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Schnitzen unter Nackten

Kürbisschnitzwettbewerb in der Therme Ludwigsfelde Schnitzen unter Nackten

Wo andere schwitzen, wollten die sechs Teilnehmer des ersten Brandenburgischen Kürbisschnitzwettbewerbs in der Kristalltherme Ludwigsfelde fleißig schnitzen: Gekonnt arbeiteten sie binnen vier Stunden Formen und Gesichter aus den Kürbissen, von denen einer danach an einen schwitzenden Meister Yoda aus „Star Wars“ erinnerte.

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Schnitz-Sieger Ricardo Reiski mit Kürbis „Rickget“.

Quelle: Foto: Krischan Orth

Ludwigsfelde. Kerstin Kimm treibt die Schlaufe tiefer in den Kürbis. Neugierige Blicke nackter Badebesucher streifen ihr Werk. Mit dem Handrücken wischt sie sich den Schweiß von der Stirn. „Ich mache das heute das erste Mal“, erklärt sie. Kimm ist Betriebsleiterin der Kristalltherme in Ludwigsfelde. Bei 33 Grad Thermalbadtemperatur hat Kimm zum ersten „Brandenburgischen Kürbisschnitzwettbewerb“ aufgerufen. „Wir haben in Klaistow die Kürbisausstellung gesehen“, erzählt sie. Sechs Starter sind ins Rennen gegangen. Zumeist haben sie sich für die Teilnahme am Wettbewerb beworben. „Wichtig war uns dabei der künstlerische Aspekt“, erläutert die Betriebsleiterin.

Das gefällt auch den Badegästen. Wie Petra Schmidt-Siegel. Mit dem Stimmzettel in der Hand läuft sie durch die kleine Schnitzerwerkstatt am Rande des Thermalbeckens. „Ich komme besonders gerne zu solchen Events“, sagt die Besucherin. Insgesamt vier Stunden können die Künstler an den Kürbissen arbeiten. Währenddessen darf schon gewählt werden. Der Kürbis mit der Startnummer eins hat Petra Schmidt-Siegels Kreuz bekommen.

Davor steht Ricardo Reiski. Er ist Mitarbeiter des Bades. Mit Keramikschlaufe, Spatel und Messer bearbeitet er den Kürbis. „Die Werkzeuge sind aus dem Töpferbedarf“, erläutert er. Mit der großen Schlaufe wird zunächst der Teil der Schale abgekratzt, der später die Grundlage für das Gesicht ist. Aus dem weichen, orangenen Fruchtfleisch werden Vertiefungen zu Nase und Mund. „Jeder Kürbis wird anders“, erklärt Reiski. Seit einem Monat habe er geübt. Neben ihm sitzt Kettensägenkünstler Pierre Ziehe. Sein Motiv hat er sich selbst ausgedacht. Sonst arbeitet er nur mit Holz. Wie Rolf Fähnrich. Der Holzschnitzer hat sich einen Harzer Teufelskopf als Vorbild genommen. „Der Kürbis ist mir zu weich“, sagt er. Was einmal weggeschnitten ist, lässt sich nicht mehr korrigieren. Janine Eichberg hat als einzige den Kürbis ausgehöhlt. „Ich habe mich übers Internet mit einem Bild beworben“, erzählt sie. Vor dem Wettbewerb hat sie mit ihrer Familie geübt.

Viele Querlinien schneidet Nadine Schwiontek in den Kürbis. Der hat seine Schale bereits verloren. Langsam treten auch hier Augen und Mund hervor. Der Kunstlehrerin aus Potsdam kommt es bei ihrem Objekt auf den Wiedererkennungseffekt an, sagt sie. „Für das Motiv habe ich mich von meinen Schülern inspirieren lassen“, erklärt sie. „Das ist Meister Yoda von ,Star Wars’.“ Die Form des Kürbisses wollte sie nutzen. Auch in der Schule möchte sie diese Technik aufgreifen für den Kunstunterricht. Die Kürbiskerne nutzt sie als Schweißperlen. „Der schwitzende Meister Yoda“, heißt der fertige Kürbiskopf. Auch die anderen Teilnehmer geben ihrer Kürbisfrucht noch den letzten Schliff. Kerstin Kimm fühlt sich an ihren Kunstunterricht erinnert. „Die Arbeit entspannt“, sagt sie.

Drei Pokale stehen bereit. Dem Erstplatzierten winkt ein Wellnesspaket der Therme. Auch den Zweiten und Dritten erwarten Gutscheine fürs Bad.

Aus Ricardo Reiskis Kürbis blickt jetzt eine Geisterfigur, die an Gestalten aus „Harry Potter“ erinnern. „Rickget“ tauft er die Frucht. Auch Betriebsleiterin Kimm ist zufrieden mit ihrer „Lady Gaga“ und mit der Resonanz der Badbesucher. „Im nächsten Jahr veranstalten wir wieder einen Kürbisschnitzwettbewerb“, sagt sie.

Von Krischan Orth

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