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Schüler lernen am Reinsdorfer Himmel

Segelflug-Camp Schüler lernen am Reinsdorfer Himmel

Spaß alleine ist schön, wenn sich Teamgeist und Disziplin dazu gesellen, kommt man damit hoch hinaus. Berliner Oberschüler machen beim Segelflug-Camp in Reinsdorf den Himmel zum Klassenzimmer.

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Dass Fliegen Spaß macht, beweist dieses Gruppenfoto vor der zweisitzigen, schneeweißen „Cola-Dose“.

Quelle: Uwe Klemens

Reinsdorf. „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein...“ Ist sie auch, wissen die Schüler der Berliner Kopernikus-Oberschule spätestens seit dieser Woche. Hoch über Reinsdorf drehen sie in silbrigen Segelflugzeugen ihre Runden. Den Steuerknüppel haben die 14- bis 21-jährigen Mädchen und Jungen dabei selbst in der Hand.

13 Jahre ist es her, dass sich der damalige Schulleiter Bernd Balzer zum ersten Mal mit seiner frischgegründeten Segelflug-Arbeitsgemeinschaft auf den Weg in den Niederen Fläming machte. „Die Idee zur AG kam von den Schülern, die ein Luftbild der Schule in meinem Dienstzimmer gesehen hatten, dass ich selbst geschossen habe“, erzählt der leidenschaftliche Hobbypilot. Das Betteln seiner Schüler, doch auch ihnen den Traum vom Fliegen zu ermöglichen, erfüllte der fliegende Rektor nur zu gerne. Als Partner mit ins Boot geholt hat sich Balzer damals den Aero-Club Berlin, der das Projekt mit Helfern, Fluglehrern und zwei, liebevoll „Coladose“ genannten Flugzeugen unterstützt.

Auch die Flugplatzbetreiber in Reinsdorf wagten das Experiment, ob eine Schülergruppe und die besonderen Regeln eines Flugplatzes zusammenpassen würden. Das Experiment gelang. Bis heute sind Club, Schule und Flugplatz ein Team.

Dass Fliegen weit mehr ist, als purer Spaß, lernen die Jugendlichen schon lange vor dem Camp. Aerodynamik, Meteorologie, Navigation und Luftrecht gehören inzwischen zum Lehrplan. Vier Monate vor dem ersten Flug drücken die angehenden Segelflieger dann wöchentlich zusätzlich eineinhalb Stunden lang die Schulbank, um das Wissen zu vertiefen. Bereits hier stehen ihnen die Aero-Club-Ausbilder zur Seite.

„Bevor sich die Kabinenhaube das erste Mal über ihnen schließt, haben die Jugendlichen eine ganze Menge hinter sich“, fasst Fluglehrer Olaf Linsener zusammen.

In der Vorbereitungsphase und auf dem Flugplatz selbst lernen die Mädchen und Jungen verstehen, dass Teamwork und Disziplin für jeden notwendig sind, der die Freiheit über den Wolken genießen will.

Die 21-Jährige Michelle Deresinski gehört in diesem Jahr zu den erfahrensten Teilnehmern und ist das sechste Mal mit dabei. „Angst hatte ich nie, aber aufgeregt bin ich bei jedem Flug. Und es ist wahnsinnig schön.“

Von Uwe Klemens

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