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Teltow-Fläming Schüler erforschen Geschichte der Waldsiedlung
Lokales Teltow-Fläming Schüler erforschen Geschichte der Waldsiedlung
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02:16 25.06.2015
Sozialarbeiterin Mandy Weisheit neben einem Zeitstrahl, den die an dem Geschichtsprojekt beteiligten Schüler erarbeitet haben. Quelle: frank pechhold
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Wünsdorf

„Wer sind Agnes, Hildegard und Luise?“ Antworten auf diese Frage suchen sieben Wünsdorfer Oberschüler im Rahmen eines von brandenburgweit 25 Zeitensprünge-Projekten 2015. Projektbetreuerin ist die Schulsozialarbeiterin Mandy Weisheit.

„Agnes, Hildegard und Luise waren die Töchter eines Bauherren, der 1935/36 die Waldsiedlung im Norden Wünsdorfs errichtet hat“, sagt Mandy Weisheit. Wahrscheinlich handelte es sich bei dem Bau-Unternehmer um einen rheinischen Industriellen namens Schiemkoviak. „Das vermuten wir, wissen es aber noch nicht ganz genau.“

Bekannt ist hingegen laut Recherchen im Internet, dass der Bauherren-Vater drei Straßen in der Siedlung nach seinen Töchtern benannt hat: Agnes-, Hildegard- und Luisenstraße. „Das war damals durchaus üblich und klang für die Schüler anfangs nach einer romantischen Geschichte – ist es aber leider ganz und gar nicht“, sagt Weisheit und verweist auf eine Auskunft aus dem Brandenburger Landeshauptarchiv. Von dort erfuhr die Schüler-Forschergruppe, dass in der Waldsiedlung Mitte der 1930er Jahre 160 Wohnungen für Arbeiter und Angestellte der Wehrmacht gebaut wurden. Zu dieser Zeit wurden die bereits seit der Kaiserzeit in Wünsdorf vorhandenen Heereseinrichtungen deutlich erweitert, warf der Zweite Weltkrieg und der damit verbundene Ostfeldzug seine schwarzbraunen

Hintergrund

„Zeitensprünge“ heißt ein Projekt des Landesjugendringes Brandenburg. Daran beteiligen sich 2015 insgesamt 25 Schülergruppen.

Jede Gruppe erhält für ihr Engagement 1100 Euro Aufwandsentschädigung und ein Starterset.

Aus dem Landkreis Teltow-Fläming ist nur die Gruppe der Oberschule Wünsdorf mit ihrem Projekt „Wer sind Agnes, Hildegard und Luise?“ dabei. Der Landkreis Dahme-Spreewald ist mit dem Projekt „Max von der Windmühle“ präsent, das im Jugendbildungszentrum Blossin läuft.

Bis November können die jungen Geschichtsforscher Zeitzeugen interviewen und Objekten ihre Geschichten entlocken. Die Ergebnisse werden auf der Jugendgeschichtsmesse am 14. November in Potsdam präsentiert.

Schatten voraus.

„Um also den Bau der Waldsiedlung besser einordnen zu können, müssen sich die Schüler auch mit dieser Zeit auseinandersetzen“, sagt Mandy Weisheit. Deshalb suchen sie den Kontakt zu Ortschronisten und dem in Wünsdorf beheimateten Museum des Teltow.

Weiter wollen die Neuntklässler im Zuge ihrer Recherchen beispielsweise herausfinden, warum es Menschen damals gerade an diesen Ort zog. Besonders interessant ist es für sie, für welche Bereiche der Wehrmacht die Arbeiter und Angestellten der Waldsiedlung tätig waren. „Damit beschäftigen wir uns gerade“, sagt Mandy Weisheit.

Wobei die jungen Geschichtsforscher hier und da an ihre Grenzen stoßen. „Das Kreisarchiv in Luckenwalde hat uns gemailt, dass es über Wünsdorf und diese Siedlung sehr wenig Informationen gibt.“ Aus diesem Grund hoffen die Schüler, noch Zeitzeugen oder deren Nachkommen anzutreffen. Deshalb sind die jungen Leute in der Waldsiedlung unterwegs, um sich selbst ein Bild und Zeitzeugen ausfindig zu machen. Nach einem dieser Vor-Ort-Besuche hätten ihr Schüler erzählt, dass sie von Anwohnern gebeten worden seien, sich doch gleich mit um die Straßenbeleuchtung zu kümmern, sagt Weisheit. Wie berichtet wurden auch in der Agnes-, Hildegard- und Luisenstraße die kaputten Laternen vor einem Jahr abgeschaltet. Seitdem warten die betroffenen Anwohner sehnsüchtig auf eine neue Straßenbeleuchtung. „Aber darum können wir uns nicht auch noch kümmern.“

Kontakt: Wer Informationen zur Entstehung der Wünsdorfer Waldsiedlung hat, der kann sich an die DRK-Schulsozialarbeiterin Mandy Weisheit wenden:  01 51/54 40 90 81; sas.wuensdorf@drk-flaeming-spreewald.de.

Von Frank Pechhold

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