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Teltow-Fläming Schreck über Hartz-IV-Bescheid
Lokales Teltow-Fläming Schreck über Hartz-IV-Bescheid
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14:50 14.06.2015
Quelle: dpa
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Jüterbog

Das passt gut. So dachte Margita Grapenthin. Die alleinstehende Frau muss mit Bezügen nach Hartz IV auskommen, seit sie einen Wegeunfall hatte und ihr Arbeitgeber in Konkurs gegangen ist. Sie nahm dieses Jahr einen Nebenjob an und meldete dies dem Jobcenter in Luckenwalde. Die Folge: Die Behörde ging von 200 Euro als fiktivem Einkommen aus und kürzte die Leistungen umgehend um 80 Euro.

Als Margita Grapenthin diesen Bescheid erhielten, „bekam ich eine Panikattacke“, sagt sie. Dann erinnerte sie sich, dass ihr der Verein für soziale Selbstverteidigung (VSSV) einmal geholfen hatte, als ihr die Rückzahlung einer Mietkaution verweigert worden war.

Michael Maurer vom VSSV half Margita Grapenthin auch diesmal. Er hat sich in die Bewilligungsbescheide vertieft und erläuterte: „Hartz IV gibt es im Voraus, Arbeitsentgelt rückwirkend.“ So entstehe die Lücke, die am Ende zwar ausgeglichen werde, „aber wer Hartz IV bezieht, hat meist keine Rücklagen.“ Sie ergänzte: „Wäre mir erklärt worden, dass ich das Geld nachgezahlt bekomme, hätte ich mich nicht so erschrocken. Ich bin immer dümmer aus dem Jobcenter gekommen als ich reingegangen bin.“

Margita Grapenthin konnte ihr tatsächliches Einkommen sechs Wochen nach Arbeitsaufnahme belegen. Es handelte sich um 55 Euro. „Dieser Betrag liegt unterhalb der Zuverdienstgrenze von 100 Euro, die ein Hartz-Bezieher ohne Abzüge hinzuverdienen kann“, erläutert Michael Maurer.

Margita Grapenthin stellt fest: „Ich hab jetzt eine Arbeit aufgenommen und hab weniger Geld als ohne den Job.“ Sie fragt sich, wie es überhaupt zu solch einer Berechnung kommen konnte. „Ich muss dem Jobcenter meine Kontoauszüge vorlegen, den Einkommensnachweis und die Nachweis für die geringfügige Beschäftigung“, sagt sie und berichtet, dass man im Jobcenter wusste, dass der Nebenjob 2,5 Stunden pro Woche ausmacht. Wie die Behörde da auf 200 Euro pro Monat kam, sei ihr ein Rätsel.

In diesem Punkt gehen die Schilderungen auseinander. „Bei Arbeitsaufnahme im März wurde das Einkommen nicht vorgelegt“, sagt Katharina Roloff. Die Pressesprecherin der Arbeitsagentur erläutert, dass in dem Fall eine Pauschale angenommen werde, Standard seien 200 Euro. „Das ist kein willkürlicher Betrag, er beruht auf Erfahrungswerten“, sagt sie und fügt hinzu, der Abzug sei sinnvoll, „um spätere Rückforderungen zu vermeiden“. Das sei meist viel schwieriger. Im konkreten Fall „wurde der Nachweis erst im Mai erbracht“, sagt sie. Da die 55 Euro Verdienst im Nebenjob in der Tat unter dem erlaubten Zuverdienstgrenze bleiben, „wurde der zunächst eingehaltene Betrag ausgezahlt“. Dass es bei der Kommunikation im Jobcenter Probleme gab, bedauert die Pressesprecherin.

Von Gertraud Behrendt

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