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Schüler finden Ursprung von Straßennamen

Waldsiedlung Wünsdorf Schüler finden Ursprung von Straßennamen

Schüler der Oberschule Wünsdorf haben in einem Projekt untersucht, wo die Straßennamen der Agnes-, Hildegard- und Louisenstraße herkommen. Ihr Ergebnis: Namensgeberinnen waren nicht die Töchter des Erbauers, sondern dessen Frau, Mutter und Schwiegermutter.

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Die Schüler des Zeitsprünge-Projekts bei der Präsentation ihrer Ergebnisse.

Quelle: Andrea von Fournier

Wünsdorf. Ihre größte Befürchtung sei gewesen, dass die Wünsdorfer ihre Flyer als Werbung deuten und ungelesen entsorgen würden, erzählte eine Teilnehmerin des „Zeitensprünge“-Projektes der Wünsdorfer Oberschule. Doch diese Sorge war unberechtigt: Zur Präsentation der Projektergebnisse war das Bürgerhaus am Sonnabend bestens gefüllt. Eltern und Freunde der sieben Akteure, Lehrer, Förderer, Zeitzeugen und weitere Wünsdorfer hatten sich eingefunden, um etwas über die Waldsiedlung zu erfahren.

In den vom Brandenburger Landesjugendring geförderten „Zeitensprünge“-Projekten erforschen junge Menschen die Lokalgeschichte. Die sieben Wünsdorfer Schüler hatten sich im Frühjahr 2015 für das von Sozialpädagogin Mandy Weisheit vorgeschlagene Thema „Wer sind Agnes, Hildegard und Luise?“ entschieden. Die drei Frauen gaben Straßen in der Waldsiedlung ihren Namen. In der Ortschronik ist nachzulesen, dass die Frauennamen zu den Töchtern des Erbauers der Siedlung, Hans Szymkowiak, gehörten.

Das klingt zunächst einmal logisch, doch es hielt sich im Ort hartnäckig das Gerücht, dass das nicht stimmt. Steven, Alina, Toni, Johannes, Jule, Sina und Antonia gingen also auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei haben sie vieles über die Geschichte der Militärstadt und das Leben der früheren Einwohner, aber auch über Forschungsmethoden und Präsentationstechniken erfahren. Sie begegneten der Heimatgeschichte durch den Kontakt mit ehemaligen und jetzigen Bewohnern der Siedlung, fragten sich durch, bekamen gewünschte und unerwartete Hilfe, fanden einiges über sich, ihre Stärken und Schwächen heraus, hatten viel Spaß und ein spannendes, kreatives Jahr miteinander.

Ergebnisse sind ein Plakat, Vortrag, 500 Flyer, ein Kurzfilm, ein Rap-Song und die Lüftung des Geheimnisses um die Straßennamen. Nach ihren Stärken haben sich die heutigen Zehntklässler im Projekt betätigt: Steven am Computer, Johannes hat den Rap-Song „Zeitensprung“ geschrieben, Toni, Alina und Mandy Weisheit waren die Kreativen, Jule an der Kamera, Antonia wurde im Film zur Zeichnerin und Sina war Kontaktperson zu den Waldsiedlungsbewohnern.

Neben den vielen Gesprächen, die die Schüler mit Museumsleiter Silvio Fischer, Mitarbeitern des „Teltowkanal“, den Waldsiedlungsbewohnerinnen Hildegard Happe, Marion Ahlert und Edith Gorray führten, brachte der Enkel des Erbauers den Durchbruch, der in Köln lebt und seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Er war von einem Ludwigsfelder mit einem Artikel aus der MAZ über das Projekt informiert worden.

Er kam mehrfach nach Wünsdorf und konnte sofort ausschließen, dass die Namen den Töchtern seines Opas gehörten: Luise war die Mutter Hans Szymkowiaks, Hildegard seine Ehefrau und Agnes deren Mutter. Als vor dem Zweiten Weltkrieg die Militärstadt ausgebaut wurde, brauchte das Heer Unterkünfte für Zivilangestellte. Hans Szymkowiak kaufte in Wünsdorf Land von Bauern und Waldbesitzern und errichtete 200 Wohnungen in Zweifamilien- und Doppelhäusern.

Marion Ahlert wohnt seit 79 Jahren in der Agnesstraße, Edith Gorray seit 80 Jahren in der Luisenstraße. „Über die Militärstadt und die Wünsdorfer Kirche wurde schon so viel geforscht, schön, dass es jetzt auch Erhellendes zur Waldsiedlung gibt“, sagte Marion Ahlert zufrieden nach der Präsentation. Dass etwas schwarz auf weiß Geschriebenes wie in der Chronik nicht unbedingt richtig sein muss, war für Antonia die erstaunlichste Lehre aus dem Projekt.

Von Andrea von Fournier

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