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Schrankwand im Vorgarten

Telekom setzt Verteilerkasten vor Grundstück Schrankwand im Vorgarten

Die einen haben Gartenzwerge im Vorgarten. Andere setzen auf üppige Blütenpracht oder pflegeleichten Rasen. Vor dem Haus von Gerhard Tietz aus Rangsdorf steht ein 3,50 Meter breiter und etwa 1,70 Meter hoher grauer Kasten. Der Hausbesitzer muss sich auf Zehenspitzen stellen, um drüber gucken zu können.

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Auf Zehenspitzen muss sich Gerhard Tietz stellen, wenn über den DSL-Kasten gucken möchte.

Quelle: Christian Zielke

Die Telekom hat den DSL-Verteilerkasten im Juli errichtet. Er soll die Birkenallee und die umliegenden Straßen mit dem schnellen Breitband-Internet versorgen. „Eigentlich ist das ja eine gute Sache“, findet Gerhard Tietz, „aber warum muss das Ding vor meinem Haus stehen?“ Im Rangsdorfer Rathaus habe man ihm gesagt, dass der Kasten rechtens ist. Er steht auf einem 50 Zentimeter breiten Streifen zwischen Grundstücksgrenze und Gehweg und damit auf öffentlichem Land. Gerhard Tietz ärgert sich, dass er – nicht wie seine Nachbarn – einfach einen massiven Zaun auf den schmalen Streifen gesetzt hat. „Hab ich wohl Pech gehabt“, sagt er und zuckt mit den Schultern. Mit den bisherigen kleinen Kästen, die schon seit Jahrzehnten vor seinem Grundstück standen, hatte er sich arrangiert. Umso ärgerlicher, dass er vorher nicht einmal informiert wurde, was da in seinem Vorgarten entsteht. „Vielleicht kommen noch weitere Kästen dazu“, sagt er, dann bräuchte ich gar keinen Zaun mehr.“ Immerhin weiß er nun, dass der schmale Streifen nicht ihm gehört. „Also mähe ich ihn auch nicht mehr – aus Prinzip!“ Das soll jetzt ruhig die Gemeinde machen, die ihm den grauen Kasten mit eingebrockt hat, findet Gerhard Tietz. „Man hätte ihn ja auch gegenüber am Sportplatz aufstellen können“, sagt er. Den Plan, den vorderen Teil des Grundstücks zu verkaufen, hat er erstmal aufgegeben: „Wer will schon so ein Ding vor der Nase haben“. In der Gemeinde habe man ihm angeboten, den Kasten umzusetzen – auf seine Kosten. „Das waren tröstende Worte“, sagt Gerhard Tietz.

Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher sieht keine Möglichkeit, den Kasten umzusetzen. „Dann müssten wir alle Hausanschlüsse neu verlegen und die Straße und den Gehweg aufreißen“, sagt er. Beides wurde erst vor vier Jahren ausgebaut. Gerhard Tietz wird sich wohl mit dem grauen Kasten vor seinem Haus abfinden müssen: „Vielleicht pflanze ich eine Hecke.“

Von Christian Zielke

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