner. Ein Winterdienstfahrzeug wirkt auf den ersten Blick nicht unbedingt wie eine Maschine, mit der man Millimeterarbeit erledigt. Doch genau das tun die Männer in den orangen Uniformen auf dem Hof der Autobahnmeisterei Erkner.

Dort bereiten sich derzeit Deutschlands beste Schneepflugfahrer auf die Weltmeisterschaft vor, die kommende Woche im polnischen Danzig stattfindet. Unter der Anleitung von Andreas Müller, dem Leiter der Autobahnmeisterei Erkner trainieren Enrico Helmke und Tom Schultchen von der Autobahnmeisterei Rangsdorf sowie Sebastian Tschammer und Mathias Pötsch von der Straßenmeisterei Luckau. Mit dem Streufahrzeug absolvieren sie einen vorgeschriebenen Parcours. „Die Bedingungen sind ähnlich, wie wir sie kommende Woche erwarten können“, sagt Andreas Müller. Er und sein Co-Trainer Enrico Riedel geben die Anweisungen.

Jede Fehler kostet Punkte

Am Steuer sind die Fahrer auf sich allein gestellt. Das Innere des Unimogs erinnert mit den vielen Schaltern und Hebeln an ein Flugzeugcockpit. Enrico Helmke setzt den 16 Tonnen schweren Wagen in Bewegung. Er muss einen Absperrkegel in ein mit Farbe markiertes Feld manövrieren. Jeder Zentimeter Abweichung hat im Wettbewerb Punktabzug zur Folge.

Den großen Schiebeschild bedient Helmke mit einem Joystick, ähnlich wie beim Computerspiel. „Ein bisschen Fingerspitzengefühl gehört dazu“, sagt der 38-Jährige. Ein bisschen klingt arg untertrieben, denn der kleine Kegel verschwindet unterm mehr als drei Meter breiten Schild. Einige Meter legt Enrico Helmke im Blindflug zurück. Erst kurz vor dem Ziel taucht der Kegel unterm Schild auf – Punktlandung.

Ölfass mit Knick

Nicht ganz so glatt läuft es dafür mit dem Ölfass. Das ist zwar größer als ein Kegel, neigt jedoch zum Umfallen. Mit dem Joystick versucht Enrico Helmke den Schild so einzustellen, dass sich das Fass schieben lässt, ohne umzufallen. Ein Ruck zu viel und das Fass fällt scheppernd zur Seite. Beim Tritt auf die Bremse gibt Helmke dem Fass den Todesstoß. Der Schild drückt die Seitenwand ein, das Fass ist nur noch ein Fall für den Schrott. „Mist“, sagt er. Es war das vorletzte Fass. Eins brauchen er und seine Kollegen noch für den nächsten Tag, wenn es nicht nur auf Geschicklichkeit, sondern auch auf die Zeit ankommt. Im Slalom leistet sich der Straßenmeister keine Fehler, auch der Schild liegt im exakt markierten Bereich auf. Enrico Helmke ist zufrieden. „War nicht schlecht, bis auf die Sache mit dem Fass“, sagt er. Nervös sei er bisher nicht. „Das kommt bestimmt noch.“

Auf die Geschicklichkeit kommt es an

Trainer Andreas Müller ist sicher, dass „seine Jungs“, wie er sie nennt, gute Chancen in Danzig haben: „Wir haben den Ehrgeiz, aufs Treppchen zu kommen. Schließlich sei die Weltmeisterschaft keine reine Spaßveranstaltung. „Es geht um Geschicklichkeit“, so Müller. Auch auf der Autobahn komme es darauf an, größere Schneemengen dorthin zu schieben, wo sie den Verkehr nicht stören. Bisher haben stets die Gastgeber den Schneepflug-WM-Titel geholt. Seine Jungs, sagt Müller, sollen diese Serie nun brechen.

21 Fahrer aus acht Nationen kämpfen um die Schneepflug-WM-Titel

In Danzig treffen sich vom 20. bis 23. Februar Winterdienstexperten aus aller Welt zum internationalen Winterdienstkongress des Welt-Straßenverbandes (AIPCR/PIARC).

Im Rahmen des Kongresses werden die besten Schneepflugfahrer der Welt ermittelt.

Die Sieger des Wettbewerbs stehen am 22. Februar fest.

Der WM-Titel wird zum dritten Mal vergeben. Bisher gewannen die jeweiligen Gastgeber Kanada und Andorra.

In Danzig treten 21 Fahrer aus acht Nationen auf einem Parcours mit zwölf Stationen gegeneinander an.

Zum deutschen Team gehören neben der Autobahnmeisterei Rangsdorf und der Straßenmeisterei Luckau die Autobahnmeisterei aus Kamen (Nordrhein-Westfalen) und die Straßen- und Autobahnmeisterei im hessischen Gudensberg. Sie waren die besten bei den deutschen Schneepflugfahrer-Meisterschaften im vergangenen September in Stolpe (Oberhavel).

Bereits im Januar trafen sich die deutschen Teilnehmer zu einem Trainingslager.

Von Christian Zielke

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